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Potsdam-Mittelmark Mittelmärker rasen mehr denn je vor Schulen
Lokales Potsdam-Mittelmark Mittelmärker rasen mehr denn je vor Schulen
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08:27 26.10.2015
Diese Warnsäulen erzielen wohl nicht immer Wirkung Quelle: Thomas Wachs
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Bad Belzig

Vor den Schulen zwischen Havel und Fläming wird offenbar rücksichtsloser denn je gerast. Das geht zumindest aus einer jetzt veröffentlichten Statistik der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark hervor. Demnach hat sich der Anteil der Tempo-Sünder bei den Messungen zu Beginn des Schuljahres verdoppelt.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat die in Werder/Havel ansässige Verkehrsbehörde den Kontrolldruck etwas erhöht. 55-mal rückten Einsatzkräfte im September aus, um vor allem vor den Grundschulen präsent zu sein. 2014 gab es lediglich 51 Kontrollen. Zwar sank die Zahl der dabei ins Visier genommenen Kraftfahrzeuge sogar von 11546 auf 7057. Die Zahl der Überschreitungen der vorgegebenen Höchstgeschwindigkeit nahm jedoch nicht ab. Ganz im Gegenteil. Es wurden mehr.

Statt 511 Kraftfahrern vor Jahresfrist waren dieses Mal sogar 566 über dem Limit unterwegs. Der prozentuale Anteil der Raser erhöhte sich also von 4,0 auf 8,0 Prozent zu. Dies ist über der allgemein übliche Quote – und alarmierend, dass sie selbst dort überschritten wird, wo zahlreiche Kinder unterwegs sind. 74 der Fahrzeugführer drückten gleich so sehr auf das Gaspedal, dass sie sogar einen Bußgeldbescheid erhalten werden. Im Vorjahr waren es lediglich 36.

Während es von der Polizeiinspektion Brandenburg aktuell keine derartige Erhebung gibt, fällt das Resümeé bei der Faktenlage dennoch eindeutig. „Es ist eindeutig erkennbar, dass die weitere Geschwindigkeitsmessung zu Schuljahresbeginn dringend geboten ist“, sagt Heike Vierke-Eichler. Die Chefin des Fachamtes verspricht daher schon einmal, dass es spätestens im kommenden Sommer eine konsequente Fortsetzung geben wird.

Immerhin müht sich das Landratsamt Bad Belzig verkehrsberuhigend einzuwirken. Vielerorts sind im Hohen Fläming inzwischen auffällige rotgelbe Warnsäulen oder die digitalen Geschwindigkeitsanzeigen installiert, deren Display rot leuchtet, wenn ein Auto zu schnell dort entlang fährt. 30.000 Euro wurden im vergangenen Jahr auf Antrag an 15 Städte und Gemeinden zu diesem Zweck ausgereicht. Aktuell zeichnet sich ein ähnliches Antragsvolumen ab. Der Effekt war in den jüngsten Beratungen des Fachausschusses jeweils gelobt worden. Nun allerdings dürfte vorübergehend Ernüchterung bei Politik und Verwaltung herrschen.

Von René Gaffron

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