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Michendorf Umjubelte Hommage an Herricht und Preil
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Umjubelte Hommage an Herricht und Preil
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00:22 29.08.2018
„Herricht und Preil“ in der Volksbühne Michendorf Quelle: Volksbühne
Michendorf

Dem erfolgreichsten Komikerduo der DDR, Rolf Herricht und Hans-Joachim Preil, eine Hommage zu widmen, war die Idee der Bühnenfreunde Michendorf. Sie überzeugten die Volksbühne von ihrem Projekt und einer der beiden Direktoren, Steffen Löser, übernahm schließlich sogar die Regie für dieses gleichermaßen löbliche wie riskante Unterfangen. Riskant insofern, als Herrichts und Preils Erfolge zu einem Großteil auf der in ihren Rollen angelegten sehr individuellen Typisierungen basieren.

Eine unausgesprochene Erwartungshaltung lastete auf der Premiere

So lastete auf der ausverkauften Premiere am Freitagabend eine unausgesprochene Erwartungshaltung und niemand wusste anfangs zu sagen, ob der proppenvolle Saal dem Umstand geschuldet war, dass das Publikum auf die Wiedergängerqualitäten ihres einstmals so vergötterten Komikerduos hoffte. Überraschender Weise erschienen, als sich der Theatervorhang öffnete, dann aber keine Reanimationen von Herricht und Preil, sondern ein seriöser Herr mit wohltuend sonorer Stimme (Gert Melzer) und neben ihm stand eine dessen Ausführungen kommentierende aufgemotzte Dame mit Hut, gepunktetem Kleid und roter Federboa (Katrin Sasse). Die beiden gaben mit ihren als „Das letzte Wort“ titulierten Redebeiträgen Hinweise zur Wirkungsmechanik von szenischem Humor und erzählten aus der Entstehungsgeschichte der folgenden neun Herricht-und-Preil-Sketche.

Das Duo hatte sich bekanntermaßen mit den von Preil geschriebenen Texten, von 1953 bis zum frühen Tod Herrichts 1981, vor allem durch seine erfrischend unpolitischen Auftritte im Fernsehen der DDR republikweite Popularität erarbeitet. Dabei gab Preil stets den zwischen Verzweiflung und Cholerik tänzelnden Schlauberger, der sich mit dem nur scheinbar naiven Sonderling Herricht wortakrobatische Duelle lieferte.

Gestisch und mimisch den Vorbildern nachgeeifert

Auf der Michendorfer Bühne wurden die in schneller Folge absurde rhetorische Verbiegungen aneinander reihenden Herren Preil (Thorsten Reimann) und Herricht (Mario Schüning) von Darstellern verkörpert, deren optische Erscheinung sich stark von der ihrer Originalfiguren unterschied. Besonders auffällig war das beim weißhaarigen stabil gebauten Schüning, der anfangs gegen die Erinnerung an den gertenschlanken agilen Herricht anspielte. Beide Darsteller kompensierten dieses Manko indem sie insbesonders gestisch und mimisch ihren Vorbildern nacheiferten, so dass präzise Erinnerungen an bekannte Sketche lebendig wurden. Reimann gelang dabei sogar das Kunststück, über weite Strecken die erregte Tonlage von Preil zu imitieren.

Wirkten die ersten Auftritte der Komiker beim Sketch „Das Schachspiel“ etwas sperrig, so steigerten sie sich von Lachern und Beifall bestärkt später fast in einen Spielrausch. Damit schafften sie es, ähnlich entfesselte Lachsalven auszulösen wie es weiland ihren Vorbildern mit Sketchen wie „Der Gartenfreund“ gelang. Als Reimann den begriffsstutzigen Schüning zum Thema Kompost anherrschte: „Jeder Gärtner macht doch in seinen Garten einen Haufen“ und der mit befremdetem Blick, einer Kunstpause und „Tut mir leid für die anderen Gärtner. Mein Garten bleibt sauber!“ antwortete, tobte das Publikum wie anno dazumal. So überraschte nicht, dass der Abend mit einem Beifallsorkan, begleitet von Trampeln und schrillen Pfiffen in kollektiver Begeisterung endete.

Info: Die nächsten Vorstellungen von „Herricht und Preil“ sind am 19. und 20. Oktober sowie am 16. und 17. November. Karten: 033205/26 81 88

Von Lothar Krone

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