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Michendorf Kunst in der Natur verstreut
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Kunst in der Natur verstreut
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20:23 15.01.2019
Der Verein Langerwischer Obstgarten hat auch eine Saftpresse zu bieten – hier beim Höfefest an der Streuobstwiese „Am Priesterweg“. Quelle: Jens Steglich
Michendorf

Für Ausflugsgäste und Touristen gibt es in der Gemeinde Michendorf ein neues Angebot, auf das sich vor allem Zeitgenossen freuen können, die Kultur und Natur mögen. Auf sie wartet jetzt die Kunst- und Streuobstwiesen-Tour, die am Dienstag in der Michendorfer Kulturbibliothek bei einem Pressegespräch erstmals vorgestellt wurde. Ralf Weißmann, einer der Projektinitiatoren und Gastronom in Wildenbruch, sprach von einer Symbiose zwischen Kultur- und Naturraum und der ersten thematischen Genießertour, bei der kulinarische Genüsse eher einen Nebenrolle spielen.

Als Hauptakteure sind neben dem Unternehmernetzwerk FUN und der Gemeinde noch der Kulturbund Michendorf und der Verein Langerwischer Obstgarten mit an Bord und eine Menge regionaler Künstler. Die neue Genießertour verknüpft vor allem die Kunstwerke am Skulpturenpfad, der in Regie des Kulturbundes entsteht, mit den Streuobstwiesen, die der Obstgartenverein neu angelegt hat. Vereinsvorsitzender Justus Mayser nannte die Verbindung „eine in jeder Hinsicht gelungene Hochzeit“, die Kunst und Natur vereint.

Der frisch gedruckte Tourenflyer soll auch auf der Grünen Woche präsentiert werden: Initiator und Gastronom Ralf Weißmann, Kulturbundchefin Marita Overbeck und Justus Mayser (v.l.), Vorsitzender des Vereins Langerwischer Obstgarten. Quelle: Jens Steglich

Auf der Strecke, die von Wilhelmshorst über Langerwisch und Wildenbruch bis nach Fresdorf und Stücken führt und auch Abstecher zum Beispiel zum Heimatmuseum auf dem Michendorfer Wolkenberg zu bieten hat, findet der Ausflügler 14 Wegmarken, die er sich ansehen sollte. Los geht es im Skulpturenpark am Wilhelmshorster Gemeindezentrum, von wo aus der Weg weiterführt zum Wilhelm-Mühler-Platz, den eine besondere Sitzgelegenheit schmückt. Zwei kunstvoll gestaltete Holzbänke, die Bildhauer Bernd Anhoff schuf und mit einem Pferde- und einem Schafskopf verzierte, laden dort zum Verschnaufen ein. Von Wilhelmshorst geht es dann weiter nach Langerwisch zur Streuobstwiese „Am Priesterweg“. Dort hat der Verein Langerwischer Obstgarten 110 Obstbäume gepflanzt.

Am Eingang zur Naturidylle sitzt der „Apfelesser“

Gleich am Eingang zur Naturidylle begegnet dem Wanderer wieder die Kunst: Dort sitzt der „Apfelesser“. Den freundlichen, etwas altmodisch wirkenden Mann hat Detlef Kudell aus Beton geschaffen und farbig angemalt. Der Künstler hat seinen „Apfelesser“ so auf eine dazugehörige Bank gesetzt, dass Ausflugsgäste neben der Figur Platz nehmen und einen Blick auf die Streuobstwiese werfen können.

„Tanzzeit“ heißt die Skulptur von Bernd Anhoff, die in Langerwisch steht. Quelle: Jens Steglich

Auf eine andere Form von Kultur, die in der Gemeinde Michendorf viele Fans hat, verweist eine weitere Skulptur von Bernd Anhoff in Langerwisch. Gleich am Eingang zur Straße Neu-Langerwisch steht ein menschengroßes Tanzpaar. Er nannte die Skulptur „Tanzzeit“. Von da kann der Ausflügler zu den Vierseithöfen in Langerwisch abbiegen, empfiehlt Ralf Weißmann und fügt hinzu, dass dort auch Künstlerateliers zu finden sind, darunter das von Anhoff. Zwei Stationen weiter landet der Tourgänger an einem stillen Ort, an dem die Skulptur „Erinnerung“ zu sehen ist, die Annelie Dessombes aus Efeu-Holz geschaffen hat. Efeu wählte sie, weil sich dort der einstige Friedhof von Langerwisch befand, auf dem heute die Kletterpflanze das Bild bestimmt, die sich über die Gräber gelegt hat.

Eine Holzskulptur für die Wiese „Andrea“

Auf der Straße nach Wildenbruch, kurz hinter dem Ortsausgang von Langerwisch, lockt die Wiese „Andrea“ – angelegt vom Obstgartenverein, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Obstbautradition der Region wiederzubeleben. Die Wiese – es ist Station 10 – trägt den Vornamen eines Vereinsmitglieds und hat neben 80 Obstbäumen auch Beete mit Himbeeren und Johannisbeeren zu bieten. Die Wiese „Andrea“ bekommt am Donnerstag ihr Kunstwerk. Es ist mehr als drei Meter hoch, heißt „Fantasie“ und wurde von Ulrich Kittelmann aus dem weitgehend hohlen Stamm einer Ulme gestaltet.

Während Schmied Michael Soika noch an seiner Metallskulptur „Spaltung“ arbeitet, die an der Pappelallee in Wildenbruch aufgestellt wird, kann der Ausflugsgast unweit davon eine runde Sache entdecken. Die drehbare Wurzelkugel im Dorfkern von Wildenbruch hat Thomas Schröder aus dem mächtigen Stamm einer 300 Jahre alten Eiche geschaffen. Sein Kunstwerk nannte er „300 Jahre Brandenburg“.

Station 14 hat Natur pur zu bieten: Am Wildenbrucher Ortsrand gleich an der alten Dorfkirche liegt die kleine Streuobstwiese „Charlotte“, die einen zauberhaften Blick in die Landschaft gewährt. Wer nicht genug kriegen kann, läuft von dort einfach weiter – zum Beispiel auf dem Rundweg, der um den Seddiner See führt.

Ausgezeichnete Genießer-Touren

Die Kunst- und Streuobstwiesen-Tour wird ein Teil der Genießer-Touren, die das Unternehmernetzwerkes FUN einst ins Leben gerufen hatte und die es inzwischen brandenburgweit gibt.

Insgesamt 20 Genießertouren werden mittlerweile von pro agro im Land Brandenburg vermarktet. Für das Angebot gab es 2018 den ersten Preis des Tourismusverbandes.

Die neue Tour kann zu Fuß, per Rad und mit Rollstuhl bewältigt werden, sagt Kulturbundchefin Marita Overbeck, die die Arbeit von Horst Halling hervorhob, „der wie ein Löwe um den Kunstwandweg gekämpft hat“.

Von Jens Steglich

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