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Mit Stöcken durch die Obstplantage

Glindow Mit Stöcken durch die Obstplantage

Die Nordic-Walking-Trainerin Heike Kaatsch aus Glindow nutzt die heimische Umgebung als Trainingsparcours. Seit knapp drei Jahren gibt die 49-Jährige individuelle Kurse und vermittelt den Sport, der ursprünglich in Finnland als Training für die Skifahrer ausgeübt wurde. Zum diesjährigen Baumblütenfest in Werder hat Heike Kaatsch etwas Besonderes geplant.

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Heike Kaatsch zog es vor acht Jahren nach Glindow – seit drei Jahren ist sie als Trainerin tätig.

Quelle: Stefanie Wagner-Leppin

Werder. Wenn jetzt im Frühling die Knospen knallen, beginnt für Heike Kaatsch die schönste Jahreszeit. Die 49 Jahre alte gelernte Bürokauffrau hat den Schreibtisch gegen die Natur getauscht. Seit drei Jahren vermittelt sie in individuellen Kursen ihren Klienten den Nordic-Walking-Sport. Denn dazu gehört weit mehr, als nur mit zwei Stöcken durch die Landschaft zu spazieren. Mit neuen Ideen will sie jetzt noch mehr Menschen für ihre Leidenschaft begeistern.

Vor etwa acht Jahren kam die Berlinerin der Liebe wegen nach Werder und wohnt idyllisch inmitten der Glindower Obstplantagen. „Ich wollte mich beruflich verändern. Jeden Tag acht Stunden im Büro sitzen und höchstens mal zum Drucker laufen – das war nichts für mich“, erzählt sie. Nach 25 Jahren in Sekretariaten von Bau- und Architekturbüros entschied sie sich für einen Neuanfang.

Richtiger Stockeinsatz ist entscheidend

„Ich war schon immer sportlich interessiert, bin laufen gegangen und war auch regelmäßig im Fitnessstudio. Also habe ich erst eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin und dann noch die Trainer-Ausbildung für das Nordic Walking gemacht. Die Gegend hier bietet sich ja an, so etwas zu machen.“ Und deshalb sieht man auch immer wieder Lauffreudige, die mit Stöcken unterwegs sind und zumindest glauben, das sei Nordic Walking.

Was Ende der 70er-Jahre in Finnland als Trainingssport für Skiläufer begann, schwappte um die Jahrtausendwende als Trendsportart auch nach Deutschland. Die nötige Ausrüstung – zwei Nordic-Walking-Stöcke – gibt es beinahe in jeden Supermarkt zu kaufen. Damit das Training aber wirklich effektiv ist, reicht es nicht aus, einfach loszulaufen. „Viele fragen sich, wozu sie überhaupt Trainerstunden brauchen, aber am schwierigsten ist der Stockeinsatz“, erklärt Heike Kaatsch. „Viele setzen die Stöcke zu steil auf oder halten sie mit den Händen einfach nur fest. Es dauert schon ein paar Trainingseinheiten, um den richtigen Bewegungsablauf zu lernen.“

Kalorienverbrauch ist höher als beim joggen

Weil jeder ein anderes Lerntempo hat, haben sich für die Nordic-Walking-Trainerin Einzelstunden bewährt – eine Art „Personal Training“ mit der Natur als Fitnessstudio. Dabei müssen ihre Klienten auch schon mal Liegestütze an einer Bank machen, auf der sie sich lieber ausruhen würden.

Heike Kaatsch würde sich selbst aber nicht als besonders streng einschätzen. „Obwohl ich persönlich strenge Trainer gut finde, kommt das bei den meisten eher nicht so gut an. Ich bin schon ein geduldiger Mensch und weise auf Fehler hin, aber nerven will ich auch nicht. Es soll ja auch Spaß machen.“ Wer irgendwann den richtigen Dreh raus hat, kann mit Nordic Walking viel erreichen. Während beim Joggen nur etwa 60 Prozent der Muskulatur aktiv ist, sind es beim Nordic Walking 90 Prozent. Obwohl die Sportler langsamer unterwegs sind, ist der Kalorienverbrauch höher. Außerdem ist die Gehbewegung gelenkschonender. „Das ist besonders für ältere oder übergewichtige Menschen von Vorteil“, sagt Heike Kaatsch. „Viele, die zu mir kommen, wollen aber gar nicht unbedingt abnehmen. Sie wollen sich an der frischen Luft bewegen und etwas Neues erlernen.“

Blütentour zum Fest

Wer sich nicht sicher ist, ob Nordic Walking die richtige Sportart für ihn ist, kann das auch bei einem Schnupperkurs mit geliehenen Stöcken ausprobieren. „Zum Baumblütenfest will ich erstmals eine Blütentour machen. Da walken wir etwa eineinhalb Stunden durch die schönen Plantagen und danach kehren wir zu Kuchen und Obstwein in einen Garten ein. Wer sich dafür interessiert, kann so die Sportart ganz ungezwungen kennenlernen.“

Für die Zukunft könnte sich Heike Kaatsch auch eine Trainingsgruppe für junge Mütter mit ihren Babys vorstellen. Jetzt startet sie aber erst mal ab 18. April mit einem Lauftreff.

Regelmäßiger Lauftreff ab 18. April

Regelmäßige Lauf-Termine ab dem 18. April sollen dafür sorgen, dass die Schützlinge den Sport nach dem Kurs nicht wieder aus den Augen verlieren.

Wer die Technik beherrscht , könne hier seine Fitness steigern, sagt Trainerin Heike Kaatsch. Der Treff soll immer dienstags um 18 Uhr stattfinden, gewalkt wird dann eine Stunde.

Das Training wird in kleinen Gruppen abgehalten, daher ist eine vorherige Anmeldung unter 03327/6 68 01 99 erforderlich.

Von Stefanie Wagner-Leppin

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