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Mit den Bussen durch die Mitte

Zahlreiche Verkehrsprobleme brennen den Bad Belzigern unter den Nägeln Mit den Bussen durch die Mitte

Das von Dirk Ohm geführte Ivas-Ingenieurbüro Dresden soll zu Beginn 2014 einen Verkehrsentwicklungsplan für Bad Belzig vorlegen. "Eine reizvolle Herausforderung, weil es in kleineren Kommunen mitunter leichter ist, etwas zu bewegen", sagte der Experte. Im Miteinander von Fußgängern, Radfahrern und Kraftfahrzeugen sieht er dabei die Perspektive.

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Viele Leute, viele Fragen: Verkehrsplaner Dirk Ohm bei seinem Vortrag während des Kurortforums in der Stein-Therme.

Quelle: Dirk Fröhlich

Bad Belzig. Die Frage, ob und wie Reisebusse das Zentrum von Bad Belzig passieren sollen, stellt sich für Dirk Ohm neu. Bisher darf nur der Linienverkehr durch. Dass es den Bedarf der vornehmlich älteren Touristen gibt, und eine zusätzliche Belastung der historischen Altstadt - Busparkplatz vor dem Restaurant "Burg Eisenhardt" inclusive - befürchtet werden, hat er beim Kurortforum diese Woche in der Stein-Therme erfahren.

Das von Dirk Ohm geführte Ivas-Ingenieurbüro Dresden soll zu Beginn 2014 einen Verkehrsentwicklungsplan für Bad Belzig vorlegen. "Eine reizvolle Herausforderung, weil es in kleineren Kommunen mitunter leichter ist, etwas zu bewegen", sagte der Experte. Im Miteinander von Fußgängern, Radfahrern und Kraftfahrzeugen sieht er dabei die Perspektive. Die Bestandsanalyse hat wenig neue Erkenntnis zu Tage gefördert. Die Kleinstadt gilt an sich als mit Bahn und Straße gut erschlossen und dank der teilweisen Ortsumgehung bleibt viel Durchgangsverkehr draußen.

Geht es nach dem Planer wäre die Aufwertung des Marktplatzes, der oft von parkenden Autos zugestellt ist, eine Option. Gleichwohl wäre eine Entwicklung von Angeboten am Rande die Voraussetzung, um das Ensemble am Rathaus zur "guten Stube" werden zu lassen. Nach einer Empfehlung zur Zukunft der Straße der Einheit gefragt, hielt sich der Planer bedeckt. "Wir werden einige Varianten prüfen und die möglichen Auswirkungen darstellen", sagte er. Die Entscheidung könne den Stadtverordneten nicht abgenommen werden. Gerade mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl rät er aber zu einem Konzept mit größtmöglichen Konsens. Denn es handele sich um weitreichende Beschlüsse.

Sie überhaupt zu treffen und umzusetzen, sieht Hendrik Hänig (SPD) als Hauptaufgabe. "Sonst wird wieder alles zerredet und das nächste Büro beauftragt", sagte der Stadtverordnete. Die CDU-Fraktion hat ihre Vorschläge für eine autoarme Innenstadt, inklusive Flaniermeile auf der Straße der Einheit, für eine fahrrad- und eine autofreundliche Stadt zu Papier gebracht.

Mehr oder weniger neue Probleme wurden vom Publikum genannt. Anwohner aus der Brandenburger Straße beklagten, dass die B246 von Lastwagen morgens und abends als Rennstrecke genutzt werde. Die Aussichten, sie zu verdrängen oder nur eine Verkehrsberuhigung zu erreichen, werden als gering eingestuft. Bestenfalls Kontrollen zur Einhaltung des Tempo-50-Limits scheinen realistisch. Dass die Niemegker Straße nach dem Ausbau eine Hauptverkehrsader sein wird, ist ebenso absehbar. Wenigstens das Abbiegen in die Innenstadt zu verbieten, um Stau an der Spiegelkreuzung zu vermeiden, mahnte Anwohnerin Rani B. Knobel. Dass der kurze Weg durch die Mitte für die Linienbusse von Bedeutung ist, stellte Hans-Jürgen Hennig dar. Denn die Entfernungen zwischen Bahnhof und Busbahnhof oder Klinkengrund und Kureinrichtungen sind ein Handicap.

Ausdrücklich unterstützt der Chef der Verkehrsgesellschaft Belzig die Pläne der Stadtväter, eine Offerte für Wohnmobil-Touristen. 100000 Euro will das Rathaus investieren, um an der Stein-Therme zwölf Caravan-Stellflächen einzurichten. "Wenn von 2 Euro Nutzungsgebühr einer an den Stadtbus geht und die Gäste so ins Zentrum gelangen, haben alle etwas davon", so der Unternehmenschef. Auswärtige Busfahrer indes quälen sich zu Füßen der Burg Eisenhardt, wie Inge Richter berichtet. Die bequeme Ein- und Ausfahrt ist nach Umbauten nicht mehr möglich. Ferner ist das Areal um die Burg oft zugeparkt.

Von René Gaffron

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