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Mit dem Pistenbully über artenreiches Grün

Raben: Spezialfahrzeuge mähen wertvolle Wiesen Mit dem Pistenbully über artenreiches Grün

Seit Jahrhunderten schon werden die Wiesen rund um die Planequellen und entlang des Flussverlaufs landwirtschaftlich genutzt. Im Gegensatz zu den sonst kargen Böden des Flämings, bietet der torfige Boden nämlich beste Bedingungen. Heute mähen große Traktoren den morastigen Boden.

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Im Dienste des Naturschutzes: Die Pistenraupe sinkt beim Mähen feuchter Wiesen nicht ein.

Quelle: St. Specht

Raben. Eine Schneeraupe auf den Planewiesen zwischen Rädigke und Raben? Und das auch noch mitten im Sommer? Das umgebaute Kettenfahrzeug mäht die feuchten Wiesen links und rechts der Plane. An noch nasseren Stellen sind Juniorranger aktiv. Sie kürzen mit einem Balkenmäher das Gras. Der Grund: Die extrem artenreichen Wiesen brauchen eine besonders intensive Pflege. Geleistet wird die von der Naturparkverwaltung in Raben.

Seit Jahrhunderten schon werden die Wiesen rund um die Planequellen und entlang des Flussverlaufs landwirtschaftlich genutzt. Im Gegensatz zu den sonst kargen Böden des Flämings, bietet der torfige Boden nämlich beste Bedingungen. Viele Pflanzen, denen die Region sonst zu trocken ist, fühlen sich dort wohl. Doch die Nässe hat ihren Preis. Waren es früher schwere Kaltblutpferde, die im morastigen Boden nicht vorankamen, so sind es heute große Traktoren. „Aber gemäht werden müssen auch diese Wiesen. Sonst können sich die geschützten und bedrohten Pflanzen nicht gegen die aggressiver wachsenden durchsetzen“, erklärt Steffen Bohl, der Leiter der Naturparkverwaltung in Raben.

Spezielle Fahrzeuge

Aus diesem Grund lässt er jährlich ein spezielles Mähfahrzeug anrücken. Die umgebaute Pistenraupe kommt per Tieflader aus der Nähe der polnischen Grenze. Ihr Vorteil: Dank der breiten Ketten sinkt sie nicht so schnell in den Boden ein. Dennoch muss auch ihr Fahrer genau prüfen, ob der Boden sein tonnenschweres Gefährt trägt. Doch in diesem Sommer gab es dazu bislang weniger Gefahr.

Dafür hatte es nicht genug geregnet. „Die Ketten des Fahrzeugs sind so grobgliedrig, dass sie so gut wie keinen Schaden anrichten“, nennt Steffen Bohl einen weiteren Vorteil der Raupe. Das Gras entlang der Plane wächst so gut, dass der am hinteren Fahrzeugteil angebrachte Fangkorb alle paar Meter geleert werden muss. „Das hält auf, geht aber nicht anders“, erklärt der Naturparkleiter.

Floristische Vielfalt

Die Feuchtwiesen an der Plane wurden früher ein- bis zweimal im Jahr von Hand gemäht. Gedüngt wurde kaum, so dass sich eine außergewöhnlich hohe Artenvielfalt erhalten hat.
Dort blühen noch seltene Orchideenarten und andere Blumen. Sie lassen so vor allem im Frühsommer landschaftlichen Schönheiten entstehen.
Diese floristische Artenvielfalt ist auf Feuchtwiesen bis zu zehnmal höher als auf intensiv bewirtschaftetem Grünland. An der Blütenpracht ernähren sich hunderte Insektenarten.

Wo es selbst für dieses Spezialfahrzeug zu unwegbar wird, müssen die jungen Ranger ran. „Die Flämingfüchse“ von Leiterin Marina Czepl wurden unlängst zu einem Pflegeeinsatz auf der Feuchtwiese „Die Arche“ bei Werdermühle im Planetal gerufen. Marina Czepl sichert seit mehreren Jahren durch die Mahd mit einem Balkenmäher die extensive Pflege dieser artenreiche Feuchtwiese ab.

Die Bergung des Mähgutes ist wegen des weichen Torfbodens besonders schwierig. Deshalb wurde das Gras von den Flämingfüchsen mit Holzrechen auf Planen zusammengetragen und diese dann mit einem Einachs-Mäher zum Waldrand gezogen. Von dort wird das Mähgut durch die Agrargenossenschaft Hoher Fläming Rädigke-Niemegk mit großer Landtechnik abgefahren. Die Handarbeit macht offenbar auch Spaß. Immer wieder nutzen die Mädchen und Jungen kleinere Pausen, um im gemähten Gras zu toben.

Mähen per Hand

Die Feuchtwiesen werden von der Naturparkverwaltung betreut. Sie sind die letzten Relikte der ehemals weit verbreiteten artenreichen Wiesen. Steffen Bohl wünscht sich dort eine traditionelle Nutzung, wie sie derzeit nur noch in den Burgwiesen in Bad Belzig praktiziert wird. Dort mäht ein Landwirt das Gras per Hand und nutzt es als Futter für seine Tiere.

„Tierhalter, die sich für die Mahd von artenreichem Grünland ohne Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden interessieren, können gerne Kontakt mit der Naturparkverwaltung in Raben aufnehmen“, wirbt deren Leiter. „Dann können noch geeignete Feuchtwiesen im Naturpark Hoher Fläming zur Mähnutzung vermittelt werden“, sagt Steffen Bohl. Bis dahin müssen Juniorranger und Pistenbully die Orchideen schützen.

Von Stefan Specht

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