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Potsdam-Mittelmark Bauern in Sorge: Milch ist wieder weniger wert
Lokales Potsdam-Mittelmark Bauern in Sorge: Milch ist wieder weniger wert
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14:36 09.02.2018
2016 war ein schwarzes Jahr für die Milchbauern. Auch für die nahe Zukunft sieht es wieder einmal nicht gut aus. Quelle: Peter Geisler
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Rogäsen

Satte Wiesen, weites Grünland. Seit Generationen wird im Fiener Bruch mit der Milch Geld verdient. Einfach ist das nicht. Die Preise fahren Achterbahn. Nach einem langen Tal der Tränen in 2016 und einer spürbaren Markterholung im vergangenen Jahr, droht den Produzenten tief im Westen Brandenburgs der nächste Nackenschlag. So stellt sich die Agrargenossenschaft Fiener Bruch in Rogäsen auf Mindereinnahmen von knapp zehn Prozent ein.

„Um diese Größenordnung ist der von der Molkerei gezahlte Abschlag für den Montag Januar gefallen“, berichtet Vorsitzender Rainhard Schlieper. Ein endgültiges Fazit über die Wucht des Preisrückgangs lässt sich erst nach Eingang der Restzahlung in der kommenden Woche ziehen. Doch am Ende werden es wohl statt bisher 36 nur noch 33 Cent für den Liter Milch sein.

Auch die Agrargenossenschaft Wusterwitz leidet unter dem Abwärtstrend. Vorsitzender Jürgen Engel hat schon etliche Höhen und Tiefen bei der Milch miterlebt. Doch drei Cent weniger von einem Monat auf den anderen war noch nicht dabei. „Wenn es bei diesem extremen Sprung bleibt, kriegen wir alle ein Problem“, befürchtet Engel. Ohne Not würde der Einzelhandel Milchprodukte verscherbeln, um Kunden anzulocken, moniert der Agrar-Chef.

Herbstmorgen im Fiener Bruch. Die Niederungslandschaft ist seit vielen Generationen ein Platz für die Milchviehhaltung. Quelle: Holger Schlimm

„Wir fallen nach unten“, sorgt sich auch Elard von Gottberg von der Fiener Agrargenossenschaft Ziesar. Erst 2016 hat sein Betrieb in einen neuen Melkstand investiert. Seit Jahresbeginn ist der Vorstandsvorsitzende auch Vorsitzender der Milcherzeugergemeinschaft Brandenburg-Havel, ein Ehrenamt, dass er von seinem Vorgänger Gerhard Ullrich aus Brielow übernahm. In Brielow wurden die Milchkühe bereits abgeschafft.

Von Gottberg hofft, dass der neuerliche Einbruch nicht so schlimm wie 2016 wird, als die Erzeugerpreise deutlich in den existenzbedrohenden Bereich unter 30 Cent rutschten. Die Erzeugergemeinschaft bündelt die Interessen von Betrieben rund um Brandenburg, die jährlich rund 30 Millionen Liter Milch auf den Markt bringen.

Zu den Abnehmern Westbrandenburger Milch gehören Molkereiunternehmen wie die Berliner Milcheinfuhr-Gesellschaft (BMG). Diese hat ihre Lieferanten in einem Schreiben vorgewarnt. Danach ist unverändert zuviel Milch auf dem Markt. „Einige Molkereien nehmen ihre Milchpreise für den Monat Januar schon drastisch zurück. Tendenz weiter sinkend. Die Herausforderungen im Jahr 2018 könnten ähnlich wie 2016 sein“, prophezeit die BMG ihren Vertragspartnern.

Erst 2015 war nach 31 Jahren die Milchquote von der EU abgeschafft worden. War die Zeit mit Quote bessert? Agrar-Chef Reinhard Schlieper aus Rogäsen ist hin- und hergerissen: „Preistiefs gab es auch mit Quote. Doch die Ausschläge sind mit dem freien Spiel der Kräfte extrem geworden.“ Die Milch aufzugeben kommt für ihn nicht in Frage. Wo sonst, wenn nicht im grünen Fiener Bruch, sollte ein wertvolles Lebensmittel seinen Anfang nehmen?

Von Frank Bürstenbinder

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