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„Mission Energiesparen“ erfolgreich beendet

Wilhelmshorst „Mission Energiesparen“ erfolgreich beendet

Baut das Modell eures Traumhauses, das möglichst wenig Energie verbraucht und sie selbst produziert – so die Aufgabe für die Finalisten des Schülerwettbewerbs „Mission Energiesparen“. Achtklässler aus der Grund- und Oberschule Wilhelmshorst gewannen mit ihrer Idee eines Hausbootes, das die Strömung des Wasser zur Stromproduktion nutzt.

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Das energiesparende Hausboot der Achtklässler aus Wilhelmshorst hat die Jury durch die Nutzung von Wasserkraft überzeugt.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Das Traumhaus von Fionn, Jannik, Kevin und Emma kann schwimmen und versorgt sich fast komplett autark mit Energie. Was dieser Fachbegriff bedeutet, haben die vier Schüler und ihre 23 Klassenkameraden von der Grund- und Oberschule Wilhelmshorst nicht stur im Physikunterricht auswendig gelernt. Das Modell des Hauses, das unabhängig vom städtischen Netz ist und sich selbst mit Strom und Wärme versorgt, haben sie allein entworfen und gebaut.

Wind- und Solarenergie erzeugt die „Maison Rivière“, so der Name des Hausbootes, aber auch die Energie der Strömung des Wassers, in dem es liegt, wird genutzt. Denn in ihr Traumhaus-Modell haben die Achtklässler clevere Details eingebaut, die die Expertenjury aus Pädagogen, Journalisten, einem unabhängigen Energieberater und Vertretern des Wettbewerbsveranstalters Energie Mark Brandenburg GmbH (EMB) am Mittwoch überzeugten.

Als Energie-Detektive im Rathaus unterwegs

Vor dem großen Finale der „Mission Energiesparen“, die bereits zum siebten Mal stattfand, lagen die Wilhelmshorster noch auf Platz 2. Sechs der 23 teilnehmenden Klassen aus Westbrandenburg vom Fläming bis in die Ostprignitz hatten sich qualifiziert. Neun Punkte brachten die Oberschüler als Energie-Detektive vom Zuhause-Check und dem Kommunen-Check mit nach Potsdam.

Auch die 8a der Grund- und Oberschule Wilhelmshorst machten mit ihrer „Villa Kunterbraun“ bei der „Mission Energiesparen“ mit

Auch die 8a der Grund- und Oberschule Wilhelmshorst machten mit ihrer „Villa Kunterbraun“ bei der „Mission Energiesparen“ mit.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Im Januar hatten sie im Michendorfer Rathaus Positives wie auch Negatives in Sachen Energieverbrauch entdeckt. Besonders die Temperatur in den Räumen stimme oft nicht, bemängelten die Nachwuchs-Energieexperten. „Die Fenster sind alt und deshalb an den Rändern nicht luftdicht“, berichtete Schüler Fionn Pötzsch, „aber auf Stufe Sechs stand die Heizung in keinem Raum.“ Auch dass im Rathaus nur so viel Wasser erwärmt wird, wie tatsächlich benötigt, vermerkten die Energie-Detektive positiv.

Am 6. März erhielten alle Achtklässler schließlich die finale Aufgabe. Bis Ostern hatten sie Zeit, ihr persönliches Traumhaus zu bauen – energiesparend und im besten Fall auch -produzierend sollte es sein. Als Tabellenführer reiste die Gorki-Gesamtschule Kleinmachnow an. Nur einen Punkt Vorsprung hatten sie bis dato auf die Wilhelmshorster und präsentierten der Jury ebenfalls ein ausgetüfteltes Traumhaus. Trotz Algenkraftwerk auf dem Dach und einer Art Windräder, die auch Solarenergie nutzen, reichte es für sie nicht zum Sieg bei der „Mission Energiesparen“.

Die Achtklässler des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums Stahnsdorf wurden mit ihrem Energiespar-Traumhaus Zweiter

Die Achtklässler des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums Stahnsdorf wurden mit ihrem Energiespar-Traumhaus Zweiter.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Den ergatterte am Ende die 8b aus Wilhelmshorst mit ihrem Hausboot. „Dass mit dem Wasser die Region einbezogen und durch Wasserturbinen als Energie nutzbar gemacht wurde, hat uns besonders gut gefallen“, sagte Jurymitglied und EMB-Marketingchef Jochen-Christian Werner über die einzigartige Idee der Achtklässler.

Vorführung der Solaranlage vor den Augen der Jury

Sie hatten nicht nur mit einem Video bewiesen, dass das Traumhaus tatsächlich schwimmen kann. Die Auchtklässler führten auch vor, dass die Solarenergieanlagen auf dem Haus funktionieren. Mit einer Miniaturversion der Anlage, die sie zuvor bei Sonnenschein aufgeladen hatten, ließen sie im abgedunkelten Saal ihr Traumhaus leuchten.

Lob gab es auch vom Staatssekretär des Brandenburgischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, Thomas Drescher. „Die Modelle und die Ideen hätten auch von Architekturstudenten stammen können“, sagte er. Die Jugendlichen hätten eindrucksvoll gezeigt, dass sie „ sich ernsthaft mit der Zukunft auseinandersetzen können.“

Viermal Potsdam-Mittelmark unter den Top 6

Den 1. Platz und 3000 Euro für die Schul- und Klassenkasse hat die 8b der Grund- und Oberschule Wilhelmshorst gewonnen.

Auf dem 2. Platz (1500 Euro) landete das Vicco-von-Bülow-Gymnasium Stahnsdorf, das die Fußbodenheizung im Haus und den Pool im Garten aus Erd- und Solarwärme speist.

Drittplatzierter (1000 Euro) wurde das Gymnasium Wittstock. Ihr Traumhaus nutzt Öl als Speicher für selbstproduzierten Strom.

Den 4. Platz (je 500 Euro) teilen sich drei Klassen: die Maxim-Gorki-Gesamtschule Kleinmachnow nutzt ein Algenkraftwerk auf dem Dach und eine Eisheizung im Garten. Die 8a der Grund- und Oberschule Wilhelmshorst integrierte die Solarzellen in die Fenster des Hauses. Das Strittmatter-Gymnasium Gransee errichtete ein energiesparendes Haus in Jurteform aus Lehm.

Von Victoria Barnack

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