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Michendorf reformiert den Schutz des Grüns

Neue Baumschutzsatzung geplant Michendorf reformiert den Schutz des Grüns

Die Gemeinde Michendorf reformiert den Baumschutz. Mit der neuen Schutzsatzung, die im Entwurf vorliegt und am 5. September in der Gemeindevertretung beschlossen werden soll, will die Kommune Eigentümern auf Wohngrundstücken mehr Freiheiten gewähren. Für acht Baumarten, darunter die Kiefer, soll aber weiterhin ein strenger Schutzstatus gelten.

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Auf den Stammumfang kommt es an.

Quelle: M. S.

Michendorf. Die Gemeinde Michendorf bekommt eine neue Baumschutzsatzung. Im Entwurf, der die Satzung aus 2004 ablösen soll und über den am 5. September in der Gemeindevertretung entschieden wird, sind Bäume mit einem Stammumfang ab 60 Zentimetern geschützt.

Allerdings soll auf Empfehlung des federführenden Bau- und Umweltausschusses ein Passus eingeführt werden, der auf Wohngrundstücken Eigentümern mehr Freiheiten gewährt und den Schutzstatus erst ab einem Stammumfang von 190 Zentimetern beginnen lässt. Bäume mit ortsbildprägendem Charakter sollen von der Lockerung aber ausgenommen werden: Für Kiefern, Eichen, Ulmen, Platanen, Linden, Kastanien, Rotbuchen und Maulbeerbäume gilt auch auf Wohngrundstücken weiter, dass sie ab einem Umfang von 60 Zentimetern ohne Genehmigung nicht gefällt werden dürfen. „Durch diese Kopplung ist ein Kahlschlag etwa von Kiefern nicht möglich“, sagte Ordnungsamtsleiter Christopher Gerhardt. Die Kiefer ist in Wilhelmshorst der Baum, der das Bild prägt und dem Ortsteil den Namen „Waldgemeinde“ einbrachte.

Den Schutzstatus sollen künftig auch einige Heckenarten ab zwei Metern Höhe erhalten. Obstbäume bleiben ungeschützt, es sei denn, sie wurden als Ersatz für gefällte Bäume gepflanzt. Mit der neuen Satzung will die Kommune die Möglichkeiten für Nachpflanzungen erweitern. So dürfen dann auch Hecken als Ersatz angelegt werden. Ist das eigene Grundstück zu klein, können Ersatzbäume auf anderen Grundstücke in die Erde gesetzt werden, wenn die Flächen auf Gemeindegebiet liegen. Die Kommune will zudem regeln, dass Privatleute im öffentlichen Raum pflanzen dürfen. „Um generell die Pflanzbereitschaft zu fördern, stehen freiwillig eingesetzte Bäume künftig nicht mehr unter Schutz. Wer solche Bäume fällen will, muss aber nachweisen, dass er sie freiwillig gepflanzt hat“, sagte Gerhardt. Unverlangt gepflanzte Bäume sind auch als Ersatz für gefällte anrechenbar, wenn das Pflanzdatum nicht länger als drei Jahre her ist

Die Strafen für illegale Fällungen werden erhöht. Wer geschützte Bäume ohne Genehmigung abholzt, kann je nach Schwere des Eingriffs mit Geldbußen von bis zu 65 000 Euro belangt werden.

„Ich sehe die neue Satzung als Kompromiss, mit dem man leben kann“, sagte Grünen-Fraktionschefin Claudia Günther. Positiv sei etwa, dass die Ablösezahlungen für nicht erfolgte Nachpflanzungen höher als bisher sein werden. Die Ablösehöhe soll den Kosten für den Erwerb des Baumes plus den Pflegekosten für die Anwachsjahre entsprechen, sagte sie. Bisher seien Leute, die Ablöse zahlten, billiger weggekommen als jene, die nachgepflanzt haben.

Von Jens Steglich

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