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Potsdam-Mittelmark Mit einer Perücke auf Kriegsfuß stehen
Lokales Potsdam-Mittelmark Mit einer Perücke auf Kriegsfuß stehen
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02:15 17.07.2017
Die Berliner Schauspielerin Andrea Seitz (52) ist beim zweiten Fläming-Coup der Olsenbande in die Rolle der Yvonne geschlüpft. Quelle: Christiane Sommer
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Bad Belzig

Am Sonnabend kehrt die Olsenbande zum vorerst letzten Mal auf die Open-Air-Bühne unterhalb der Bad Belziger Burg Eisenhardt zurück. Zwölf ausverkaufte Vorstellungen vor begeistertem Publikum liegen hinter den Profi- und Laienschauspielern, der Olsenband und dem Olsenprojektchor. Auch Andrea Seitz wird bei der letzten Vorstellung wieder dabei sein.

Im hintersten Winkel des Burgkellers, der während der Theateraufführungen zur Garderobe für die Schauspieler umfunktioniert ist, hat die 52-Jährige auf einem Tisch allerlei Kosmetika ausgebreitet. Neben Haarnadeln, handgefilzten Blüten und aufwendigen Hüten liegt auch eine Perücke bereit. „Mit der stand ich lange auf Kriegsfuß“, gibt die Schauspielerin lachend zu – und hat gleich darauf mit wenigen geschickten Handgriffen das eigene Haar unter der Perücke versteckt. Aus Andrea Seitz ist jetzt die Figur der Yvonne geworden, die Frau von Ganove Kjeld. Damit hat sich Andrea Seitz in den vergangenen vier Wochen in die Herzen des Theaterpublikums gespielt.

Schon beim ersten Fläming-Coup war Seitz dabei

„Das freut mich sehr, damit hätte ich nicht gerechnet“, sagt die in Berlin lebende Schauspielerin. Vor zwei Jahren, als Harald Richter und Frank Grünert für den ersten Fläming-Coup des dänischen Gaunertrios im beschaulichen Bad Belzig sorgten, stand Seitz erstmals mit der Olsenbande auf der Bühne und sorgte für Gesprächsstoff. Dabei war es dem Zufall geschuldet, dass die Rolle mit ihr besetzt wurde: Weil die ursprünglich angefragte Kollegin Nachwuchs erwartete, ging das Angebot an Andrea Seitz.

Haare machen Leute: Eben noch Andrea und schon Yvonne. Die Rolle der dänischen Ganovenbraut ist Andrea Seitz auf den Leib geschneidert. Quelle: Christiane Sommer

Die hatte bis zu diesem Zeitpunkt jedoch überhaupt keinen Bezug zur Olsenbande und erklärt: „Ich bin im Westen aufgewachsen. Dort waren die Filme kaum bekannt.“ Den ersten Streifen des Gaunertrios sah sich die Schauspielerin an, nachdem sie die Rolle übernommen hatte. Je intensiver sie sich mit den in der DDR umjubelten Filmen beschäftigte, umso vertrauter wurde ihr die Figur der Yvonne. „Aber es war ein weiter Weg, bis ich sie mir erarbeitet hatte“, sagt Seitz.

Größte Herausforderung: Yvonnes Stimme

Die größte Herausforderung dabei war, der markanten Stimme gerecht zu werden. Immer und immer wieder hörte sich die Schauspielerin die Synchronsprecherin Helga Hahnemann an. Immer und immer wieder folgten Sprachübungen – bis Yvonnes markante, schrille Stimme auch zu ihrer geworden war.

Anfängliche Ängste, der stimmlichen Herausforderung über das zwei Stunden währende Theaterstück nicht gewachsen zu sein, erwiesen sich als unbegründet. Nach der umjubelten Bühnenpremiere 2015 eroberte Yvonne auch während des zweiten Fläming-Coups der Olsenbande die Herzen des Publikums im Sturm. Schauspielerin zu werden war seit Kindertagen der Traumberuf der 52-Jährigen, wie sie erzählt.

Schauspielstudium in Ulm

Ihr Schauspielstudium an der Theaterakademie „Spielstatt“ in Ulm hat Andrea Seitz 1993 abgeschlossen.

Seitdem spielte sie auf verschiedenen deutschen Bühnen – unter anderem in Leipzig, München, Ravensburg, Erfurt, Potsdam und Berlin.

Seit dem Jahre 2006 lebt sie in Berlin.

Mittlerweile arbeitet Andrea Seitz als freiberufliche Schauspielerin und stellt ihr Können auch in Lesungen und als Sprecherin unter Beweis. Mehr über sie:

www.andreaseitz.de

Erste Bühnenerfahrungen sammelte sie während der Schulzeit in einer Theatergruppe. Die Arbeit mit den Nachwuchsschauspielern aus dem Jugendtheater „Strumpfhose“ unter Leitung von Frank Grünert bereitet ihr auch deshalb große Freude. „Es ist eine besondere Art, Theater zu spielen“, sagt sie. Gleichzeitig lobt Seitz das freundschaftliche Miteinander der mehr als 40 Darsteller und die einmalige Kulisse der Burg Eisenhardt, von der die Sommertheater-Idee zusätzlich profitiert.

Und das Publikum? „Das spornt mich immer wieder zu Höchstleistungen an. Die Menschen nehmen jede Regung, jede Kleinigkeit auf“, sagt die Schauspielerin. „Ich glaube, ich habe nie eine schöneres Publikum erlebt.“

Von Christiane Sommer

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