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Michendorf Protest gegen Fällung der alten Eichen
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Protest gegen Fällung der alten Eichen
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20:29 25.02.2019
Anwohner zeigen ihren Protest: Sie hängten an den vier betroffenen Bäumen Laken und Plakate mit Aufschriften wie diese auf: „Wir sind nicht krank.“ Quelle: Privat
Michendorf

Gegen die geplante Fällung von vier alten Eichen an der Michendorfer Kreuzung zwischen Potsdamer und Luckenwalder Straße regt sich massiver Bürgerprotest. An den betroffenen Bäumen hängen Bettlaken und Plakate mit Aufschriften wie diese: „Wir sind nicht krank“ oder „Vier alte Eichen müssen weichen für einen hier unnötigen Kreisverkehr. Ist das fair?“.

Anwohner hatten am Freitag die begonnene Fällung einer ersten Eiche gestoppt. Eine Anwohnerin beantragte am Montag beim Verwaltungsgericht Potsdam die sofortige Einstellung der Baumfällungen, scheiterte aber damit. Die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts lehnte den Antrag noch am selben Tag ab. Die Gemeinde, die die Kreuzung zu einem Kreisverkehr umbauen will, damit sie zusätzlichen Verkehr aus einem Gewerbegebiet aufnehmen kann, hat seit Oktober 2018 eine Genehmigung für die Fällung der Eichen.

Widerspruchsstelle des Kreises entschied zugunsten der Gemeinde

Wie berichtet, hatte die Untere Naturschutzbehörde (UNB) den Fällantrag abgelehnt, weil die Bäume zu einer geschützten Allee gehörten. Im Streit zwischen UNB und Gemeinde entschied dann die Widerspruchsstelle des Landkreises zugunsten der Kommune und befand, der Bau einer vierarmigen Kreuzung samt der dafür nötigen Enteignung von Arealeigentümern als Alternative zum Kreisverkehr sei nicht zumutbar.

„Wir sind nicht krank.“ Anwohner haben Plakate und Laken mit ihrem Protest an die betroffenen Eichen gehängt. Quelle: Privat

„Jede dieser vier alten Eichen ist es wert, um sie zu kämpfen. Sie sind unersetzbar“, sagt der Michendorfer Ingo Lembcke. Er teile die Werteabwägung der Unteren Naturschutzbehörde zugunsten der Bäume und für den Bau einer vierarmigen Kreuzung. Im Verfahren, in dem auch Naturschutzverbände beteiligt waren, hatte sich die Sicht der UNB nicht durchgesetzt. „Insofern bleibt jetzt nur der Appell an das Gewissen der Beteiligten“, so Lembcke. „Die Bäume haben über zwei Meter Stammumfang, sind mehr als 20 Meter hoch und gehören zu einer fast vollständigen Allee, die in dieser Dimension schon Seltenheitswert besitzt“, sagte er.

Rüdiger Herzog, Mitglied der Naturfreunde Brandenburgs, einem anerkannten Naturschutzverband, plädiert für ein Moratorium und dafür, die Planung nochmals unter die Lupe zu nehmen. „Wir haben ohnehin keinen Zeitdruck, die Vegetationsperiode beginnt am 1. März, in der Fällungen nicht erlaubt sind.“ Herzog bezweifelt, dass dort ein Kreisverkehr hin muss. „Es spricht einiges dafür, dass das Gewerbegebiet an der Tankstelle an die B 2 angebunden wird. Die Gemeinde sollte sich hier nicht hinter dem Landesstraßenbetrieb verstecken“, sagte er. Der Landesbetrieb hatte diese B-2-Anbindung, die auch die Gemeinde favorisierte, bisher immer abgelehnt

Gemeinde will prüfen, ob zwei Bäume stehen bleiben können

Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) erinnerte an die lange Vorgeschichte und die verkehrstechnischen Untersuchungen zum Kreisverkehr, dessen Bau die Gemeindevertretung mehrheitlich 2016 beschlossen hatte. „Im Ergebnis wurde festgestellt, dass der Kreuzungspunkt bereits jetzt an seiner Leistungsgrenze ist und unabhängig von dem Gewerbegebiet eine Neuordnung notwendig ist, um auch die Radfahrer und die Fußgänger sicher führen zu können“, sagte Mirbach.

Er sagte eine Prüfung zu, ob zwei der vier Bäume doch erhalten werden könnten. Laut Bauamtsleiter Christopher Gerhardt gibt es eine neue Technik für den Bau von Fußgängerüberwegen, die ohne größere Eingriffe auskommt. „Wir hoffen, dass wir die Technologie hier anwenden können.“ In dem Fall könnten die beiden hinteren Eichen auf der Potsdamer Straße stehen bleiben, die dort für den Bau einer Querungshilfe weichen sollen. Die Bauteile für die dort vorgesehene Querungshilfe würden dann ohne tiefe Verankerung eingebaut. „Das Eigengewicht der Teile und eine Verschraubung würden dafür sorgen, dass sie halten“, so Gerhardt.

„Es wäre schon mal ein Erfolg, wenn die Gemeinde prüft, zwei Bäume zu erhalten“, sagte Lembcke.

Von Jens Steglich

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