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Mittelmark: Unfallserie nach Wintereinbruch

Bewährungsprobe für Räumdienste Mittelmark: Unfallserie nach Wintereinbruch

Der erste stärkere Schneefall des Winters hält seit Dienstag auch den Fläming in Bewegung. Räumdienste und Grundstücksbesitzer sind zum Winterdienst gefordert. Auf der Autobahn unterschätzten Kraftfahrer die Lage. Allein auf der A 9 kam es am Dienstag zu drei schweren Unfällen.

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Großeinsatz gegen Winterglätte auch in Bad Belzig. Benjamin Barth und seine Kollegen des städtischen Bauhofes kümmern sich um öffentliche Wege, wie hier an der Niemegker Straße.

Quelle: Thomas Wachs

Niemegk. Anhaltendes Schneetreiben hielt Kraftfahrer und Einsatzkräfte ab Dienstagabend in Anspannung. Am Abend hatten sich allein auf der Autobahn 9 im Fläming drei Unfälle ereignet. Auf den Kreis- und Landesstraßen im Fläming blieb es nach bisherigen Erkenntnissen ruhiger. Allerdings verunglückt zwischen Grubo und Raben eine Oma mit ihrem Enkel. Der Skoda der 66-Jährigen kam um 19.35 Uhr auf der L 84 in einer Linkskurve, wohl aufgrund unangepasster Geschwindigkeit, nach rechts von der Fahrbahn ab. Das Auto stieß gegen einen Baum. Die Fahrerin und ihr sechsjähriges Enkelkind wurden verletzt und zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Oh Personenschaden verlief ein Unfall auf der B 246 zwischen Reetz und Reuden. Dort war gegen 16.15 Uhr ein Auto von der Fahrbahn in den Straßengraben gerutscht.

Auto stieß gegen Baum

Allgemein war es für die Räumdienste und verantwortliche Privatleute im Fläming der erste wirkliche Einsatz dieses Winters. So schickte Wilfried Müller, Leiter der Straßenmeisterei Bad Belzig fünf Streu- und Räumfahrzeuge auf die Bundes- und Landesstraßen. Am Betriebshof lagern rund 1500 Tonnen Streusalz. „Mit dieser Menge kommen wir während eines normalen Winters auch ganz gut hin“, sagte der Leiter der Niederlassung des Landesbetriebes Straßenwesen zu Saisonbeginn der MAZ. Sein Team ist insgesamt für 150 Kilometer Bundesstraßen und 140 Kilometer Landesstraßen zuständig. Dazu kommen 75 Kilometer Radwege parallel zu den Bundesstraßen. Vier regional gebundene Vertragspartner helfen aktuell beim Winterdienst.

Zwischen den Ausfahrten Beelitz und Brück rutschte dieser Laster auf der A9 auf  eisiger Fahrbahn und Neuschnee nach rechts in die Leitplanke

Zwischen den Ausfahrten Beelitz und Brück rutschte dieser Laster auf der A9 auf eisiger Fahrbahn und Neuschnee nach rechts in die Leitplanke.

Quelle: Julian Stähle

Die Straßenmeisterei des Landkreises Potsdam-Mittelmark ist nun mit acht großen Streu- und Räumfahrzeugen sowie einem Multicar für die Radwege im Einsatz. Damit werden 300 Kilometer Straßen und 25 Kilometer Radwege von insgesamt 18 Kollegen im Schichtdienst von Schnee und Eis befreit. Dafür griffen sie ab Dienstag nun erstmal in dieser Saison das Lager von rund 1 000 Tonnen Streumaterial an.

Acht Räumfahrzeuge auf Tour

Die Autobahnmeisterei Niemegk ist zuständig für die Autobahn 9 im Land Brandenburg sowie für den Abschnitt des Berliner Ringes der A 10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Werder.

Zur Flotte zählen acht Räumfahrzeuge, die jeweils mit einem Kollegen besetzt sind. Dabei handelt es sich um sechs große Räum- und Streufahrzeuge mit 4,10 Meter breiten Schneeflügen sowie zwei kleiner Unimogs, die vorwiegend auf Rastplätzen zum Einsatz kommen.

Im Betriebshof Niemegk sind sechs Wagen stationiert, zwei weitere rücken von Michendorf aus.

