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Mit ihm wurde das Gut zum Schloss

Zum 240.Geburtstag von Carl Friedrich August Kaehne Mit ihm wurde das Gut zum Schloss

Der Werderaner Ortsteil Petzow ist eine besondere Perle in der Mark und wird architektonisch bis jetzt von Carl Friedrich August Kaehne geprägt. 240 Jahre nach seiner Geburt wird gerade sein einstiges Schloss vom neuen Eigentümer saniert und mit exklusiven Mietwohnungen ausgestattet.

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Carl Friedrich August von Kaehne – Mitgestalter von Petzow.

Quelle: privat

Petzow. Er prägt bis jetzt das Antlitz und die Geschichte von Petzow wesentlich mit – „Carl der Erste“, Petzower Gutsbesitzer und Ziegeleibesitzer, geboren im Oktober vor 240 Jahren. Aus Anlass des Jahrestages von Carl Friedrich August Kaehne hatte der Heimatverein zu einem Konzert und zu einer Lesung eingeladen. „Ab 1814 war er Vater der aufwendigsten und größten Umgestaltung des Dorfes Petzow aller Zeiten und setzte den bereits durch Vater August begonnenen Weg konsequent fort“, sagt Karl-Heinz Friedrich vom Petzower Heimatverein.

Vater August (1751-1814) und sein Sohn Carl Friedrich August (1775-1857) hatten am gesellschaftlichen Aufstieg der Familie, ihrer wirtschaftlichen und politischen Bedeutung in der Region großen Anteil. Schon bald reichte das dörfliche Gut der Familie nicht mehr aus. Immerhin traf sich mittlerweile in Petzow viel Prominenz aus Potsdam und Berlin, die Kaehnes hatten Beziehungen ins preußische Königshaus und auch zu Schinkel, Lenné und Beuth. Und so beschloss Carl Friedrich August Haus und Anwesen in Architektur und Landschaftsgestaltung bedeutend aufzuwerten. Mithalten mit den Anderen, ihnen zeigen, was man ist und was man hat, war seine Devise. Geld hatte er genug und so sollte die Verschönerung von Petzow ihm als Legitimation dienen, in die nächsthöhere Gesellschaftsschicht, den Adel, aufzusteigen. Das alles inmitten einer schweren Krise in Europa.

Carl hat schon früh begonnen, Dorf und Gut gefälliger erscheinen zu lassen. Zunächst hat es ihm die Begradigung der Dorfstraße angetan, bald schon musste ein neues Schulhaus her. Er kauft den Bauern ihr Land ab und entlässt sie dafür aus den Zwängen ihrer Feudalverpflichtungen. 1816 erwirbt er zwei Büdnerhäuser. Die Mittel- und Kleinjagden von Petzow und Glindow werden Kaehnesches Eigentum. 1819 übernimmt er die Schmiede mit der Schmiedegerechtigkeit. In Petzow geht es nun Schlag auf Schlag. Die den Bauern und Büdnern abgekauften Gebäude werden abgerissen und zum Teil durch neue ersetzt.

In den Jahren 1819/20 wird die Schmiede an ihrem heutigen Standort aufgebaut. Um 1820 beginnt man, den Park nach Plänen von Peter Joseph Lenné anzulegen. Etwa 1825 wird das Herrenhaus umgebaut. Gegenwärtig lässt der neue Eigentümer das Schloss für Mietwohnungen sanieren. Verschiedene Bauten im noch heute bestehenden Park entstanden damals, wie das Waschhaus, die Fischerhütte und das Erbbegräbnis. Die örtliche Architektur bestimmen Schaugiebel, Zinnen, Mauerkronen, kunstvolle Schornsteine. 1827 wird dem Gut der Rittergutsstatus verliehen. Die Kirche auf dem Grelleberg wird dann das I-Tüpfelchen in Kaehnes Ortsverschönerungsplan.

Von Regine Greiner

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