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Mittelmark: Tradition wird immer beliebter

Hubertusmesse gefeiert Mittelmark: Tradition wird immer beliebter

Im Hohen Fläming wird immer häufiger die Tradition der Hubertusmesse gepflegt. In Linthe sind dazu jetzt 50 Besucher zusammen gekommen. Weitere Termine stehen für Haseloff und Golzow aus.

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Stefan Baier zelebriert die Hubertusmesse in der Linther Kirche.

Quelle: Andreas Koska

Linthe. In immer mehr Orten des Flämings wird derzeit wieder die Tradition der Hubertusmesse gepflegt. Nicht nur für Simone Paul gehört dieses „Erntedankfest der Jäger“ zum jagdlichen Brauchtum. Es war bereits Ende Oktober in Bardenitz gefeiert worden. Weitere Termine in Fläming-Dörfern folgen dieser Tage.

„Es ist es schön, im Gottesdienst selbst zu musizieren“, bekannte Simone Paul, die organisatorische Leiterin der Jagdhornbläser „Freunde der Jagd“ aus Linthe. In diesem Jahr hatte die zierliche Frau zudem die Ehre, die Hubertusrede – oder wie es im Programm hieß, die Laienansprache – zu halten. „Die Botschaft der Hubertussage ist immer noch aktuell“, so Paul. „Wir sollen verantwortungsvoll mit der Umwelt und den Kreaturen umgehen“, sagte sie. Die Hubertusmesse fand zum fünften Mal statt.

Jürgen Lindemann ist der Initiator

Die Idee hatte einst der Jäger und Jagdhornbläser Jürgen Lindemann. „Diese Tradition kannten wir aus Berlin und haben sie auch in Linthe wieder angeregt“, erzählt seine Frau Sabine Lindemann. Sie ist musikalische Leiterin der Jagdhornbläser und fand sofort Anklang bei den Mitgliedern des Ensembles. Fand die Premiere damals noch in der Kirche zu Brück-Trebitz statt, feierten die Waidleute nun zum vierten Mal in Linthe. Zur musikalischen Umrahmung trug zudem der Männergesangsverein „Harmonia“ aus Brück-Trebitz bei.

Simone Paul verwies in ihrer Rede darauf, dass es bei der Jagd auch um die Hege und Pflege geht. „Jagd ist Arbeit“, machte sie deutlich. Zusammenarbeit mit den Landwirten, Bestandsminimierung – auch um die Schäden in Wald und Flur zu mindern – sowie die Ausbildung der Jagdhunde und der Abschuss kranker Tieren gehören für sie dazu. „Besonders schlimm ist es, wenn man nach einem Unfall verletzte Tiere, die einen mit einem flehentlichen Blick anschauen, töten muss“, gab die Jägerin offen zu.

Der Heilige Hubertus

Weitere Gottesdienste mit Hubertusmesse finden statt am heutigen Freitag, um 19 Uhr, in der Kirche zu Haseloff sowie am Sonntag, 15. November, in Golzow.

Laut der Legende war Hubertus Pfalzgraf und soll ein rauer Lebemann gewesen sein.

Bei einer Jagd sie ihm ein Hirsch erschienen mit einem goldenen Kruzifix im Geweih. Dadurch wurde er bekehrt.

Heute gilt Hubertus als Schutzpatron der Jäger. Der 3.November ist der Hubertustag.

Die Predigt oblag diesmal Pfarrer Stefan Baier. Der Geistliche bezog in seine Fürbitten zwar auch die Jäger und Jagdhelfer ein, den Schwerpunkt der Fürbitten und der Predigt bildete jedoch die Not der Flüchtlinge und die aktuelle Lage in Deutschland. „Für unser Land, dass wieder zerrissen wird“, so eine Bitte. „Für alle auf der Flucht“, eine weitere. „Die Liebe zum Menschen und den Tieren darf man nicht trennen, denn nur wer den Menschen liebt, kann auch die Tiere lieben“, sagte Baier.

Der Geistliche forderte eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Flüchtlingen und Respekt voreinander. Dabei zog er auch einen Vergleich zur politischen Wende vor 25 Jahren in Deutschland. „Bis heute gibt es Unterschiede aber auch Zufriedenheit“, so Baier. „Bei unseren Mitbürgern aus anderen Kulturkreisen könnte es länger dauern, aber wir sollten Respekt vor derer Lebensleistung haben und die Neugier behalten“, lautete Baiers Appell. Das von ihm sodann angestimmte Lied „Gar lustig ist die Jägerei“, passte freilich schwer zu den ernsthaften Ausführungen zuvor. Immerhin verwies es auf den Zweck der von etwa 50 Personen besuchten Messe.

Kollekte dient der Pflege der Kirchenwälder

„Es ist eine tolle Tradition, die fortgeführt wird, allerdings würde ich mir einen besseren Besuch auch von Jägern aus der Umgebung wünschen“, sagte Linthes Bürgermeister, Ottheiner Kleinerüschkamp (CDU). Die Kollekte wurde für die Pflege der Kirchenwälder gesammelt. Nachdem die Jagdhornbläser die Gottesdienstbesucher mit dem vor der Kirche vorgetragenem Werk „Auf Wiedersehen“ hinausbegleitet hatten, klang der Hubertusabend in gemütlicher Runde im Gasthaus „Linther Hof“ bei Glühwein aus.

Von Andreas Koska

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