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„Mit mir wird es keine Zwangsfusion geben“

Landratswahl Potsdam-Mittelmark „Mit mir wird es keine Zwangsfusion geben“

Der Kleinmachnower Klaus-Jürgen Warnick bekleidete seit der Wende in der DDR schon viele politische Ämter, jetzt will er mit dem Mandat der Partei Die Linke Landrat von Potsdam-Mittelmark werden.

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Der Mann will und kann zupacken: Jetzt möchte Klaus-Jürgen Warnick Chef der Kreisverwaltung werden.

Quelle: Claudia Krause

Kleinmachnow. Hände in den Hosentaschen wie auf dem kleinen Wahlplakat passen nicht recht zu Klaus-Jürgen Warnick. Der 63-jährige Kleinmachnower ist ein Mann der Tat: „Ich muss immer was bauen, schrauben“. Er hat starke Arme und große Hände. Hat ein Haus gebaut, Bäume gepflanzt, Heizung, Solar- und Musikanlagen selbst installiert. Für den gelernten Elektromechaniker keine Hürde. Jetzt will er eine neue überwinden: Die Wahl zum Landrat von Mittelmark.

Bewerber mag Musik, Karten, Geschichte

Die Direktwahl zum Landrat findet am 25. September 2016 statt. Es bewerben sich Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD), Franz Herbert Schäfer (CDU), Klaus-Jürgen Warnick (Die Linke), Sven Schröder (AfD) und Andreas Schramm (Piraten). Die Grünen und die FDP verzichten auf einen Kandidaten.Für die Kreistagsabgeordneten von Potsdam-Mittelmark endet die aktuelle Wahlperiode erst 2019.

Bewerber Klaus-Jürgen Warnick (Die Linke) wurde am 21. Oktober 1952 in Potsdam geboren und lebt seitdem in Kleinmachnow, wo seine Mutter ein Lebensmittelgeschäft führte. Er ist leiert, war nie verheiratet und hat vier Kinder und fünf Enkel. Als Elektromechaniker hat er bis 1990 als Rundfunkmechaniker gearbeitet. Hobbys: Handwerkeln, Musik, Skat, Politik, Geschichte, historische Touren durch Kleinmachnow.

 

Warnick ist „ein altes Schlachtross“, wie er selbst sagt, „das sich seit 1989 gut auskennt und dem man nicht so schnell etwas vormacht“. In der DDR, wo er im CvO Teltow gelernt und später als Rundfunkmechaniker im Potsdamer Privatbetrieb gearbeitet hat, kam er gut ohne Mitgliedschaft in FDJ und Parteien aus und bekam für Bestleistungen trotzdem das „Banner der Arbeit“. Er ist stolz auf seine christlich-humanistische Erziehung. Die Großmutter lehrte ihn früh Anstand, Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und die Liebe zum Frieden. „Ich habe immer den Mund aufgemacht und wollte eine andere Welt“, sagt Warnick. Seit der Wende setzt er sich politisch dafür ein. Er begann im Neuen Forum und engagierte sich besonders für die Interessen der Mieter sowie der Grundstücksnutzer und- eigentümer. Wie ein Großteil seiner Kleinmachnower Nachbarn hatte auch er um sein Haus kämpfen müssen, auf das nach der Wiedervereinigung Alteigentümer Anspruch erhoben. „Die kriegen meine Heimat nicht“, hatte er sich geschworen. Seit 1974 lebt er immer noch in seinem Haus. Vom Betroffenen wurde er zum Gründungsmitglied des Mieterbundes der DDR, war erster Vorsitzender des Mieterbundes Land Brandenburg und bekleidete verschiedene regionale Ehrenämter auf dem Gebiet des Mieter- und Grundstücksnutzerschutzes. 1994 stieg er als Parteiloser in die Bundespolitik ein; wurde wohnungspolitischer Sprecher der PDS-Fraktion. Vier Jahre war er Mitglied des Bundestages, fünf Jahre gehörte er dem Brandenburger Landtag an, seit 18 Jahren ist er Gemeindevertreter, seit 2008 sitzt er im Kreistag. Die Aufzählung all seiner Ehrenämter, politischen Wahlfunktionen und weiterer Mandate in Aufsichtsräten füllt zwei A4-Seiten. Sein Engagement hat sich längst herumgesprochen. Selbst abends um halb zehn kämen noch „Männer in Schlips und Kragen“ zu ihm nach Hause und bitten um Hilfe.

