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Mit Harry Potter im Gepäck nach Italien

Borkwalde Mit Harry Potter im Gepäck nach Italien

Vier Borkheider Grundschüler bereiten sich auf ihre große Reise durch Europa vor. Im November fliegen sie nach Loano in Italien. Dort erwartet sie eine von vier Partnerschulen des Erasmus-Projektes, an dem die brandenburgische Grundschule teilnimmt. Möglich ist der Schüleraustausch dank der EU und seinem weltweit größten Förderprogramm für Auslandsaufenthalte

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Alexandra Leifheit (Mitte) ist eine der vier Schüler, die nach Italien reisen dürfen. Mit ihren Freundinnen Letizia Ost (l.) und Julie Noack aus Borkwalde hat sie Harry-Potter-Figuren gebastelt, die mit ins Gepäck kommen.

Quelle: Andreas Trunschke

Borkwalde. Für vier Schüler und zwei Lehrer der Hans-Grade-Grundschule in Borkheide geht es vom 18. bis 24. November nach Italien, genauer gesagt nach Loano. Die Stadt zwischen Genua und Nizza liegt direkt an der Mittelmeerküste. Was wie Urlaub klingt, ist tatsächlich eine Bildungsreise.

Möglich wird sie durch das Erasmus-Programm der Europäischen Union, dem weltweit größten Förderprogramm für Auslandsaufenthalte. Bekannt ist es vor allem durch tausende Studenten, die in ihrem Erasmus-Jahr neue Länder, Kulturen und Sprachen kennen lernen. Nur die wenigstens wissen, dass auch Kinder und Jugendliche die Chance auf eine Teilnahme haben.

Die Borkheider Grundschule bietet ihren Schülern diese Gelegenheit und nimmt an einem dreijährigen Projekt gemeinsam mit Schulen aus Swindon (Großbritannien), Madrid (Spanien), Deszno (Polen) und eben Loano teil. Im vergangenen Herbst waren Schüler aus diesen Orten in Borkheide. Im kommenden März treffen sie sich in Polen. Zunächst steht nun die Reise nach Italien an.

Beim Projekttag wurden Superhelden gebastelt

Dort wollen die Borkheider keinesfalls mit leeren Händen ankommen. Deswegen haben sich allle Schüler der Grundschule während eines Erasmus-Projekttages mit ihren Helden aus Büchern, Filmen oder Comics beschäftigt.

Was macht einen Helden aus? Warum ist er oder sie ein Held für mich? In der vergangenen Woche haben sie ihre Vorstellungen von ihrem ganz persönlichen Helden künstlerisch umgesetzt. Lisa-Marie Rösler aus Borkheide und Helena Weber aus Seddin haben dazu, wie ihre ganze Klasse 3b, ihre Umrisse auf große Zeichenblätter gemalt und anschließend ihr Abbild mit den Attributen ihres Helden ausgestaltet.

In der 5b haben sich Josephien Menz aus Alt Bork und Vanessa Kaulbert aus Klaistow für „Die drei Muskeltiere“ aus dem Buch von Ute Krause entschieden. „Die Schriftstellerin war zu einer Lesung hier, außerdem sind die Muskeltiere so mutig“, erzählen die beiden. Am Ende werden aus jeder Klasse die beiden besten Exemplare ausgewählt und mit nach Loano genommen.

Umgekehrt bringen die Teilnehmer Exemplare aus den Partnerländern mit zurück nach Borkheide, die dann in der Erasmus-Ecke im Foyer der Schule ausgestellt werden sollen.

Josephien Menz aus Alt Bork und Vanessa Kaulbert aus Klaistow formten ihre Superhelden, die drei Musketiere, aus Modelliermasse

Josephien Menz aus Alt Bork und Vanessa Kaulbert aus Klaistow formten ihre Superhelden, die drei Musketiere, aus Modelliermasse.

Quelle: Andreas Trunschke

Um mitfahren zu dürfen, konnten sich alle Schüler der Klassenstufen 4 bis 6 bewerben, wahlweise auf Deutsch oder Englisch. Eine Schülerin hatte sich sogar auf Italienisch beworben, war aber noch zu jung für den Austausch. Die besten Chancen mitzufahren hatten diejenigen Schüler, die ihr Anliegen am besten begründen konnten.

Nicht ganz erklären können sich die Lehrerinnen, warum sich nur ein Junge beworben hat. Letztlich entschieden sie sich für eine Schülerin aus der 5. Klasse, und zwei Schülerinnen aus der 6. Klasse sowie einen Jungen, der ebenfalls in die 6. Klasse geht. „Nicht weil er der einzige Junge ist, sondern weil seine Bewerbung so gut war“, versichert die Lehrerin Sabrina Klewitz.

Bei dem europaweiten Projekt können alle Schüler der brandenburgischen Grundschule etwas lernen. Denn es geht nicht nur darum, vor Ort die Praxis der ersten Fremdsprachenkenntnisse unter Beweis zu stellen. „Das Projekt fördert die Weltoffenheit und die Kinder können in das Leben und die Kulturen anderer Länder reinschnuppern“, sagt Lehrerin Karolin Machuy. Bereits im März waren die Partnerschüler aus England, Spanien, Polen und Italien in Borkheide zu Gast.

Nicht nur Schülern lernen beim Austausch dazu

Neben dem Besuch im Berliner Technikmuseum und dem Filmmuseum in Potsdam lernten sie auch den Alltag in einer deutschen Gastfamilie kennen. Außerdem dient das Projekt den Lehrern zum Austausch neuer Unterrichtsmethoden sowie innovativer Lehr- und Lernansätze.

Zu den vier Kindern, die nach Italien fahren dürfen, gehört Alexandra Leifheit aus der 5. Klasse. Gemeinsam mit ihren Klassenkameraden hat sie sich entschieden, ihre Helden mit Modelliermasse zu gestalten. Alexandra Leifheit und ihre Freundinnen Julie Noack und Letizia Ost aus Borkheide haben Harry Potter ausgewählt. „Weil der zaubern kann und so fantasievoll ist“, sagt Alexandra Leifheit über ihre Wahl. Die Filme haben sie offenbar beeindruckt.

Die Fünftklässlerin wird wie die anderen Erasmus-Teilnehmer noch ein Heldenkostüm entwerfen und auch selbst schneidern. In diesem wird sie die Borkheider Ergebnisse dieses Erasmus-Projekttages in einem Monat in Loano präsentieren. „Ein wenig Angst habe ich schon,“ gesteht sie.

Von Andreas Trunschke

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