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Mit 400.000 Litern gegen die Flammen

Forstfläche bei Rädige hat wieder gebrannt Mit 400.000 Litern gegen die Flammen

Mit einem Großaufgebot von zwölf Feuerwehren, knapp 100 Einsatzkräften und diversen Löschfahrzeugen musste am Mittwochabend und in der folgenden Nacht erneut ein Brand auf der Aufforstungsfläche bei Rädigke bekämpft werden.

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Die Feuerwehr sorgte für Wassernachschub, den sie direkt aus der Plane holten

Quelle: Gunnar Neubert

RÄDIGKE. Das etwa einen Hektar große Areal war schon sechs Tage zuvor teilweise den Flammen zum Opfer gefallen. Diesmal loderten sie nicht allein auf der Fläche von Franz Clemens Hoff. Sondern das Feuer breitete sich am Boden auf etwa zwei Hektar Landeswald aus.

"Wir brauchen Wasser, Wasser und noch mal Wasser", sagte die Leiterin der Oberförsterei Dippmannsdorf, Karin Heintz, vor Ort. Die Feuerwehr holte es unermüdlich ‒ zunächst aus zwei Löschbrunnen in Rädigke, dann aus der Plane an der Buchholzer Brücke. Die Tanklöschfahrzeuge pendelten praktisch ununterbrochen, transportieren knapp 400.000 Liter in den Wald, um flächendeckend löschen zu können.

Zusätzlich hatte die Agrargenossenschaft "Hoher Fläming" Rädigke/Niemegk zwei Wasserwagen abgestellt. Die Kameraden standen nicht nur an den Strahlrohren. Mit so genannten Feuerpatschen ging es über die insgesamt drei Brandabschnitte, um die Flammen möglichst schon im Keim zu ersticken. Außerdem wurde per Pflug ein Schutzstreifen um das gesamte Areal angelegt.

"Es war schon von Weitem eine weiße Rauchfahne zu sehen, als wir gegen 17.30 Uhr alarmiert worden sind", berichtete Einsatzleiter Tino Bastian von der Freiwilligen Feuerwehr Niemegk. Somit richteten sich die Feuerwehrleute auf eine lange Nacht ein. Tatsächlich rückten die Floriansjünger erst Donnerstag gegen 7 Uhr ab.

Indes war Franz Clemens Hoff schon ein wenig ärgerlich, dass sich das Ereignis wiederholte. Seiner Meinung nach sei das Pflügen der gesamten Brandfläche vor einer Woche nicht sachgemäß gewesen. "Überall sind Glutnester geblieben und die Hitze hat einiges dazu getan. Als Wind aufkam, hat es eine Kaminwirkung gegeben", meint der Waldbesitzer. Mit entschieden mehr Wasserzufuhr hätte ein Aufflammen verhindert werden können und müssen. Nichtsdestotrotz würdigte Hoff den unermüdlichen und selbstlosen Einsatz der zahlreichen Feuerwehrleute aus nahezu dem gesamten Hohen Fläming.

Nicht allein Hoff bewegt, dass die Ursache für den Brand der jungen Kiefernanpflanzung mit großer Wahrscheinlichkeit auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Dafür spreche jedenfalls, dass in der Nacht vor dem ersten Brand ein Feuerwerk in dem betroffenen Waldgebiet beobachtet worden war. Derweil findet der leidenschaftliche Jäger noch immer Reste von Böllern, "die gewiss nicht der Wind über Kilometer hinweg getragen hat". Er hegt seiner Meinung nach begründeten Verdacht, zumal er schon mehrfach von mutmaßlicher Brandstiftung betroffen gewesen sein soll. "Für sachdienliche Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, habe ich 1000 Euro ausgelobt", wiederholte er gestern sein Angebot.

Derweil dauern die Ermittlungen der Kriminalpolizei an. Jedoch war gestern kein aktueller Sachstand zu erfahren. Zusätzlich hat nun auch die Forstbehörde eine Anzeige gegen Unbekannt gestellt.

Von Gunnar Neubert

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