Die anderen Kandidaten:

– Wolfgang Blasig (SPD): Amtsinhaber kämpft um seinen Job

– Sven Schröder (AfD): Politikneuling strebt Chefposten an

– Andreas Schramm (Piraten): Kandidat will sich für mehr Transparenz einsetzen

– Franz Herbert Schäfer (CDU): Metzgersohn will Landrat werden

Erst im Jahr 2000 ging er in die PDS. Auch wenn er für viele Genossen „unser Klaus-Jürgen“ ist, schwimmt er manchmal gegen den Strom. „Ich bin nicht Die Linke, ich bin Klaus-Jürgen Warnick“, betont er. Selbst in Sachen Windräder können die Gegner unter den Genossen in der Region nicht auf ihn zählen. „Es gibt dazu keine Alternative“, sagt er. Vorher hat er recherchiert, Fachvorträge angehört, mit Bürgerinitiativen stundenlang diskutiert. „Ich will immer auch die andere Meinung hören“, sagt Warnick, der sich „lieber ins Schlachtgetümmel wirft“. Dadurch, so meint er, zeichne sich Wolfgang Blasig „nicht aus“. Ein Landrat könne angesichts von Bundesgesetzen und kommunaler Selbstverwaltung zwar „relativ wenig bewirken“, aber „er kann sehr aktiv in die Kommunen gehen und mit klugen Köpfen reden“. Zunächst einmal sei er „Chef einer großen Verwaltung mit 1000 Mitarbeitern“. Beim Stichwort Kreisgebietsreform ist sein Standpunkt klar: „Mit mir wird es keine Zwangsfusion geben. Dazu müssen die Bürger befragt werden.“ Mit einem höheren Kreisentwicklungsbudget will er für mehr Solidarität sorgen. Von jetzt 750 000 Euro wollen es die Linken auf 1 Million erhöht wissen. „Es ist eine segensreiche Sache“, so Warnick, „denn den Reichen tut’s nicht weh“. Die Differenzierungen zwischen Top-Regionen wie der Teltower und weniger Lage-privilegierten an der Grenze zu Sachsen-Anhalt müssten ausgeglichen werden.

Warnick nimmt die Landratswahl sportlich. Als Rentner müsste er es sich nicht mehr antun, aber er sei halt „Überzeugungstäter“. Mit seinen Konkurrenten duzt er sich zum Teil. Wolfgang Blasig (SPD), den früheren Kleinmachnower Bürgermeister, kennt er am längsten. Die beiden Männer saßen in der Wendezeit schon in der Kirche und berieten über den Neuanfang. Kennen sich aus der Gemeinderatsarbeit und außerdem gingen „unsere Söhne in den gleichen katholischen Kindergarten“. Und der Pirat Andreas Schramm sei „ein feiner Kerl“. Schramms Sohn Raoul ist Warnicks Stellvertreter in der Kleinmachnower Fraktion Die Linke/Piraten. Die CDU- und AfD-Kontrahenten lernt er jetzt kennen. „Ich will auf jeden Fall in die Stichwahl kommen“, sagt Warnick und reibt sich die Hände.

Bis dahin hatte er es schon vor acht Jahren bei der Bürgermeisterwahl in Kleinmachnow geschafft – gegen Michael Grubert (SPD). Er unterlag mit 41 Prozent. Im November 2016 wählen die Kleinmachnower wieder ihren Gemeindechef. Diesmal haben sie keinen Kandidaten der Linken zur Wahl.

Bewerber mag Musik, Karten, Geschichte

Die Direktwahl zum Landrat findet am 25. September 2016 statt. Es bewerben sich Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD), Franz Herbert Schäfer (CDU), Klaus-Jürgen Warnick (Die Linke), Sven Schröder (AfD) und Andreas Schramm (Piraten). Die Grünen und die FDP verzichten auf einen Kandidaten.Für die Kreistagsabgeordneten von Potsdam-Mittelmark endet die aktuelle Wahlperiode erst 2019.

Bewerber Klaus-Jürgen Warnick (Die Linke) wurde am 21. Oktober 1952 in Potsdam geboren und lebt seitdem in Kleinmachnow, wo seine Mutter ein Lebensmittelgeschäft führte. Er ist leiert, war nie verheiratet und hat vier Kinder und fünf Enkel. Als Elektromechaniker hat er bis 1990 als Rundfunkmechaniker gearbeitet. Hobbys: Handwerkeln, Musik, Skat, Politik, Geschichte, historische Touren durch Kleinmachnow.

Von Claudia Krause

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