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Potsdam-Mittelmark Mit Ritualen durch 65 Jahre Ehe
Lokales Potsdam-Mittelmark Mit Ritualen durch 65 Jahre Ehe
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18:11 19.10.2016
Blicken seit mehr als sechs Jahrzehnten in die gleiche Richtung: Margarethe und Paul Erdmann. Quelle: Andreas Koska
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Brachwitz

In seinem berühmten Gedicht „Mutterns Hände“ preist Kurt Tucholsky die raue, unbedingte Liebe, die nur Eltern ihren Kindern geben können. Eine Mutter wie Margarethe Erdmann zu haben, mit einem Vater wie Paul Erdmann aufgewachsen zu sein und das Lächeln zu sehen, das die beiden sich auch nach 50 Jahren Ehe noch täglich schenken, war für ihren Sohn Ulrich Grund genug, das Tucholsky-Werk auf plattdeutsch übersetzt zum Geschenk zur Goldenen Hochzeit zu machen.

Umsorgt von der großen Familie

Heute, zur Eisernen Hochzeit, hängt das Gedicht gekrönt von einem Familienfoto noch immer an der Wand der Erdmanns. Auf dem Sofa sitzt das Jubelpaar – einander zugewandt und lächelnd. Für Margarethe, 91 Jahre alt, und Paul Erdmann (90) steht die Familie im Mittelpunkt. Die Nachfahren und deren Partner, drei Kinder, drei Enkel und ein Urenkel, kümmern sich um das Paar. Täglich schaut jemand aus der Familie vorbei. „Die jungen Leute bringen uns oft Kuchen mit“, freut sich Paul Erdmann. Die Schwiegerkinder gehören für ihn und Margarethe genauso zum Clan wie die eigenen. „Als ich Ulli geheiratet habe, wurde ich sofort wie eine Tochter aufgenommen und behandelt“, sagt etwa die Schwiegertochter Evelin Erdmann. Heute will sie dem betagten Ehepaar diese Liebe zurückgeben. Natürlich kommen auch zum Jubiläum der Eisernen Hochzeit am Donnerstag allesamt ins Elternhaus, um zu feiern. Weit haben es die meisten nicht, das Häuschen ist Teil eines Drei-Generationen-Hofs.

Zeitungslektüre gehört zum Tagesstart

Ihren Alltag meistern die beiden dennoch allein. Bis vor zwei Jahren werkelte Paul Erdmann sogar noch täglich im Garten. Doch nun spielen die Gelenke nicht mehr mit, das Tätigkeitsfeld beschränkt sich auf den Haushalt. Aber auch dort gibt es genug zu tun. Schon um sechs Uhr morgens kriecht Frühaufsteher Erdmann aus den Federn. Ihm macht das frühe Aufstehen nichts aus, während seines Berufslebens klingelte für den Reichsbahner schon um vier Uhr der Wecker. Er deckt den Tisch im Esszimmer, bereitet den Tee und das Frühstück zu und weckt erst dann seine Gattin. Das gemeinsame Frühstück ist Pflicht, ohne kann der Tag nicht starten. Während Margarethe Erdmann nach der Mahlzeit gern ein kurzes Nickerchen einlegt und der Pflegedienst, der sie betreut, vorbeischaut, greift Paul Erdmann zur Zeitung.

65 Jahre Eheleben, das bedeutet sechseinhalb Jahrzehnte gemeinsamer Geschichte und Geschichten, Höhen und Tiefen. Und eben auch Routinen wie den eingespielten Ablauf des Erdmann’schen Morgenrituals. Ebenso strukturiert geht es weiter: Das Mittagessen wird geliefert, ein kurzer Mittagsschlaf gibt Kraft für die zweite Tageshälfte. Am Nachmittag gibt es Kaffee, etwas Fernsehen und das Abendessen. Vor dem Schlafengehen ordnet Paul Erdmann alles für den nächsten Tag, stellt schon einmal die Teekanne raus und legt das Frühstücksbesteck bereit.

Dieser von liebevoll gepflegten Ritualen geprägte Tagesablauf deutet es an und beide Ehepartner bestätigen es: Sie würden einander wieder heiraten.

Von Andreas Koska

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