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Mit einer Extra-Portion Zuhause-Charme

Ein Kleinod am Caputher Gemünde hat sich herausgeputzt Mit einer Extra-Portion Zuhause-Charme

Der Standort um die Bergmann-Villa ist seit Jahrzehnten in der Region ein Begriff. Während das prächtige Wohnhaus mit der wechselvollen Geschichte kurz vor der Fähre privat genutzt wird, entstand auf dem historischen Remisen-Gelände daneben ein öffentlicher Ort zum Wohnen, Tagen, Feiern und Entspannen.

Remise am See Caputh Straße der Einheit 86 52.34727 12.98707
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Hinter den charmanten alten Mauern der Remise, die denkmalgerecht saniert wurde, und der Scheune verbirgt sich moderner Komfort.

Quelle: Claudia Krause

Caputh. Weißt du wo meine Heimath ist?“- Dieses Zitat aus Goethes „Egmont“ ziert eines der Bleiglas-Fenster im Saal der Bergmann-Villa in Caputh. Als privates Refugium von Nathalie von Siemens und Hans-Wolfgang Pausch bleibt es freilich der Öffentlichkeit verborgen. Aber die neuen Eigentümer des alten Prachtbaus gleich neben dem modernen Kindergarten und vor dem Fähranleger öffnen das Fenster dennoch zum Ort.

Denn inzwischen ist auch das angrenzende Areal mit der denkmalgeschützten Remise und der alten Scheune saniert worden, um Ferienwohnungen mit ganz eigenem Charme am Caputer Gemünde einzurichten. Und in dem kleinen Café, das in dem aufgemöbelten Ladenhäuschen gleich vorn an der Straße der Einheit geöffnet ist, hängt eine Fotografie des opulenten Bleiglasfensters mit dem Egmont-Zitat. Sie schmückt den nüchternen Zweckbau, der bewusst „zurückgenommen“ eine graue Fassade hat, und verleiht dem Standort gar etwas Würdevolles.

Ramona Frank bäckt die Kuchen selbst, die sie im Café verkauft

Ramona Frank bäckt die Kuchen selbst, die sie im Café verkauft.

Quelle: Claudia Krause

„Heimath“ heißt deshalb auch das Café. Dort, wo zu DDR-Zeiten erst ein Blumenladen, späterhin ein Imbiss war, kann man heute wieder ein Päuschen mit Kaffee und Kuchen oder kleinem Snack ohne Geruchsbelästigung einlegen. Die Kuchen bäckt Ramona Frank, die die Gäste bedient. Es gibt allerlei regionale Produkte wie Honig, Brot und Brötchen, Zeitungen und Zeitschriften, auch nette Caputh-Souvenirs, Ansichtskarten und Kleinutensilien für Radfahrer. Ausprobieren will man noch einen Bringe-Service für die an der Fähre wartenden Autofahrer. Angebote für unterwegs.

„Für Erholung, Inspiration und Freude“ steht dagegen die Anlage Remise am See im sanierten Ensemble, das man kaum von der Straße aus vermutet. Ganz im Sinne derer, die sich einst um 1900 an diesem schönen Ort erstmals niedergelassen hatten, sagt Hans-Wolfgang Pausch.

Geschäftsführer Hans-Wolfgang Pausch (47) preist das Zuhause-Gefühl für die Gäste, die Entspannung und Inspiration suchen

Geschäftsführer Hans-Wolfgang Pausch (47) preist das Zuhause-Gefühl für die Gäste, die Entspannung und Inspiration suchen.

Quelle: Claudia Krause

Der 47-Jährige ist Geschäftsführer der eigens zur Entwicklung und für den Betrieb der Anlage gegründeten Kapooth GmbH, die zwei Salons und vier Suiten zum Wohnen, Arbeiten und Entspannen vermietet.

Mit modernem Komfort, ansprechendem Interieur und raffinierter Tagungsstättentechnik sind in dem alten Kutscherhaus und der Scheune exklusive Ferienwohnungen ausgestattet. „Dieses touristische Angebot im gehobenen Segment“ wissen bereits Ärzte und Anwälte für Workshops, Hochzeitspaare und Jubilare für ihre privaten Feste zu schätzen.

In den großzügigen Suiten können Kollegen denken, planen und plaudern, auf der Terrasse mit Seeblick Flip-Charts beschreiben und sich danach in der geräumigen Küche beim gemeinsamen Kochen treffen.

Ein großer Saal ist für Vorträge geeignet. Dort lässt sich nicht nur der Kronleuchter höhenmäßig bewegen, sondern auch das berühmte Bild mit Einstein und seiner Frau auf dem Caputher Steg. Es macht Platz, wenn der Bildschirm darunter benötigt wird.

Dass sich Denkmal und Barrierefreiheit vertragen, beweist ein kleiner, offener Aufzug im Kutscherhaus. Wem es behagt, der bettet sein Haupt nach dem Meeting gleich in eines der sieben Betten.

Alle Zimmer sind individuell möbliert, kein Wasserhahn kommt aus dem Baumarkt.

In diesem Ambiente kann man am Gemünde tagen und feiern

In diesem Ambiente kann man am Gemünde tagen und feiern.

Quelle: Claudia Krause

Vergoldet sind sie nicht, auch wenn Pausch ein 5-Sterne-Niveau für die Herberge verspricht. Der Preis wird je nach Service-Bedarf der Gäste verhandelt.

Lars Thyrolf (32) kümmert sich als ausgebildeter Restaurantfachmann mit langjähriger Erfahrung bei Mövenpick um das Wohl und Wehe der Gäste. Für Übernachtungen kooperiere man aber auch mit dem benachbarten Hotel „Haveltreff“, so Pausch.

Pausch und dessen Lebensgefährtin hatten sich bei einem Zufallsbesuch vor zwei Jahren in den Ort „sofort verliebt“. „Wir hatten das Gefühl, Caputh ist wie ein Rohdiamant, den man noch schleifen müsste“, erzählt der Journalist.

Dann begegneten sie dem vorherigen Villa-Besitzer Lothar Hardt und besiegelten den Kauf der Bergmann-Villa.

Dieser sollte das Remisen-Areal als öffentlicher Teil der historischen Grundstücksanlage „gerecht werden“, weshalb man sich eben für dieses gehobene Segment entschied, „das es hier noch nicht gibt“.

Der moderne Landhauscharme wirkt einladend, nicht übertrieben. Kleine „Schönheitsfehler“ an der alten Substanz geben dem Ort eine Extra-Portion von sympathischem Zuhause-Charme.

„Das Ziel war und ist, eine zeitgemäße Nutzung dieser außergewöhnlichen historischen Gebäude zu ermöglichen“, sagt Pausch. Das dürfte gelingen.

Remise und Villa am See

Schauspieler Oskar von Laszewski und Bankiers-Witwe Anna d’Heureuse kaufen 1900 das Grundstück am See. Sie lassen eine Pracht-Villa bauen, in die sie 1911 einziehen. Die Ehe zerbricht. 1919 geht die Villa an den Berliner Fabrikanten Heinrich Bergmann. 1945 richtet die Rote Armee dort ein Casino ein. Martha Bergmann kehrt nach Kriegsende zurück und betreibt bis 1950 dort eine Wäscherei. Danach ist die Villa bis 1998 Kindergarten.

Der Unternehmer Lothar Hardt kauft 2008 Villa und Remise kurz vor der Fähre, saniert das Denkmal und verkauft es. 2013 beginnt die Kapooth GmbH, die denkmalgeschützte Remise zu Ferienwohnungen umzubauen

Von Claudia Krause

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