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Michendorf A10: Weniger Unfälle in der Alptraum-Baustelle
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf A10: Weniger Unfälle in der Alptraum-Baustelle
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00:21 31.01.2019
Anfang Oktober 2018 wurde der erste fertige achtspurige Abschnitt der A 10 freigegeben.   Quelle: Luise Fröhlich
Michendorf

Entspannung in der A10-Dauerbaustelle: Zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam sind in den vergangenen Monaten weniger Unfälle passiert. Grund dafür ist die Freigabe des ersten fertigen achtspurigen Abschnittes Anfang Oktober vergangenen Jahres. Laut Polizeidirektion West ging die Zahl der Unfälle im dritten Quartal 2018 im Verhältnis zum gleichen Zeitraum 2017 um mehr als zehn Prozent zurück, die mit Lkw-Beteiligung sogar um 20 Prozent. Dass die Baustelle jetzt nur noch halb so lang ist, habe die Unfallsituation entspannt, bestätigte Polizeisprecher Daniel Keip auf MAZ-Nachfrage. „Aber auch die konsequente Überwachung der Höchstgeschwindigkeit im Baustellenbereich hat sicher einen Anteil an den rückläufigen Zahlen“, sagte er.

Auch aus Sicht der bundeseigenen Planungsgesellschaft Deges, die die Mammutbaustelle im Auftrag des Landes steuert und begleitet, hat sich die Verkehrssicherheit insgesamt erhöht. Dem schloss sich das Verkehrsministerium des Landes auf Nachfrage an. Vor allem das Dreieck Potsdam bei Ferch sei nach Fertigstellung des ersten, fünf Kilometer langen Abschnittes entlastet worden, sagte Deges-Sprecher Lutz Günther. Mit Baubeginn im Jahr 2016 stieg die Zahl der Unfälle im dritten Quartal von 77 im Vorjahr rasant auf 262 an. Sie erhöhte sich im Jahr 2017 sogar noch weiter auf 349. 1276 waren es insgesamt im Jahr 2017. Damit verging kaum ein Tag ohne Unfall in der Dauerbaustelle, im Schnitt krachte es sogar mehr als dreimal am Tag. Konkrete Zahlen aus dem Jahr 2018 könne die Polizei wegen interner Vorgaben noch nicht veröffentlichen, sagte Daniel Keip. Wenn es in dem Autobahnabschnitt kracht, bleibe es inzwischen überwiegend bei Sachschäden. Anders erging es am Montag einem Mann und einer Frau, die außerhalb des Baustellenbereiches auf dem südlichen Berliner Ring am Dreieck Spreeau in einen Unfall verwickelt waren und leicht verletzt wurden.

Schrittweise Freigabe brachte gewünschtes Ergebnis

Besonders unfallträchtig ist laut Polizei die Baustelleneinfahrt am Dreieck Nuthetal aus Richtung Frankfurt oder Berlin kommend. Oft wird es beim Einfädeln zwischen Autos und Lastern brenzlig. Auch an der Eisenbahnbrücke Michendorf ist das Auffahren aus Richtung Leipzig und Dreieck Werder für viele Autofahrer eine Herausforderung. Die Deges beobachtet ebenfalls, dass Unfälle vor allem beim Spurwechsel sowie beim Ein- und Ausfädeln an den Knotenpunkten passieren. Dort sei die Verkehrsbelastung am höchsten und die Abstände zwischen den Fahrzeugen gering. Das gelte vor allem auch für die Lkw-Fahrer, die oft nicht den nötigen Sicherheitsabstand einhalten, so Deges-Sprecher Lutz Günther.

Auf die schrittweise Freigabe der achtspurigen A10 hatten sich das Land, die Deges und die Baufirma erst im Mai 2017 geeignet – vor allem, um das Unfallrisiko zu senken. Seit Oktober wurden weitere Hürden in der Mammutbaustelle beseitigt: So rollt der gesamte Verkehr zwischen der Raststätte Michendorf und dem Dreieck Nuthetal seit November nicht mehr auf der südlichen, sondern auf der neu gebauten nördlichen Fahrbahn. „Damit konnte die Behelfsbrücke an der Unterführung der L 73 außer Betrieb genommen werden“, erklärte Lutz Günther. Diese hatte Autofahrer irritiert, weil der Eindruck entstand, sie würden auf der rechten Spur bergab fahrend die Autobahn verlassen. „Teils hektische Spurwechsel und mitunter auch Unfälle waren die Folge“, so der Sprecher weiter.

Finanziell und zeitlich weiterhin im Plan

Derzeit wird zwischen der Raststätte Michendorf und dem Dreieck Nuthetal die südliche Fahrbahn in Richtung Ludwigsfelde gebaut. Parallel laufen die Arbeiten an der neuen Eisenbahnbrücke für die Züge, die zum oder vom Bahnhof Seddin kommen. Der zweite achtstreifige Abschnitt zwischen Raststätte Michendorf und dem Dreieck Nuthetal soll Ende dieses Jahres frei gegeben werden. Für Mitte 2020 ist die Fertigstellung des gesamten Projektes geplant. „Die Bauarbeiten liegen zeitlich und finanziell im Plan“, sagte Lutz Günther. 150,7 Millionen Euro kostet der achtstreifige Ausbau der A 10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam.

Mehr als 100.000 Fahrzeuge pro Tag

Täglich verkehren auf der A 10 zwischen dem Dreieck Nuthetal und der Abfahrt Michendorf in beide Richtungen mehr als 100.000 Fahrzeuge, darunter 20 Prozent Lastwagen. Die Prognose für 2025 sieht 117.000 bis 126.000 Kraftfahrzeuge pro Tag vor.

Am Dreieck Nuthetal treffen und teilen sich der Transitverkehr nach Polen und die Pendler, die nach Berlin wollen oder von dort kommen.

Auf der Raststätte Michendorf-Süd sollen neben 160 Lkw-Plätzen 180 weitere für Pkw entstehen.

Von Luise Fröhlich

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