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Mieter vegetieren in völlig maroden Häusern

Wohnskandal in Sputendorf Mieter vegetieren in völlig maroden Häusern

Mieter gemeindeeigener Mehrfamilienhäuser im Stahnsdorfer Ortsteil Sputendorf beklagen unzumutbare Verhältnisse. Weil Bürgermeister Bernd Albers und die Gemeinde nicht reagieren, gehen sie an die Öffentlichkeit. Was die MAZ vor Ort zu sehen bekam, ist erschütternd. Doch der Bürgermeister will abwarten.

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Fällt den Mietern bald die Decke auf den Kopf? Diesen Zustand fand der MAZ-Reporter in den kommunalen Häusern vor.

Quelle: Helwig

Sputendorf. Das Dach ist undicht. Die Dachabflüsse funktionieren nicht. Auf dem Dachboden fällt der Putz von der Decke. An Zimmerwänden zeigen sich Schimmelflecken. Mit dieser „Wohnqualität“ leben Anwohner in den Mietshäusern am Ernst-Thälmann-Platz in Sputendorf seit Jahrzehnten. Vor der Wende mangelte es am Material, nach der Wende bislang wohl am Geld, um die Wohnungen sanieren zu können, sagen die Mieter. Das einstige Gut Sputendorf und später die Kommunale Wohnungsverwaltung (KWV) hätten nur notwendigste Reparaturen ausführen lassen. So ist es geblieben. Inzwischen gehören die Wohnungen der Gemeinde Stahnsdorf.

Wenn das Wohnen vegetieren bedeutet

„Wir wohnen nicht, wir vegetieren“, meint Rainer Boost verbittert. Der 50-Jährige ist handwerklich erfahren und würde kleinere Reparaturen, die nicht zwingend einer Fachfirma bedürfen, selbst ausführen. Das wurde ihm untersagt. In den Mietverträgen – meist noch aus DDR-Zeit – werden die Mieter angehalten, ihre Wohnungen in Ordnung zu halten. Doch der Vermieter selbst halte sich nicht daran, sagen sie. Die Ruine eines früheren Stalles auf dem Hof ist trotz des Bauzaunes ein Abenteuerplatz für die Kinder. Sie steht unter Denkmalschutz.

 In Sputendorf schimmelt es in den Bädern

In Sputendorf schimmelt es in den Bädern.

Quelle: Helwig

Der Stall sei einsturzgefährdet, die Bausubstanz aber relativ solide. Die Anwohner wollten ihn für sich ausbauen, berichtet Sputendorfs Ortsvorsteher Rolf-Denis Kupsch („Wir Vier“). Das hat die Gemeinde allerdings bislang abgelehnt. Kupsch hat der Gemeinde vorgeschlagen, kommunale Einfamilienhäuser, für die es keine Nachmieter gibt, zu verkaufen und den Erlös in die Sanierung der maroden Mietwohnungen zu stecken. Ein Haus in der Eichenallee stehe seit längerem leer. Andererseits kann Kupsch nicht verstehen, warum in einem voll sanierten Mehrfamilienhaus in der Wilhelm-Pieck-Straße nur eine Familie wohnt. Er habe mehrfach junge Familien, die nach Wohnraum bei ihm anfragten, zur Gemeinde geschickt.

 Überall Schimmelflecken

Überall Schimmelflecken. Die Bewohner sind verzweifelt, doch die Gemeinde Stahnsdorf reagiert nicht.

Quelle: HH

Bürgermeister sieht keinen akuten Handlungsbedarf

Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) verweist auf eine Untersuchung aller kommunalen Liegenschaften, deren Ergebnisse jetzt vorlägen. Man müsse sich erst „die Karten legen, was gemacht werden soll“. Er will „nicht einzeln vorgehen“, sondern eine Gesamtlösung für die Sanierungsfälle erarbeiten. Noch vor der Sommerpause sollen die Bestandsaufnahme ausgewertet und Schlussfolgerungen gezogen werden. Die Wohnungen in Sputendorf hat sich Albers nicht angesehen.

Rainer Boost wollte mit Anwohnern den alten Stall zum Treffpunkt ausbauen –  das wurde abgelehnt

Rainer Boost wollte mit Anwohnern den alten Stall zum Treffpunkt ausbauen – das wurde abgelehnt.  

Quelle: Heinz Helwig

Von Heinz Helwig

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