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Potsdam-Mittelmark Michendorfer Theater zeigt Bühnen-Klassiker
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorfer Theater zeigt Bühnen-Klassiker
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11:10 11.05.2016
Proben für die Inszenierung in der Volksbühne Michendorf. Quelle: Promo
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Michendorf

Im Michendorfer Theater kommt ein Klassiker auf die Bühne und der bekannte Autor gleich mit. Zur Premiere des Stücks „Das Fenster zum Flur“ am 20. Mai wird in der Volksbühne in der Potsdamer Straße Horst Pillau erwartet, der das Werk einst mit seinem inzwischen gestorbenen Kollegen Curth Flatow (1920-2011) geschrieben hat. „’Das Fenster zum Flur’ zählt zu den erfolgreichsten Theaterstücken der deutschen Nachkriegsgeschichte und schildert komödiantisch und berührend zugleich das Berliner ’Milljöh’“, sagt Siegfried Patzer, Leiter der Volksbühne in Michendorf. Der Bühnen-Klassiker wurde 1960 im Berliner Hebbeltheater uraufgeführt – mit Inge Meysel und Rudolf Platte in den Hauptrollen. Inge Meysel begründete dabei in einer Paraderolle als resolute Portiersfrau ihren späteren Ruf als „Mutter der Nation“. Bei der Michendorfer Inszenierung des Klassikers führt Franziska Katharina Huhn Regie. Die im früheren Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) geborene Autorin sammelte unter anderem an der Berliner Volksbühne und am Schauspielhaus Chemnitz Theatererfahrungen.

„Das Stück ’Das Fenster zum Flur’ lebt vom Mutterwitz der Protagonistin Anni Wiesner und ihrer überfürsorglichen Liebe zu den Kindern wie ihren Mann und den sich daraus resultierenden Verstrickungen“, heißt es in der Ankündigung zur Premiere am 20. Mai, 19.30 Uhr, in der Michendorfer Volksbühne. Die Rolle der Annie Wiesner, die einst im Hebbeltheater von Inge Meysel gespielt wurde, übernimmt in der Michendorfer Version Regina Schulte am Hülse.

Vorstellungen vom 20. Mai bis 9. Juli

In der Michendorfer Inszenierung des Berliner Volksstücks „Das Fenster zum Flur“ spielen Bettina Brezinski, Fiona-Maria Karagiannidou, Bernd Raucamp, Regina Schulte am Hülse, Gianni von Weitershausen und Sebastian Witt mit.

Nach der Premiere in der Volksbühne Michendorf am 20. Mai, 19.30 Uhr, sind 14 weitere Aufführungen geplant: So am 21., 22., 27., 28. und 29. Mai, am 10., 12., 17., 18., 19., 25. und 26. Juni sowie am 8. und 9. Juli.

Karten gibt es im Vorverkauf unter Tel. 033205/26 81 88 in der Michendorfer Postfiliale, Potsdamer Straße 37.

Infos: www.volksbuehnemichendorf.de

Horst Pillau, der mit Stücken wie „Das Fenster zum Flur“ und „Der Kaiser vom Alexanderplatz“ Boulevardtheatergeschichte schrieb, hatte sich selbst telefonisch in Michendorf gemeldet und gefragt, ob er sich die Aufführung ansehen kann. Er erkundigte sich auch, wie die Proben laufen und was das für ein Theater ist – die Volksbühne in Michendorf. Für ihn sind nun zwei Karten reserviert. „Wir freuen uns, dass er kommt“, sagte Theaterleiter Siegfried Patzer und fügte hinzu: „Wir sind aber auch ein bisschen nervös.“ Regisseurin Franziska Katharina Huhn hat die Handlung in ihrer Inszenierung in die Gegenwart geholt. „Wir hoffen, dass er sich mit der heutigen Bearbeitung des Stücks anfreunden kann“, sagte Patzer.

Horst Pillau, der 1932 in Wien geboren wurde und seit dem zweiten Lebensjahr Berliner ist, schrieb auch zahlreiche Drehbücher fürs Fernsehen – etwa für die Serien „Die Wilsheimer“ und „Salto Mortale“. Er schuf zudem die Drehbuchadaptionen von Theodor Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ und Simmels „Es muss nicht immer Kaviar sein“. Für die Fernsehshow Dalli Dalli schrieb und inszenierte Pillau kurze Theaterstücke, bei denen Show-Kandidaten versteckte Fehler herausfinden sollten. Mit dem legendären Quizmaster der Sendung, Hans Rosenthal, war er befreundet. Beide kannten sich seit 1948, als sie zum West-Berliner Sender Rias, dem Rundfunk im amerikanischen Sektor, kamen.

Von Jens Steglich

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