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Michendorf Langerwischs Erfolgsgeschichte als Lesestoff
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Langerwischs Erfolgsgeschichte als Lesestoff
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20:51 16.05.2018
Das marode Gasthaus „Zur Truhe“ in Alt-Langerwisch Anfang der 1990er Jahre. Quelle: Privat
Langerwisch

Um zu sehen, was in den vergangenen Jahren passiert ist, reicht ein kurzer Blick zurück und alte Fotos von damals, als alles angefangen hat. In Langerwisch hat die Erfolgsgeschichte, von der hier die Rede ist, Anfang der 1990er Jahre mit einer Bestandsaufnahme begonnen. Im Dorf wiesen 72 Prozent aller Hauptgebäude leichte bis schwere Mängel auf. Die Häuser trugen die Farbe „steingrau“, die Vierseithöfe standen vor dem Zusammenbruch und es gab keine Bürgersteige, nur Trampelpfade, erzählt Langerwischs Ortsvorsteher Wolfgang Kroll. Die wenigen Straßenleuchten waren gut verteilt: „Eine stand am Ortseingang, eine in der Mitte und eine am Ortsausgang“, so Kroll, der von „Positionslampen“ spricht.

Ende Mai erhalten alle Haushalte im Sanierungsgebiet eine Broschüre

Danach wurden bis heute acht Millionen Euro Städtebaufördermittel in die Sanierung von Alt- und Neu-Langerwisch investiert. Ergebnis: Aus dem Dorf ist eine Schönheit geworden. Die Erfolgsgeschichte gibt es jetzt zum Abschluss der Sanierungsmaßnahme „Ortskerne Alt- und Neu-Langerwisch“, wie das Wiederaufbauwerk offiziell genannt wurde, jetzt auch als Lesestoff für die Langerwischer. „Ende Mai erhalten alle Haushalte im Sanierungsgebiet eine frisch gedruckte Broschüre“, sagt Britta Breitfeld, die Frau vom Michendorfer Bauamt, die das Sanierungswerk in Langerwisch von Anfang an begleitete.

Von den insgesamt acht Millionen Euro an Städtebaufördermitteln gaben Bund und Land 5,5 Millionen und die Gemeinde 1,4 Millionen Euro, weiß sie. Das restliche Sanierungsgeld kam unter anderem aus Zinsen und Ausgleichsbeträgen zusammen, die Arealbesitzer im Sanierungsgebiet für die Wertsteigerung ihrer Grundstücke vorher abgelöst haben. Auch diese Mittel wurden für das Sanierungsprojekt verwendet. Vorher-Nachher-Bilder von altehrwürdigen Bauten, die jetzt in neuer Herrlichkeit strahlen, können sich die Langerwischer in der Broschüre anschauen.

Das Gasthaus „Zur Truhe“ nach der Sanierung. Quelle: Privat

Los ging es mit der Sanierung des Pfarrhauses und der Alten Schule, aus der ein Wohnhaus geworden ist. Unter anderem auch die Dorfkirche und das Gasthaus „Zur Truhe“ und der einst verfallene Vierseithof, in dem sich jetzt Gemeindezentrum und Kita befinden, profitierten von den Fördergeldern. In Neu-Langerwisch wurden alle acht historischen Vierseithöfe mit Städtebaumitteln liebevoll saniert. An das Sanierungswerk erinnern jetzt auch zwei neue Stelen an der Fleischerei Woite und im Beelitzer Weg.

Kutschfahrt mit einem Kamerateam

„Es war ein großer Erfolg für Langerwisch. Wir haben mit den acht Millionen Euro keine Prachtbauten in die Welt gesetzt, sondern alte Bausubstanz für die Nachwelt erhalten“, bilanziert der Ortsvorsteher. Festgehalten ist das Geschehen für die Nachwelt auch in bewegten Bildern. Kroll kann sich noch an den Sommer 1991 erinnern, als ein Pferdewagen durch den Ort rollte. Vorn saß Leo Rehmer von der LPG, hinten Kameraleute, die eine Aufgabe hatten: Das Dorf filmen – so wie es 1991 aussah, bevor die Sanierung begann. Kroll hatte 2015 noch einmal eine Kutschfahrt mit einem Kamerateam organisiert, das sich 24 Jahre später auf den gleichen Weg machte und die Bilder festhielt, um die Erfolgsgeschichte zu dokumentieren. Eigentlich sollte der Kutscher von damals, Leo Rehmer, wieder mit dabei sein. Vor der Kutschfahrt erkrankte er aber. „Kurz danach ist er gestorben“, erzählt Kroll.

Sanierung der Dorfkerne

Langerwisch gehörte zu den ersten Orten im Osten Deutschlands, die den Sprung in das Städtebauförderprogramm schafften.

Als einer von sechs Orten wurde Langerwisch einen Monat vor dem Ende der DDR in das Modellvorhaben „Städtebauliche Erneuerung von Kleinstädten und Dörfern in den neuen Bundesländern“ aufgenommen.

So nannte sich der Vorläufer des bundesdeutschen Städtebauförderprogramms, das in den vergangenen 25 Jahren nicht nur in Langerwisch half, alte Häuser vor dem Verfall zu bewahren.

Für Alt- und Neu-Langerwisch ist die städtebauliche Sanierungsmaßnahme abgeschlossen. Jetzt braucht nur noch der Abschlussbericht über die Verwendung der Fördermittel den Segen des Landes.

Von Jens Steglich

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