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Potsdam-Mittelmark Michendorf setzt Zeichen für Toleranz
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf setzt Zeichen für Toleranz
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18:14 14.07.2015
In der Sporthalle des Michendorfer Gymnasiums sind derzeit 100 Asylsuchende untergebracht. Nach Angaben des Landkreises werden sie nach Brück ziehen, wo 147 zusätzliche Plätze entstehen. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Michendorf

Die Michendorfer Gemeindevertreter haben ein klares Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit und gegen Fremdenfeindlichkeit in der Kommune gesetzt. In einem fraktionsübergreifenden Antrag beschlossen die Abgeordneten am Montagabend einstimmig mehrere Maßnahmen zur Unterstützung von Asylsuchenden. So wird die Kommune freiwerdende Quartiere aus dem kommunalen Wohnungsbestand vor einer Weitervermietung erst einmal dem Landkreis als potenzielle Flüchtlingsunterkünfte anbieten. Der Kreis prüft dann, ob die Wohnungen für Asylsuchende geeignet sind. Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) sagte, dass vorab auch eine Entbehrlichkeitsprüfung der Quartiere ansteht. „Es wird also vorher geschaut, ob nicht ein Bürger der Gemeinde schon lange auf eine Wohnung wartet und einen Wohnberechtigungsschein hat.“ Das Gemeindeparlament appellierte zudem an Haus- und Wohnungseigentümer, dem Beispiel zu folgen und bei der Neuvermietung von Wohnraum mit dem Kreis eine Unterbringung von Asylsuchenden zu prüfen.

Zugleich sendet die Gemeinde ein Signal an Netzwerke, Vereine und Organisationen in Michendorf, die mit der Flüchtlingsproblematik befasst sind. Sie sollen kurzfristig anzeigen, „ob und wie die Kommune finanziell und organisatorisch ihr bürgerschaftliches Engagement unterstützen kann“. Werden zusätzliche Mittel benötigt, stellt die Gemeinde zunächst 1000 Euro bereit. Im Beschluss heißt es weiter: „Wir erteilen allen rechtsextremen Tendenzen eine klare Absage und erklären, dass Flüchtlinge und Asylbewerber in Michendorf nicht nur geduldet, sondern willkommen sind.“ Der Satz ist eine Reaktion auf Versuche, die aktuelle Situation in Michendorf für rechte Aktionen zu nutzen. Aktivisten der rechtsextremen Partei „Der III. Weg“, die ihre Wurzeln in Süddeutschland hat, hatten am Abend einer Einwohnerversammlung zur umstrittenen Einquartierung von Flüchtlingen in der Turnhalle des Gymnasiums Flugblätter im Ort verteilt.

Am Montag zollten die Abgeordneten allen Beteiligten Dank und Respekt, die bei der schnellen und reibungslosen Unterbringung von Asylbewerbern in der Sporthalle geholfen haben. Allerdings machten sie in ihrem Votum auch deutlich, dass die Nutzung der Turnhalle als Flüchtlingsunterkunft keine Dauerlösung sein könne, „da dies weder menschlich angemessen noch zweckmäßig ist“. Nach Angaben des Kreises soll die Halle ab Schuljahresbeginn wieder für den Sportunterricht zur Verfügung stehen.

Von Jens Steglich

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