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Michendorf Hanna Gelmroth und die witzigen Dialoge
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Hanna Gelmroth und die witzigen Dialoge
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18:06 06.07.2018
Hanna Gelmroth (11) und ihr Lieblingsbuch. „Ich habe kein Handy und brauche auch keins“, sagt sie. Quelle: Jens Steglich
Stücken

Hanna war eine Woche alt, als sie in dem kleinen Ort Stücken landete... So oder so ähnlich könnte die Geschichte beginnen, falls Hanna eines Tages auf die Idee kommen sollte, über ihr Leben zu schreiben. Hanna Gelmroth, von der hier die Rede ist, lebt mit ihrer Familie seit ihrer zweiten Lebenswoche in Stücken und schreibt gern eigene Geschichten. Und die Elfjährige gehört zu den besten Vorleserinnen der Bundesrepublik, trat im Juni in Berlin als Brandenburgs Landessiegerin gegen die besten Vorleser der anderen Bundesländer an. Dass sie es beim Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels bis ins Bundesfinale geschafft hat, dürfte kein Zufall sein. Vorlesen ist bei den Gelmroths sozusagen Familientradition. Ihre Eltern lasen immer Gute-Nacht-Geschichten vor „und meine Oma erzählte selbst ausgedachte Geschichten“, sagt sie.

Die Eltern staunten: „Was jetzt, noch eine Runde?“

Angefangen hat der Siegeszug der jungen Vorleserin mit den Vorlesewettbewerben in ihrer Grundschule in Wildenbruch. Als Hanna danach von einem regionalen Vorlesewettbewerb zum anderen eilte und bis zum Bundesfinale alle gewann, „hat uns das ein bisschen aus den Socken gehauen“, sagt ihre Mutter, Susanne Gelmroth. Das Erstaunen der Eltern drückte sich in Fragen wie diese aus: „Was jetzt, noch eine Runde?“ – „So ähnlich habe ich auch gedacht“, bekennt Hanna, die auf dem Weg ins Bundesfinale unter anderem aus dem Jugendroman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf vorlas. „Ich habe ihr immer Tipps gegeben, welches Buch sie nehmen könnte“, sagt die Mutter: „Am Ende hat sie es doch selbst ausgewählt. Sie hat eben einen starken eigenen Willen.“

Hanna punktete mit witzigen Dialogen

Das zeigt sich auch, wenn es darum geht, das Fortbewegungsmittel zu wählen, um zur Schule zu kommen. „Hanna fährt lieber mit dem Bus, weil sie glaubt, ihre Mutti wäre mit dem Auto nicht pünktlich da“, sagt die Mutti und fügt hinzu: „Das stimmt aber nicht: Ich wäre pünktlich.“ Kein Zweifel: Witzige Dialoge sind auch so eine Familientradition. Damit konnte Hanna auch bei den Vorlesewettbewerben punkten: Die witzigen Textstellen suchte sie sich selbst aus. Nur beim Bundesfinale war alles etwas anders. Da standen 36 Bücher zur Wahl, die jungen Vorleser durften sich jeweils drei Favoriten wählen, aus denen dann ein „Vorlese-Buch“ ausgelost wurde. Hanna las der Jury aus „Ich bin’s, Kitty“ vor. Die Erzählung aus dem Leben einer Katze kannte sie vorher noch nicht.

Und was ist ihr Lieblingsbuch? „Schon ewig Harry Potter“, sagt die Elfjährige. Sie hat alle Teile mehrmals gelesen – in der Regel, bevor sie sich die Potter-Filme anschaute. Das Kopfkino beim Buchlesen, bei dem die Fantasie eigene Bilder entstehen lässt, schlägt hier das Lichtspielhaus. Hanna ist das, was man einen echten Harry-Potter-Fan nennt. „Man muss ständig Wünsche abwehren, Zauberstäbe und Umhänge zu kaufen“, sagt die Mutter.

Ihre Tochter zeichnet aber auch gern, spielt Klavier in der Kreismusikschule und fährt Inline-Skates – mitten auf der Straße. In der Querstraße in Stücken, wo die Familie lebt, ist das kein Problem. Dort fahren nur selten Autos, und wenn, dann sitzen die Nachbarn drin.

Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels

Beim Bundesfinale des Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels traten am 20. Juni in Berlin die 16 Landessieger gegeneinander an.

Die 16 Finalisten hatten sich in regionalen Vorrunden auf Stadt-, Kreis-, Bezirks- und Landesebene gegen 570 000 Schülerinnen und Schüler durchgesetzt.

Bei der Endrunde wurde nur der Gewinner ermittelt, keine zweiten und dritten Plätze. Am Ende hatte sich die Jury, unter ihnen auch TV-Moderator Max Moor, für Victoria Schaay (12) aus Nordrhein-Westfalen entschieden.

Von Jens Steglich

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