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Potsdam-Mittelmark Missbrauchsvorwurf gegen Erzieher abgewiesen
Lokales Potsdam-Mittelmark Missbrauchsvorwurf gegen Erzieher abgewiesen
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02:15 20.05.2017
Im Treuenbrietzener Kindergarten „Spielkiste“ soll nach juristisch unhaltbaren Missbrauchsvorwürfen jetzt wieder Ruhe einkehren. Quelle: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

Die Missbrauchsvorwürfe, die zu Jahresbeginn gegen einen Erzieher der Treuenbrietzener Kindertagesstätte „Spielkiste“ erhoben wurden, sind unhaltbar. Sie ziehen keine juristische Untersuchung nach sich. Nach einer Anzeige von Eltern hat es die Staatsanwaltschaft Potsdam jetzt abgelehnt, ein Ermittlungsverfahren dazu aufzunehmen. „Der uns vorliegende Anzeigengrund erfüllt nicht die Definition einer sexuellen Handlung laut Strafgesetzbuch“, sagt Behördensprecher Christoph Lange der MAZ. „Wir sehen keinen Anlass für Recherchen.“

Die Rede war damals bei den Vorwürfen davon, dass nackte Babys beim Wickeln durch ihren Erzieher gekrabbelt und auf den Bauch geküsst worden sein sollen. Eine Kollegin hatte die betreffenden Eltern informiert. Diese erstatteten Anzeige bei der Polizei.

Beurlaubung war nicht zulässig

Die Stadtverwaltung als Kita-Trägerin hatte im Januar sofort reagiert. Gesprächsrunden und eine Elternversammlung folgten. Gegen eine für den Erzieher zunächst verhängte Beurlaubung lief ein Rechtsstreit. Die Folge: Die Kommune musste die Beurlaubung – wegen der Unschuldsvermutung – umgehend wieder aufheben. Allerdings erwuchs aus der gesamten Situation eine psychische Belastung für den Erzieher, der sich am Anfang seiner beruflichen Laufbahn befindet. Der junge Mann nutzt weiterhin juristischen Beistand.

Aktuell hat ihn die Stadtverwaltung eingesetzt, um in Räumen der IKTB an der Grundschule eine zusätzliche Kindergartengruppe aufzubauen. „Sie soll ab Juni dazu beitragen, den akuten Mangel an Betreuungsplätzen bis zu unseren Bauprojekten in drei Kitas abzumildern“, sagt Bürgermeister Michael Knape (parteilos).

Verhaltenskodex ist noch in Arbeit

In Treuenbrietzen laufen nach den Missbrauchsvorwürfen vom Januar diverse Projekte. Mit dem Jugendamt des Kreises gibt es Teambildungsprojekte mit Supervision für Erzieher sowie eine vom Kreis finanzierte externe Beratung.

Deren Ziel ist ein – besonders vom Personal gewünschter – Verhaltenskodex. So soll den verunsicherten Mitarbeitern Handlungssicherheit gegeben werden.

Im gesamten Landkreis wird der Ausbau eines Netzwerkes zum Kinderschutz vorangetrieben. Geschulte Mitarbeiter sollen jetzt in jeder der rund 135 Einrichtungen Potsdam-Mittelmarks Erzieher speziell dazu qualifizieren.

In Treuenbrietzen gibt es diese Funktion der Ansprechpartner bisher in zwei der vier kommunalen Kindertagesstätten.

Nadja Körner sieht nach wir vor eine Verunsicherung im Umfeld des Kindergartens nach den Vorwürfen. Die Mutter und Vorsitzende des Kita-Fördervereins fordert eine „transparente und offene Kommunikation jetzt auch zu dem Ergebnis der Staatsanwaltschaft“ seitens der Stadt als Kita-Träger.

Verunsicherung hält weiter an

„Wir müssen verhindern, dass der Erzieher persönlich beschädigt wird und der Ruf des Kindergartens und aller Erzieher dort leidet“, sagt Nadja Körner. Sie erhofft sich den Einsatz weiterer männlicher Erzieher in Tagesstätten. „Kinder brauchen männliche Bezugspersonen und Vorbilder auch in der Kita“, glaubt die Mutter. Doch gebe es auch Forderungen von Eltern, „die gar keine Männer im Erzieherbereich haben wollen“, sagt der Bürgermeister. „Das jedoch ist eine gesellschaftlich Debatte, die nicht nur hier in Treuenbrietzen geführt werden muss“, so Knape am Mittwoch. „Vorerst laufen unsere Schritte, die wir im Januar eingeleitet haben weiter.“

Die Stadt nahm die Situation zu Jahresbeginn zunächst zum Anlass für eine Festlegung dafür, welche Mitarbeiter im Kleinkindbereich tätig sein dürfen. Unterstützt von Gremien der Kinderbetreuung auf Ebene des Landes und des Kreises, läuft die Arbeit an einem Verhaltenskodex für Kitapersonal aktuell noch. Daran sind externe Experten sowie Erzieher aus allen kommunalen Tagesstätten beteiligt.

Über das Ergebnis der Staatsanwaltschaft Potsdam soll laut Knape in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung informiert und der Kindergarten unterrichtet werden. „Sollte es dort den Wunsch geben, würden wir nochmals eine Elternversammlung organisieren.“

Von Thomas Wachs

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