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Wald bleibt ohne besonderen Schutz

Stahnsdorf Wald bleibt ohne besonderen Schutz

Das Infrastrukturministerium in Brandenburg hat den Antrag der Gemeinde Stahnsdorf auf Anerkennung von sechs Waldgebieten als Schutzwald abgelehnt. Stahnsdorf habe die Notwendigkeit des Sonderstatus nicht ausreichend begründen können, sagt das Ministerium. Die Gemeinde hat gegen die Entscheidung der Landesbehörde Klage erhoben.

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Einen besonderen Schutzstatus für den Wald an der L 40neu bei Kienwerder lehnt das Infrastrukturministerium ab.

Quelle: Archiv/O. Möldner

Stahnsdorf. Das brandenburgische Infrastrukturministerium lehnt es ab, sechs Waldstücke zwischen Wohnsiedlungen an der Potsdamer Allee in Stahnsdorf beziehungsweise an der neuen Landesstraße nach Berlin-Schönefeld nahe der Güterfelder Siedlung Kienwerder unter einen besonderen Schutz zu stellen. Den Schutzantrag hatte die Stahnsdorfer Verwaltung im Dezember 2014 auf Beschluss der Gemeindevertretung gestellt Der Vorschlag kam von den Stahnsdorfer Bündnisgrünen. Sie wollen die Anwohner der genannten Straßen besser vor der Verkehrsbelastung und vor der Feinstaubimmission schützen. Die Gemeinde hat Klage gegen die Entscheidung des Landes erhoben.

Stahnsdorf habe nicht nachweisen können, warum die benannten sechs Gebiete nach dem Waldgesetz als Schutz gegen die Verkehrsbelastung besonders geschützt werden sollten, sagt das Ministerium. Auch die zur Begründung angeführten „mehreren zehntausend Fahrzeuge“ auf der Potsdamer Allee und der L 40neu seien nicht beweiskräftig belegt worden. Beim Bau der Straße seien auf beiden Seiten Lärmschutzwände und an einer anderen Stelle ein direkt vorgelagerter Lärmschutzwall errichtet worden, erinnert die Behörde. Eine weitere schalldämmende Wirkung könne durch ein angrenzendes Waldstück nicht erreicht werden, behauptet sie.

Nach Prüfung aller Sachverhalte kommt das Ministerium zu dem Ergebnis, dass die beantragten Waldgebiete aufgrund ihrer festgestellten Merkmale nicht geeignet sind, als Schutzwald die angestrebten Ziele zu garantieren und dass andererseits ein besonderer Schutz für diese Flächen auch nicht notwendig ist. Ein Lärm- beziehungsweise Immissionsschutz ließe sich auch mit einer ordnungsgemäßen forstlichen Bewirtschaftung des Waldes nach dem brandenburgischen Landeswaldgesetz erreichen.

Das Land empfiehlt der Gemeinde Stahnsdorf, in Absprache mit den jeweiligen Waldeigentümern ein gemeinsames Konzept zur Bewirtschaftung des Waldes und zu seiner Gestaltung zu erarbeiten. Das bestehende Waldbild dabei zu konservieren, sei allerdings nach dem Waldgesetz weder möglich, noch hilfreich. Die Gemeinde verfüge über ausreichend eigene Planungsinstrumente, um über Vereinbarungen mit den anderen Eigentümern den Wald zu erhalten und zu gestalten.

Dicht geschlossene, tiefe und mit Mischwald bepflanzte Flächen

Als Schutzwald wird ein Wald anerkannt, wenn die zu schützenden Objekte im Wirkungsbereich einer Lärmquelle liegen und der Freiraum zwischen der Verkehrsstraße und dem Wald höchstens 50 Meter betragen.

Ein wirkungsvoller Lärmschutz setzt eine dicht geschlossene, ausreichend tiefe und überwiegend mit gemischten Nadel- und Laubbäumen bepflanzte Waldfläche voraus.

Einem Teil der Flächen hatte das Ministerium bereits 2013 den besonderen Schutzstatus versagt.

 

Von Heinz Helwig

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