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Michendorf Vereine sollen für Nutzung der Gemeindehäuser zahlen
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Vereine sollen für Nutzung der Gemeindehäuser zahlen
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19:47 17.04.2019
Für die Nutzung des Michendorfer Gemeindezentrums „Zum Apfelbaum“ sollen Vereine künftig fünf Euro je Stunde zahlen. Quelle: O. Möldner
Michendorf

In der Gemeinde Michendorf sollen künftig auch einheimische Vereine Gebühren für die Nutzung kommunaler Gemeindezentren und Sporthallen zahlen. Der Entwurf einer Entgeltordnung, der derzeit in den Gemeindegremien beraten wird, sieht eine Staffelung der Gebühren vor. So sollen Vereine für die Nutzung der Gemeindezentren in den Ortsteilen Stücken und Fresdorf einen Euro pro Stunde zahlen. In Wildenbruch sollen zwei Euro je Stunde verlangt werden, in Wilhelmshorst drei Euro, in Langerwisch vier und für die Nutzung des Michendorfer Gemeindezentrums „Zum Apfelbaum“ sind fünf Euro je Stunde geplant. Die Gebührenhöhe ist gestaffelt nach den Kosten, die in den jeweiligen Häusern anfallen.

Kommunalaufsicht macht Druck

Die eigenen Vereine hatte die Kommune bisher von Nutzungsgebühren verschont. Ihre Einführung ist kein freiwilliger Akt. Gedrängt wird die Gemeinde von der Kommunalaufsicht. Weil Michendorf Kredite für den Ausbau des Grundschulstandortes aufnehmen will, wacht die Aufsichtsbehörde mit über die Gemeindefinanzen und fordert, eigene Einnahmemöglichkeiten auszuschöpfen. Zu den Auflagen gehört auch eine „Erhöhung des Kostendeckungsgrades in den gemeindeeigenen Einrichtungen“.

„Die Entgelte sind in einer Höhe gewählt, die mich hoffen lassen, dass es für die Vereine zu stemmen ist“, sagte Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU): „Die wertvolle Arbeit des Ehrenamtes soll durch die zusätzlichen Kosten nicht zerstört werden.“ Für Sportvereine, die lange Nutzungszeiten in Turnhallen haben, soll es zu der Regelung noch eine andere Wahlmöglichkeit geben. Alternativ können sie auch pauschal zehn Euro je Vereinsmitglied und Jahr zahlen.

„Es ist das falsche Signal an die Vereine“

Unter den Betroffenen löst die geplante Einführung von Nutzungsgebühren keine Freude aus. „Es ist das falsche Signal an die Vereine, die in den Dörfern das Leben aufrechterhalten und bereichern und die Menschen zusammenbringen“, sagte Bernd Herrmann, Vorsitzender des „Dorfvereins Fresdorf e.V.“. Der Ertrag aus dieser Gebühr sei im Vergleich zu den Kosten lächerlich gering, „aber für die Vereine ist es eine echte Belastung“. Die Gemeinde sieht er in einer Zwickmühle, seine Kritik richtet sich vor allem gegen die Kommunalaufsicht, die den unbezahlbaren Beitrag ignoriere, den ehrenamtlich organisierte Vereine fürs Zusammenleben in den Orten leisten.

Nach Angaben des Bürgermeisters lagen die Betriebskosten für alle sechs Gemeindezentren in den vergangenen beiden Jahren im Schnitt bei 102 300 Euro jährlich. Mit Einführung der jetzt vorgeschlagenen Staffelpreise würde durch die Einnahmen in diesen Einrichtungen ein Kostendeckungsgrad von fünf Prozent erreicht.

Von Jens Steglich

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