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Potsdam-Mittelmark „Mir fehlte hier der geistige Input“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Mir fehlte hier der geistige Input“
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06:10 18.03.2016
Siegfried Frenzel in der Fläming-Bibliothek, Ort des Theologischen Salons. Quelle: Johanna Uminski
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Rädigke

Der Theologische Salon in Rädigke erfreut sich seit neun Jahren größter Beliebtheit. Ein Mal im Monat zieht diese besondere kulturelle Veranstaltung Besucher in die Bibliothek des Gasthofes Moritz an. Neben religiösen Themen stehen auch historische, literarische und philosophische auf dem Plan. Die Gäste kommen nicht nur aus Rädigke, sondern auch aus Orten wie Treuenbrietzen, Bad Belzig, Brück, Brandenburg und Berlin. Mitinitiator und Diplom-Theologe Siegfried Frenzel erzählt von dem besonderen Erfolg dieser Veranstaltungsreihe und über die Anfänge des Theologischen Salons.

Warum wurde der Theologische Salon ins Leben gerufen?

Siegfried Frenzel: Mir fehlte hier auf dem Dorf die intellektuelle Auseinandersetzung, der geistige Input, wo man neue Sachen hört oder über andere Dinge vertiefter nachdenkt. Das war der Anfangspunkt. Die Bibliothek ist ein wunderbarer Raum. Dort kamen Pfarrer Matthias Stephan und ich auf die Idee des theologischen Salons. In dem ersten Jahr haben wir das beide alleine bestritten. Angefangen haben wir mit Friedrich Nietzsche. Im November 2007 hatten wir Dr. Gerhard Begrich aus Berlin bei uns zu Gast. Ab dem zweiten Jahr haben wir angefangen Referenten zu suchen, um etwas Abwechslung reinzubringen.

Wer ist Dr. Gerhard Begrich?

Frenzel: Er war Studienleiter in Drübeck am Pastoralkolleg und kommt aus Berlin. Ich habe ihn 1989 an der Humboldt-Universität in Berlin kennengelernt, da war er mein Dozent. Er hat Theologie, Orientalistik und Ägyptologie studiert und ist im Ruhestand.

Wie viele Besucher kommen zum Theologischen Salon?

Frenzel: Im Schnitt kommen 10 bis 30 Gäste zum Theologischen Salon. Am letzten Freitag waren sogar 86. Das war so brechend voll, das haben wir noch nie erlebt. Das Thema war „100 Jahr Dada“. Das kann man nicht beschreiben, da hätte man dabei gewesen sein müssen. Es war großartig.

Die nächsten Termine

Siegfried Frenzel ist diplomierter Theologe und hat 16 Jahre in Berlin gewohnt. Ursprünglich kommt er aus der Nähe von Zerbst.

Seit 2001 lebt Siegfried Frenzel mit seiner Familie in Rädigke. Seit acht Jahren arbeitet er auch als Klinik- und Altenseelsorger. Der Rädigker ist 51 Jahre alt, verheiratet und hat einen 20-jährigen Sohn, der in Leipzig wohnt.

Nächste Termine des Theologioschen Salons: Am heutigen Freitag geht es um Koran-Interpretation durch die Salafisten und den IS. Am 22. April heißt es „Die Bibel als übersetztes Buch“. Der Salon am 10. Juni dreht sich um das Leben und Werk des Künstlers, Fotografs und Schriftstellers Erwin Blumfeld.

Weiter geht es am 30. September, 28. Oktober und 25. November. Hier ist das Thema: Zum 500. Todestag von Hieronymus Bosch.

Der Salon öffnet an den jeweiligen Tagen um 19.30 Uhr.

Woher kommt der Erfolg?

Frenzel: Ich denke, dass da zwei Dinge mit reinspielen. Es ist zum einen die Atmosphäre in diesem Raum. Zum andern sind es die Themen. Besucher bekommen hier Informationen, die sie in der Form woanders nicht bekommen. Das sind Themen, über die man neu nachdenkt.

Welche Rückmeldung bekommen Sie von den Besuchern?

Frenzel: Was ich immer höre, ist er Standardsatz: Das war heute wieder unheimlich interessant. Manche Sachen hat man vielleicht schon einmal gehört, aber nicht in diesem Zusammenhang. Und das ist auch für mich immer wieder spannend, überraschend und interessant.

Woher kommen die Themen für den Theologischen Salon?

Frenzel: Pfarrer Matthias Stephan und ich überlegen immer am Ende des Jahres was wir im kommenden Jahr machen können. Vielleicht gibt es Jubiläen wie 2017, da ist Lutherjahr. Dann setzen wir uns beide zusammen und schauen, wen wir als Referenten einladen könnten.

Wie werden der theologische Salon und seine Gastreferenten finanziert?

Frenzel: Wir sind sehr dankbar, dass wir die Bibliothek kostenfrei benutzen dürfen. Da wir das als Veranstaltung der Kirchengemeinde durchführen, können wir die Fahrtkosten der Referenten über die Kirchgemeinde mitfinanzieren.

Von Johanna Uminski

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