Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneefall

Navigation:
Mit wem Werder verbandelt ist

Städtepartnerschaften Mit wem Werder verbandelt ist

Nach der Wende kam die Hilfe aus dem Rheinland für Werder wie gerufen. Alt-Bürgermeister Werner Große (CDU) nahm die Unterstützung aus Siegburg damals dankend an, denn die Verwaltung befand sich im Neustart. Noch immer besteht die Partnerschaft. Im Jubiläumsjahr wurde an die Schützenhilfe aus Siegburg erinnert.

Voriger Artikel
Diese Funde lassen Archäologen aufhorchen
Nächster Artikel
Gewässer braucht stabilen Pegel

Abtei Michaelsberg in Siegburg
 

Quelle: Leserfoto/Thomas Piechulla

Werder.  Die Blütenstadt hat Kontakte nach Europa und sogar nach Asien: Zu sechs Städten pflegt Werder zum Teil seit mehr als 20 Jahren eine Partnerschaft. Eigentlich sind es sogar sieben, denn Siegburg wird oft als Partnerstadt genannt, ist aber rein formal betrachtet eine „Freundschaftsstadt“, wie das Rathaus auf MAZ-Anfrage erklärte. Offenbar hatte man es zur Wendezeit nicht so förmlich halten wollen und entschloss sich für einen Freundschaftsvertrag. Doch auch wenn Siegburg nicht in der offiziellen Liste auftaucht, zählt die Kreisstadt im Rheinland mit fast 43 000 Einwohnern zu den engsten Partnern. Im Jubiläumsjahr Werders ist daran mehrfach erinnert geworden.

1990 konnte von der Blütenstadt, wie man sie heute kennt, noch keine Rede sein. Damals hatten 25 Prozent der Wohnungen in Werder kein Bad und keine Innentoilette, 63 Prozent waren nicht an die Schmutzwasserversorgung angeschlossen und auch die Verwaltung musste bei Null anfangen. Bei deren Aufbau etwa leistete Siegburg Schützenhilfe. „Die Siegburger haben nicht erklärt, wie es gehen muss. Sie haben Know-how nach Werder gebracht und dies vermittelt mit den Worten: ,Entscheiden müsst ihr selbst’“, berichtete Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des deutschen Städte- und Gemeindebundes, bei der Festsitzung der Stadtverordneten. Alt-Bürgermeister Werner Große (CDU) nahm die Hilfe dankend an. Der Kontakt nach Siegburg bestand über die Karnevalsvereine. Werner Große war Prinz der 20. Saison und hatte zum Karneval einen heißen Draht. „Aus der Partnerschaft mit Siegburg konnten viele Freundschaften gewonnen werden“, resümierte der Ex-Bürgermeister im Nachgang seiner Auszeichnung als Ehrenbürger der Stadt.

Werder stellt sich regelmäßig in Siegburg vor

Die amtierende Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) benannte die Hilfe konkret: „Ein Teilflächennutzungsplan, eine Sanierungssatzung, ein Marketingkonzept, ein Verkehrsentwicklungsplan, eine Tourismuskonzeption und nicht zuletzt das Modellprojekt Gemeindeforum Havelseen wurden in den ersten Jahren nach der Wende mit Siegburger Rückendeckung auf den Weg gebracht.“ Sogar die Verwaltungsfachangestellten für Werder wurden in den 90er-Jahren in Siegburg ausgebildet. Einige arbeiten noch heute im Rathaus, so die Stadtchefin. Zum Festempfang war unter anderem der Siegburger Bürgermeister, Franz Huhn (CDU), eingeladen und scheute nicht davor, Manuela Saß einen kleinen Tipp für den Umgang mit der frisch angelegten Amtskette zu geben. Aus eigener Erfahrung empfahl er ihr, die Kette nicht zu oft zu tragen, denn das mache die entsprechenden Anlässe umso glanzvoller.

Das sind Werders Städtepartner

Jüngste Partnerstadt Werders ist Muan im Landkreis Muan-Gun in Südkorea. Im Juni 2001 wurde der Vertrag abgeschlossen.

Oppenheim am Rhein (etwa 7400 Einwohner) hat es ebenso wie Werder mit Wein und Kultur zu tun. Partnerstadt ist Oppenheim seit April 1990.

Die 34 500-Einwohner-Stadt Hjørring liegt in der dänischen Region Nordjylland. Der Vertrag über die Zusammenarbeit mit Werder besteht seit April 1993.

Im Januar 1998 besiegelte Werder die Partnerschaft mit der polnischen Stadt Tczew. Diese gilt als wichtiger Eisenbahn- und Straßenknotenpunkt Nordpolens.

Birzai liegt an der östlichen Ostseeküste in Litauen und ist seit März 1999 Partnerstadt.

Almdorf (Schleswig-Holstein) hat 500 Einwohner und jede Menge Reetdachhäuser. Die Partnerschaftsurkunde ist auf Mai 1995 datiert.

Der Austausch mit Siegburg, dem Verwaltungssitz des Rhein-Sieg-Kreises im Regierungsbezirk Köln, sei genauso eng wie zu allen anderen Partnerstädten, sagt Stadtsprecher Henry Klix. In regelmäßigen Abständen kann sich die Blütenstadt bei einem „Werder-Tag“ auf dem Marktplatz von Siegburg mit Produkten und Unternehmen aus der Region und natürlich der Baumblütenkönigin vorstellen. Das geht unter anderem aus Leserbriefen hervor, die Werner Große oder sein Sohn und 1. Beigeordneter, Christian Große, verfasst haben. Darin schreiben sie unter anderem, dass die Produkte aus Werder im Rheinland gefragt sind.

Austausch auf künstlerischer Ebene

Mit einigen der anderen Partnerstädte Oppenheim am Rhein, Hjørring (Dänemark), Tczew (Polen), Birzai (Litauen), Almdorf (Schleswig-Holstein) und Muan (Korea) besteht der Kontakt seit Jahren zum Beispiel auf künstlerischer Ebene. Wenn etwa die internationalen Pleinairs anstehen, reisen immer Künstler aus den Partnerstädten an. In diesem Jahr fand das Treffen in Petzow mit Beteiligung aus fünf Ländern zum dritten Mal statt. Die Städtepartnerschaft zu Tczew wurde durch Gruppenausstellungen mit polnischen Künstlern belebt. Zur Präsentation des Wimmelbildes im Mai kamen auch wieder Gäste aus Tczew. Der Leiter des dortigen Kulturvereins Brama, Ludwik Kiedrowski, gehörte vor 20 Jahren zu den Mitbegründern der Partnerschaft und kündigte an, dass im Juni eine Schau mit Fotografien vom Kurator der Stadtgalerie, Frank W. Weber, in Tczew eröffnet wurde.

Von Luise Fröhlich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg