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Michendorf Wie Michendorf das Klima schützen will
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Wie Michendorf das Klima schützen will
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20:25 11.09.2018
Auf Michendorfer Gebiet liegt die Autobahn, die mit in die lokale Klimabilanz eingeht. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Michendorf

Um Energieverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß zu senken, will die Gemeinde Michendorf künftig Vorgaben für Neubauten bereits mit in die Bebauungspläne aufnehmen. Denkbar sind zum Beispiel Auflagen für die Art der Wärmeerzeugung und für den Einsatz erneuerbarer Energien wie Solarstrom aus Photovoltaikanlagen. Außerdem soll für Bauherren die Verpflichtung eingeführt werden, eine bestimmte Anzahl von Bäumen je Quadratmeter Baugrundstück zu belassen oder zu pflanzen.

So steht es im Klimaschutzkonzept der Gemeinde, das jüngst von den Gemeindevertretern beschlossen wurde. In dem Papier sind unter anderem auch die Empfehlungen formuliert, Ladesäulen für Elektro-Fahrzeuge an öffentlichen Parkplätzen einzurichten, Kooperationen mit Landwirten und Unternehmen zur Anpflanzung von Feldhecken als Rückzugsort für Insekten und Wildtieren einzugehen und eine jährliche Kampagne „Ein Tag ohne Müll“ einzuführen, um die Bürger zu motivieren, Müll zu vermeiden. Geprüft werden soll zudem, ob für die geplante Erweiterung der Grundschule Michendorf ein Heizkraftwerk mitgebaut werden kann, das mit regionaler Biomasse – zum Beispiel Holzhackschnitzeln – die Wärme- und Stromversorgung des Grundschulcampus übernimmt.

Jährliches Energiesparziel liegt bei 1,1 Prozent

Als Ziele sind im Klimaschutzkonzept unter anderem aufgeführt, in der Gemeinde jährlich 1,1 Prozent Energie einzusparen und den Anteil an erneuerbarer Wärmeerzeugung pro Jahr um zwei Prozent zu steigern. In der Kommune dominieren bei der Wärme- und Energieerzeugung Erdgas (39 Prozent), Heizöl (17 Prozent) und Strom (23,7 Prozent). Der Anteil erneuerbarer Energien liegt bei nur 9,8 Prozent. Sonnenkollektoren sind mit 0,7 Prozent beteiligt. Die Emissionen im Straßenverkehr sollen jährlich um 2,2 Prozent reduziert werden, in dem zum Beispiel die Bedingungen für Fahrradfahrer verbessert werden und das Angebot im Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV).

Grüne kritisieren Konzept als wenig ambitioniert

Scharfe Kritik am Klimaschutzkonzept kommt von den Michendorfer Grünen, die in der Gemeindevertretung dem Werk ihre Zustimmung verweigert hatten. „Das Signal ist ganz klar: Uns ist das zu wenig. Das, was da auf dem Papier steht, ist zu kurz gesprungen“, sagte Grünen-Sprecher Andree Halpap. „Die wichtigsten Aktionsfelder im Gemeindegebiet sind die privaten Haushalte sowie der Individualverkehr und dort insbesondere der Pendlerverkehr zwischen Michendorf und Potsdam und Berlin“, sagte er. Genau dort aber versage das vorliegende Konzept. In einer Mitteilung beklagen die Grünen vor allem, dass zur Verbesserung des ÖPNV mit Bus und Bahn nichts Konkretes im Klimaschutzkonzept stehe. Die Grünen hätten dazu sehr konkrete Vorschläge gemacht. Genannt werden etwa die Forderungen, die Taktzeiten der Buslinien zu verdichten, einen Ortstarif für das Gemeindegebiet einzuführen und die Fahrradmitnahme in Bussen zu verbessern. Halpap nennt das jüngst beschlossene Leitbild der Gemeinde in Sachen Klimaschutz ambitionierter als das Klimaschutzkonzept selbst.

„Das Klimaschutzkonzept ist kein in Beton gegossenes Endprodukt, es kann fortgeschrieben und angepasst werden“, sagte Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) und fügte hinzu: „Schade, dass die Grünen nicht gesagt haben: Es ist ein Anfang, lasst uns daran arbeiten, es noch besser zu machen.“ Halpap dazu: „Wir werden uns nicht verweigern und weiter für ambitionierten Klimaschutz streiten.“

In der Gemeindevertretung hatte Achim Sattler (Bündnis für Michendorf) gefordert, bei den Bestellern von Bus- und Bahnlinien (Kreis und Land) mehr Alarm zu schlagen, um den ÖPNV zu verbessern. Er berichtete von überfüllten Zügen der RE-7-Linie. „Es ist eine Demütigung, Bahn zu fahren“, sagte er. Solange den Leuten kein gutes Angebot gemacht werde, „muss man sich nicht wundern, wenn sie Auto fahren“.

Autobahn geht mit in die Rechnung ein

Michendorf hat das Problem, auf Gemeindegebiet die A 10 zu haben, die in die Klimabilanz der Kommune einfließt. Die Autobahn verhagelt die Bilanz und macht sie schwer vergleichbar.

Die Arcadis GmbH, die das Klimaschutzkonzept erarbeitete, berechnete für Michendorf 12,4 Tonnen pro Kopf energiebedingte Emissionen für 2016, davon entfallen 9,5 Tonnen auf die Autobahn mit ihrem Straßengüter- und Pkw-Verkehr.

Ohne den Anteil des Straßengüterverkehrs auf der Autobahn beträgt nach Angaben des Arcadis-Büros die Pro-Kopf-Emission in 2016 sieben Tonnen. Damit liegt die Gemeinde über Bundesdurchschnitt (5,5 Tonnen).

Von Jens Steglich

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