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Mieterhöhung noch vor dem Einzug

Kostenexplosion bei Sanierung eines Treuenbrietzener Hauses Mieterhöhung noch vor dem Einzug

Deutlich teurer als geplant wird die Sanierung des Mietshauses an der Bismarkstraße 51 in Treuenbrietzen. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft lässt dort neun Mietwohnungen entstehen. Statt bislang mit mehr als 1,1 Millionen Euro rechnet die Wobau jetzt mit satten Mehrkosten von 282.000 Euro. Entsprechend sollen die Mieten steigen.

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Deutlich teurer wird die Sanierung der Treuenbrietzener Bismarkstraße 51.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Noch bevor sie ihr neues Domizil erstmals beziehen, müssen die künftigen Mieter des kommunalen Wohnhauses an der Bismarkstraße 51 in Treuenbrietzen eine deutliche Mieterhöhung hinnehmen. Bislang waren für die neun seniorenfreundlichen Quartiere sechs Euro Kaltmiete pro Quadratmeter kalkuliert. Nun sollen 7,50 Euro fällig werden. Hintergrund sind drastisch gestiegene Baukosten für das Projekt der Treuenbrietzener Wohnungsbaugesellschaft mbH (Wobau).

Kredit in Höhe von 150.000 Euro

Wie Geschäftsführerin Petra Heinrich in der jüngsten Sitzung vor Stadtverordneten erklärte, müssen für das bislang inklusive Grunderwerb mit Ausgaben von mehr als 1,1 Millionen Euro kalkulierte Projekt nun Mehrkosten von 282.000 Euro aufgebracht werden. Dafür will die Wobau einen weiteren Kredit in Höhe von 150.000 Euro aufnehmen. Aufgewendet hatte die Gesellschaft für das Projekt bereits 677.000 Euro Eigenmittel und für 435.000 Euro einen zinsgünstigen Kredit aufgenommen.

Seit Jahren schwarze Zahlen

Seit Gründung im Jahr 1991 schreibt die kommunale Treuenbrietzener Wohnungsbaugesellschaft mbH (Wobau) schwarze Zahlen.

Einziger Gesellschafter der von Petra Heinrich geführten GmbH ist die Stadt. Den fünfköpfigen Aufsichtsrat bilden Vertreter der Stadt und berufene Bürger.

Verwaltet werden von der Wobau aktuell 403 Wohnungen in Treuenbrietzen sowie in Bad Belzig, Niemegk, Linthe, Brück und Altes Lager. 134 dieser Quartiere gehören nicht der Wobau, sondern privaten Eigentümern.

Im Bestand sind zudem sieben Gewerbeimmobilien sowie 240 Garagen und Pachtobjekte. Th. W.

Die 19 Abgeordneten billigten die erneute Kreditaufnahme nun bei einer Gegenstimme. „Mir fehlen die Worte bei 20 Prozent Mehrkosten“, sagte Frank Ernicke. Der SPD-Abgeordnete sieht die Verantwortung auch beim beauftragten Architekturbüro. Mit diesem will Petra Heinrich nun verhandeln. Immerhin stehen den Planern laut Honorarordnung mit der nun gestiegene Bausumme höhere Bezüge zu. Die übrigen 132.000 Euro der Mehrkosten sollen aus Rücklagen des Unternehmens gedeckt werden. „Für uns entsteht damit kein Finanzproblem, das Projekt trägt sich weiterhin selbst“, versicherte Petra Heinrich. Auch habe der Aufsichtsrat den Nachschlag gebilligt. Die Wobau als einzige kommunale Firma schreibt seit Jahren schwarze Zahlen. „Alle neuen Quartiere sind bereits vermietet“, sagte Petra Heinrich. Der Bedarf für seniorenfreundliche moderne Wohnungen sei in der Stadt riesig. „Wir könnten nochmals so ein Objekt problemlos vermieten“, sagte die Wobau-Chefin.

Die Tücken steckten in den Balken

Zur Kostenexplosion sei es gekommen, weil bei der Sanierung des um einen Neubautrakt ergänzten Altbaus stärkere Schäden aufgedeckt worden seien, als es zunächst den Anschein hatte. „Zu schaffen gemacht haben uns vor allem die Balken in Decken“, so Heinrich. „Während die Köpfe noch gut aussahen, war das Holz in der Deckkonstruktion stark marode“, erklärte Heinrich. Auch der Dachstuhl sei nun fast komplett erneuert worden. Zudem gelten durch Verzögerungen am Bau inzwischen verschärfte Auflagen zum Brandschutz, erklärte Petra Heinrich. „Zusätzliche Wände und Türen wurden damit nötig“, so die Geschäftsführerin. Die meisten der neun modernen Wohnungen sollen nun Anfang September bezogen werden können.

Von Thomas Wachs

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