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Potsdam-Mittelmark Mittelmärker trennen Müll vorbildlich
Lokales Potsdam-Mittelmark Mittelmärker trennen Müll vorbildlich
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00:31 08.11.2015
Auf den drei Wertstoffhöfen des Kreisabfallbetriebes APM erhalten Kunden Beratung bei der korrekten Mülltrennung. Das erledigen unter anderem Karl-Heinz Hettwer (re.) und Ingo Ohme (li.) in Niemegk. Quelle: Thomas Wachs
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Bad Belzig

Den Bürger im Kreis Potsdam-Mittelmark geht es wirtschaftlich offenbar besser als anderswo im Land Brandenburg. Das schlussfolgert Landrat Wolfgang Blasig (SPD) aus der Abfallbilanz. Deren aktuellste Daten für das Jahr 2014 sind am Donnerstag vorgestellt worden. Demnach fährt der Sperrmüllwagen häufiger als anderswo durch die Orte, weil sich Mieter und Hausbesitzer mehr als anderswo im Land Brandenburg von ihrem Sofa, der Kinderzimmereinrichtung oder der Einbauküche trennen, um sich neu einzurichten. Insgesamt 8408 Tonnen Sperrmüll fielen im Vorjahr an. Das entspricht 41 Kilogramm pro Einwohner. Die Zahl gehört zu den höchsten Werten im Land Brandenburg. Im Landkreis Barnim hingegen waren es lediglich 13 Kilogramm pro Einwohner und in der Stadt Brandenburg an der Havel 55 Kilogramm.

Höhere Gebühr droht

Die Abfallgebühren sind per Satzung im Doppelhaushalt des Landkreises für die Jahre 2015 und 2016 unverändert bestätigt.

Danach steht eine neue Ausschreibung an. Sie könnte ab 2017 höhere Gebühren zur Folge haben, kündigte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) an.

Die Kreisverwaltung rechne nämlich schon heute mit höheren Entsorgungskosten für Restmüll in Verbrennungsanlagen. Diese seien weitgehend ausgelastet.

Derzeit lässt die kreiseigene Abfallwirtschaftsgesellschaft APM Restmüll in Anlagen in Premnitz (Havelland) und Staßfurt in Sachsen-Anhalt „energetisch verwerten“.

Insgesamt ist das Müllaufkommen aller Fraktionen im Landkreis seit 2006 weitgehend stabil. Aktuell fielen hier 20 880 Tonnen Hausmüll an. Das entspricht 101 Kilogramm pro Kopf der rund 206 200 Einwohner. Sie sind nämlich Meister der Müllvermeidung in dieser Sparte. Denn in Potsdam fielen zum Vergleich 179 Kilogramm pro Bewohner an. Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin lag dieser Wert bei 110 Kilogramm.

Große Disziplin beim Trennen des Restmülls

Grund für das spitzenmäßig geringe Aufkommen an Hausmüll in Potsdam- Mittelmark ist offenbar auch die große Disziplin beim Trennen des Restmülls von wiederverwertbaren Wertstoffen wie Papier, Glas, Elektronikabfall, Schrott und Verpackungen mit dem Grünen Punkt, die über getrennte Systeme gesammelt werden.

Dabei nutzen die Mittelmärker immer stärker auch die drei Wertstoffhöfe in Niemegk, Werder/Havel und Teltow. Seit 2006 hat sich die Zahler der Besucher dort von 2006 bis 2010 von 55 300 auf 100 200 Anlieferungen fast verdoppelt. Obwohl Sperrmüll, Elektroschrott und Sonderabfälle dort in den meisten Fällen kostenlos abgegeben werden können, landeten insgesamt 768 Tonnen Müll aber noch immer auch illegal in Wald und Flur. „Ich kann nicht verstehen, warum sich jemand die umständliche Mühe macht, seinen alten Kühlschrank in den Wald zu fahren, statt ihn an der Haustür abholen und umweltgerecht entsorgen zu lassen“, sagt Steffi Kuhnke vom Fachbereich Umwelt der Kreisverwaltung. Sie hat die Abfallbilanz erstellt. „Immerhin sind für illegal abgelagerten Müll Bußgelder ab 100 Euro aufwärts fällig“, sagt die Sachbearbeiterin. Zudem belasten die zusätzlichen Entsorgungskosten – 2014 waren dies immerhin 183 400 Euro – die Allgemeinheit, da sie in die Gebührenkalkulation eingehen.

Werbung für Biotonne hat gefruchtet

Gut bewehrt hat sich die Einführung der gesonderten Biotonnen für organische Abfälle. Deren Entleerung kostet deutlich weniger als vergleichbare Restmülltonen. „Die im vorigen Jahr verstärkte Werbung für diesen braunen Behälter hat Erfolg gezeigt“, sagt Hannes Strunz, vom Fachbereich Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Die braune Tonne für Bioabfall wird in Potsdam- Mittelmark immer beliebter. Quelle: dpa

So stieg das Aufkommen kontinuierlich von 788 Tonnen im Jahr 2006 auf jetzt 2361 Tonnen. Pro Kopf ist das ein Wachstum von 3.9 auf 11,4 Kilogramm. Die Kreisverwaltung erwägt nun, neben den bislang üblichen braunen Tonnen mit 120 und 240 Litern Fassungsvermögen auch kleiner Biotonnen mit 60 Litern anzubieten. Diese braunen Behälter empfiehlt der Landrat auch Haushalten in ländlichen Regionen, „wenn sie nichts mit haarigen Tierchen mit langem Schwanz oder Wildschweinen im Garten zu tun haben wollen“, so Blasig. Denn beispielsweise Küchenabfälle seien nicht für den Komposthaufen geeignet. „Andererseits gehören sie nicht in die graue Restmülltonne und verteuern deren Entsorgung nur unnötig“, sagte Wolfgang Blasig am Donnerstag.

Von Thomas Wachs

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