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Mit „Erasmus“ Heimat entdecken

Neues Projekt an der Ossietzky-Schule in Werder Mit „Erasmus“ Heimat entdecken

Was bedeutet Heimat? Mit dieser Frage beschäftigen sich in den nächsten zwei Jahren deutsche und tschechische Schüler, die damit die langjährige Partnerschaft zwischen der Carl-von-Ossietzky-Schule und dem Gymnasium in Chotebor weiterführen. Die Schule freut sich, den Zuschlag erhalten zu haben und plant nun die Umsetzung mit den Partnern aus Tschechien.

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Ein Schild am Schuleingang weist seit gestern auf die „strategische Schulpartnerschaft“ hin – das Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

Quelle: Luise Fröhlich

Werder. Ein neues Projekt steht in den Startlöchern: Deutsche und tschechische Schüler befassen sich in den nächsten zwei Jahren gemeinsam mit dem Thema Heimat. Was sich bislang noch sehr theoretisch anhört, sollen zehn Jugendliche der Werderaner Carl-von-Ossietzky-Schule und zehn „Studenten“, wie die tschechischen Gymnasiasten heißen, mit Leben füllen. Vorbereitend haben sich die langjährigen Projektpartner aus Werder und Chotebor am Dienstag an der Ossietzky-Schule getroffen und über ihre Erwartungen gesprochen. Zum Start wurde eine neue Tafel neben der Eingangstür der Schule angebracht. „Es ist für uns bereits das vierte EU-Projekt und wir freuen uns, dass wir den Zuschlag bekommen haben“, sagte Schulleiterin Ines Lenius.

Lehrer aus der tschechischen Stadt Chotebor und aus Werder sind zu einem Auftakttreffen in der Carl-von-Ossietzky-Schule zusammengekommen

Lehrer aus der tschechischen Stadt Chotebor und aus Werder sind zu einem Auftakttreffen in der Carl-von-Ossietzky-Schule zusammengekommen.

Quelle: Luise Fröhlich

Bislang sind sieben Mädchen aus der 9. Klasse dabei. Drei weitere Schüler können noch teilnehmen. Das Problem: „Es ist eine große Herausforderung, Gastfamilien für die tschechischen Schüler zu finden“, erklärte Schulsozialarbeiterin Jördis Freiwald. Sie organisiert das Projekt mit dem Titel „Unsere Heimat, unser Leben, unsere Zukunft“. Einen wichtigen Teil nehmen die Aufenthalte der Schüler in den Partnerstädten ein. Zum Thema Heimat gehöre auch, dass sie nicht in einem Internat, sondern bei einer Familie unterkommen. Vorurteile gegenüber Fremden würden sich jedoch hartnäckig halten, sagte Jördis Freiwald. „Aber das ist ein generelles Problem und in Tschechien nicht anders. Wenn sie erstmal in den Gastfamilien sind, läuft alles gut. Das hat die Erfahrung gezeigt“, ergänzte Ines Lenius.

Ergebnis sollen achtminütige Filme sein

Im April reisen die Jugendlichen aus Tschechien für zehn Tage in die Blütenstadt. Im Jahr 2019 werden die Werderaner dann nach Tschechien fahren. Deutschlehrer Tomas Scholz ist für die Partnerschule für den Ablauf des „Erasmus+“-Projektes verantwortlich.

In der gemeinsamen Zeit beschäftigen sich die Schüler zu zweit mit dem Thema Heimat, Leben und Zukunft. Sie sollen recherchieren, fotografieren, filmen und am Ende je ein achtminütiges Video zusammenschneiden. Austauschen sollen sie sich beispielsweise über Lebensinhalte, Familientraditionen, Vorstellungen und Zukunftsträume. Die Basis dafür ist das Projekt „Unsere Heimat – unsere Schule“, aus dem im vergangenen Jahr ein Imagefilm entstanden ist.

„Das Projekt war sehr emotional“

„Die Arbeit mit diesen Medien motiviert die Schüler sehr. Ich werde sie dabei vor allem technisch unterstützen“, sagte Frederik Mowitz, der erst seit Kurzem an der Ossietzky-Schule unterrichtet. Ein Lehrerworkshop im März wird die Pädagogen gezielt auf die Umsetzung des Projektes vorbereiten. Die Lehrer sollen sogar einen eigenen Film über ihr Leben als Beispiel für die Schüler produzieren. „Ich erwarte wieder unvergessliche Erlebnisse mit den Schülern“, sagte Lehrerin Eva Podolkova, die bereits zum vierten Mal dabei ist. Über das Theaterprojekt „Romeo und Julia“, das deutsche und tschechische Jugendliche von 2013 und 2015 erarbeitet haben, sprechen sie noch heute und pflegen weiterhin den Kontakt miteinander. „Das Projekt war sehr emotional und ich erhoffe mir, dass die Schüler wieder eine andere Kultur sowohl in der Schule als auch zu Hause erleben und miteinander ins Gespräch kommen“, so Petra Amelung, Leiterin der angegliederten Primarstufe.

„Die Vision ist, dass Europa zusammenwächst und wir wollen einen kleinen Beitrag dazu leisten. Die Welt soll ein bisschen friedlicher werden“, erklärte Ines Lenius. Davon würden nicht nur die teilnehmenden Schüler profitieren. Jördis Freiwald liegt auch am Herzen, das gesamte Schulklima zu verbessern. „Der Heimatbegriff ist aktueller denn je“, sagte sie. Die Mitschüler sollen durch das Projekt angeregt werden, sich selbst mit den Themen zu befassen.

Neues Unterrichtsmaterial für die Lehrer

Die Lehrer erarbeiten und erhalten neues Unterrichtsmaterial, das sie in Deutsch oder gesellschaftspolitischen Fächern einsetzen können. Zudem befassen auch sie sich mit digitalen Medien. Das gesamte Projekt wird in zwei Jahren ausgewertet, dann sollen auch die Ergebnisse veröffentlicht werden.

Aktive Partnerschaft seit zehn Jahren

Mit der Partnerschule in Chotebor in Tschechien besteht seit 2007 eine aktive Partnerschaft. Verschiedene Projekte sollen die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen unterstützen. Daraus sind einige Freundschaften entstanden.

Bei einem vorhergehenden Projekt ist ein 20-minütiger Imagefilm für die Schule entstanden, der nun die Basis darstellt. Das Video zeigt die Schüler in Werder oder den umliegenden Orten, aus denen sie kommen, und lässt sie erklären, was sie an ihrem Zuhause besonders schätzen.

Jeder Schüler hat dazu eine Art Selbstporträt angefertigt und kommt in einem kurzen Interview zu Wort. Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Medienkonzepter Janusz Wisniowski, der die Schüler auch beim neuen Vorhaben unterstützen wird.

Gefördert wurde das sechsmonatige Projekt von der Initiative Sekundarstufe I vom Bildungsministerium aus Mitteln des EU-Sozialfonds und des Landes Brandenburg.

Von Luise Fröhlich

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