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Potsdam-Mittelmark Mit der Kettensäge zum Adam
Lokales Potsdam-Mittelmark Mit der Kettensäge zum Adam
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19:26 07.09.2018
Bildhauer Matthias Trott aus Magdeburg Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Kleinmachnow

Vier Gastkünstler hat der Kleinmachnower Kunstverein „Die Brücke“ für eine Woche zu sich eingeladen, um vor Ort im Landarbeiterhaus zu arbeiten und noch bis Ende September ihre Arbeiten auszustellen. Für besondere Aufmerksamkeit sorgten dabei der Bildhauer Matthias Trott aus Magdeburg und der Holzgestalter Christoph Roßner aus Bad Schlema im Erzgebirge.

Aus einem Eichenstamm werden Sitzmöbel

Die beiden sollten einen vom Bauhof spendierten Kleinmachnower Eichenstamm bearbeiten und in Objekte verwandeln, die gleichermaßen kunstvoll wie auch nützlich sein sollten: Das Ziel waren Sitzmöbel, die in Zukunft auch am Haus die Möglichkeit bieten werden, Platz zu nehmen.

Trott und Roßner bearbeiteten das Holz dafür mit Kettensägen, für die Figur des „Adam“ bei einer der Sitzbänke wurde außerdem ein Ast eingebaut, der aus dem Areal des Landarbeiterhauses stammt. Er war voriges Jahr bei einem heftigen Sturm abgefallen und findet nun so eine neue Verwendung.

Beide Künstler stellen aber auch in den Räumen des Kunstvereines Arbeiten aus, Trott etwa Figuren aus 300 Jahre altem Eichenholz, das für Brücken verwendet wurde und tief im Schlamm steckte, bevor es ausgebaggert wurde. Dadurch ergibt sich eine einmalige Struktur.

Das Quartett stellt eigene Werke vor

Roßners Figuren dagegen sind naiver und bunter, sie sind in Bewegung und wurden doch aus einem vollen Stamm geschaffen. Der Keramiker Mike Wagner und Sonja Schrader zeigen ebenfalls im Landarbeiterhaus ihre Werke.

„Ich hatte immer den Traum von einem autonomen Haus für die Kunst“, erzählt Rainer Ehrt vom Kunstverein „Die Brücke“. Seit das Landarbeiterhaus entsprechend umgewidmet worden sei, könne hier auch tatsächlich ganzjährig ausgestellt werden. Ehrt gibt zu, dass es gerade im Spannungsfeld an der Stadtgrenze manchmal schwierig sei, „weil Berlin so viele Events hat und alles aufsaugt.“

Ehrt findet es aber wichtig, sowohl renommierte, als auch junge Künstler zu fördern und damit auch ganz bewusst über den Tellerrand zu schauen. Wichtig ist ihm der interessante Mix aus verschiedenen Handschriften, wie es in diesem Jahr mit einer Mischung aus Holz-Objekten, Keramik, Installation und Druckgrafik der Fall sei.

Mit diesem Angebot möchte er gezielt auch junge Menschen ansprechen, so führt er etwa auch Kunst-Leistungskurse des Weinberg-Gymnasiums durch die Ausstellung. „Man spürt an den Augen, dass da was passiert, wenn eine zwölfte Klasse da ist und sich das anschaut“, erzählt er begeistert.

Remise soll Kunstwerkraum werden

Doch auch das Landarbeiterheim selbst soll sich noch weiterentwickeln, plant er. So sollen zu den beiden Skulpturen, die bereits durch Spenden angekauft werden konnten, noch weitere dazu kommen – einen Skulpturenpark wünscht sich Ehrt. Und die alte Remise hinter dem Gebäude hätte er gerne zum Kunstwerkraum verwandelt, in dem neben anderen Vorhaben auch Kurse für Schüler angeboten werden sollen. „Wir arbeiten daran“, sagt er. „Wir haben vor einem Jahr bereits ein gut fundiertes Projekt bei der Gemeinde eingereicht.“ Das Kulturbudget sei aber beschränkt, die Gemeinde habe nun das alte Kirchengebäude am Jägerstieg gekauft. „Aber ich hoffe, man vergisst uns nicht.“

Info: Am Samstag um 18 Uhr findet das abschließende große Künstlerfest im Landarbeiterhaus (Zehlendorfer Damm 200) statt, in Zusammenarbeit mit KultRaum. Die Werke der vier Gastkünstler können noch bis 30.9. jeweils am Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr sowie während der Veranstaltungen von KultRaum besichtigt werden.

Von Konstanze Kobel-Höller

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