Probleme gab es am Dienstagabend vor allem auf der Autobahn 9. Dort war ein Lastwagen gegen 15.30 Uhr zwischen Niemegk und Brück bei einem Überholmanöver auf einen Lastzug aufgefahren. Der 57-jährige Fahrer wurde verletzt. „Anfängliche Meldungen, wonach er eingeklemmt sei, bestätigten sich glücklicherweise nicht“, erzählt Tino Bastian, Einsatzleiter der Feuerwehr Niemegk. Zudem waren Wehren aus Brück und Treuenbrietzen zunächst in Richtung Beelitz geschickt worden, weil die Leitstelle unklare Unfallmeldungen erhalten hatte. In der Gegenrichtung rutschte zwischen den Ausfahrten Beelitz und Brück ein Kesselwagen auf eisiger Fahrbahn und Neuschnee nach rechts in die Leitplanke, verkeilte sich und blieb stecken. Er blockierte zwei Fahrspuren.

Probleme auf der A9

Am Abend dann ereignete sich gegen 19 Uhr ein dritter Unfall mit Personenschaden. Zwischen Klein Marzehns und Niemegk hatte sich ein Opel überschlagen. Der Wagen landete auf dem Dach im Straßengraben. Zwei der drei Insassen im Alter um die 20 Jahre konnten sich selbstständig befreien. Die Fahrerin jedoch wurde schwer verletzt. Zwei Spuren wurden gesperrt. Dort ereignete sich fast ein Drama nach einem Auffahrunfall. Dabei schob ein VW Golf einen Opel direkt in die abgesperrte Einsatzstelle. „Das Auto schoss nur ganz knapp zwischen einem Rettungswagen und einem Feuerwehrauto hindurch“, erzählt Tino Bastian. „Verletzt wurde zum Glück niemand“, so der Einsatzleiter.

Dieser Laster krachte auf der A9 zwischen Niemegk  und Brück  beim Überholversuch auf das Heck eines Sattelzuges

Dieser Laster krachte auf der A9 zwischen Niemegk und Brück beim Überholversuch auf das Heck eines Sattelzuges.

Quelle: Julian Stähle

Für die Dauer der Rettungsarbeiten wurden an allen drei Unfallstellen bis zu zwei Fahrspuren der Autobahn 9 gesperrt. Es kam zu Staus. Diese brachten wiederum auch die Räumdienste der Autobahnmeisterei Niemegk in Schwierigkeiten und Zeitverzug beim Kampf gegen glatte Pisten. Hans-Joachim Bastian appelliert in dem Zusammenhang an mehr Vernunft der Kraftfahrer. Rettungsgassen seien für viele ein Fremdwort. „Einige sind der Meinung, dass auch unsere Kollegen warten müssen“, kritisiert der Chef der Autobahnmeisterei Niemegk. Immerhin brauchen die großen Räumfahrzeuge mit 4,10 breiten Schneepflügen eine Arbeitsbreite von knapp fünf Metern.

Kampf gegen glatte Pisten

Allgemein geht die Polizei davon aus, dass die Unfälle vom Dienstagabend auf unangemessenes Tempo der Kraftfahrer zurückzuführen ist. „In meinem Pkw bin ich im Schneetreiben noch eifrig von Lastzügen überholt worden, die trotz der winterlichen Bedingungen offenkundig weiter mit 90 Sachen und Tempomat ihre Spur zogen“, erzählt auch Hans-Joachim Bastian von seinen Erlebnissen auf der winterlichen Piste. „Wenn es dann kracht, stecken auch wir fest und können unsere Arbeit nicht erledigen“, sagt der Chef der Autobahnmeisterei.

Winterliche Bedingungen  in der Niemegker Straße in Bad Belzig

Winterliche Bedingungen in der Niemegker Straße in Bad Belzig.

Quelle: Thomas Wachs

Alle seine Kollegen waren die gesamte Nacht über im Einsatz. „Krank werden darf bei uns im Winter niemand“, so Bastian. Immerhin sind auch seine Fahrer an Ruhezeiten gebunden. „Bis zum Mittwochmorgen hatten die Kollegen alle Pisten wieder von Schnee und Eis befreit“, so Bastian. „Lediglich auf Rastplätzen gab es noch Probleme“, räumt der Chef der Autobahnmeisterei ein. „Dort waren wir in der Nacht nicht durchgekommen, weil geparkte Lastwagen und Schwerlasttransporte die Durchfahrt behinderten“, erklärt Hans-Joachim Bastian.

Von Thomas Wachs

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