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Michendorf Shakespeare mal ganz anders
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18:52 28.05.2018
Zwei der vier Komödianten, die Shakespeares Genialität in einem skurrilen Lustspiel präsentieren: Felix Zülke und Stefan Schreiber (r.). Quelle: Dieter Herrmann
Michendorf

Wer William Shakespeares sämtliche Werke auf die Bühne bringen will, hat es mit einer Mammutaufgabe zu tun. Für die vielen Stücke des englischen Dramatikers braucht man eine Aufführung, die ungefähr fünf Tage dauert – ohne Unterbrechung. Das wollten die Mitstreiter der Kleinen Bühne Michendorf den Theater- und Shakespeare-Freunden und allen, die es noch werden wollen, dann doch nicht zumuten. Schließlich braucht auch ein Theater-Fan zwischendrin ein bisschen Schlaf.

Deshalb führt die Kleine Bühne „Shakespeares gesammelte Werke – leicht gekürzt“ auf. Am Freitag, dem 1. Juni, 19.30 Uhr, hat das Bühnenstück, das Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield als reduzierte Variante mit großen Erfolg Ende der 1980er Jahre erstmals in die Welt brachten, Premiere im Michendorfer Gemeindezentrum „Zum Apfelbaum“. Bei schönem Wetter wird das Stück als Open-Air-Theater vor dem Saal des Gemeindezentrums aufgeführt, sagt Ortrud Meyhöfer, Vorsitzendes des Vereins der Kleinen Bühne.

Sie verspricht einen verdrehten Abend – heiter, brillant, mitreißend. „Es ist keine schwere Kost, sondern eine irrwitzige Komödie mit einem wahnsinnigen Kostümaufwand“, sagt sie. Und von den vier Darstellern werden an dem Abend Höchstleistungen verlangt. Sie spielen ununterbrochen und mehrere Rollen, müssen also permanent die Kostüme wechseln. Schließlich sollen Shakespeares gesammelte Werke in 90 Minuten dargeboten werden. „Es geht um Schauspieler, die glauben, Shakespeare spielen zu können, und an ihre Grenzen kommen“, sagt die Vereinschefin. In der Michendorfer Inszenierung unter Regie von Felix Zülke präsentieren Paul Barrett, Markus Heinemann, Stefan Schreiber und der Regisseur selbst – in dem Fall als Schauspieler – die Genialität Shakespeares in einem skurrilen Lustspiel. Der Spaß für Theaterliebhaber wie für echte Theatermuffel gleichermaßen ist nach der Premiere am Freitag auch noch am 2. und 3. Juni zu sehen.

Das Stück soll nach der Sommerpause im September wieder aufgenommen werden. Im Herbst haben die Theaterleute der Kleinen Bühne dann noch Besonderes vor. Sie wollen mit Shakespeares gesammelten und gekürzten Werken auf Tour gehen. Wenn alles nach Plan läuft, soll das Stück in allen Ortsteilen Michendorfs gezeigt werden. Mit einer mobilen Bühne kommt Shakespeare so auch in die Dörfer.

Karten: Tel. 01577/5 72 79 27; postkasten@kleinebühne.de oder in den Postfilialen in Michendorf und Wilhelmshorst

Von Jens Steglich

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