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Potsdam-Mittelmark Mittelmeer-Giftspinne auch in Beelitz
Lokales Potsdam-Mittelmark Mittelmeer-Giftspinne auch in Beelitz
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13:25 30.07.2016
Sieglinde Hollstein (61) am Fundort der Spinne in ihrem Garten.  Quelle: B.Gartenschläger
Beelitz

 Einen Strauch mit langen, trockenen Lilienblättern wollte Sieglinde Holstein (61) am Samstagnachmittag aus ihrem Garten in der Kleingartensparte „An der Nieplitz“ in Beelitz herausholen, als sie auf einem der abstehenden Blätter eine Dornfingerspinne sah – eine giftige Spinne, die aus dem Mittelraum stammt.

Zuerst hielt Sieglinde Holstein das leuchtend orange Spinnentier für einen der roten Käfer, die bei ihr im Garten umherkrabbeln. Bei näherer Betrachtung, erzählt sie, habe sie das Tier für eine Heuschrecke gehalten. „Die guckte halb aus ihrem Netz heraus und ich konnte das Tier nicht zuordnen“, sagt Sieglinde Holstein. „Aber für eine Spinne habe ich es nicht gehalten“, so Holstein. Auch das Netz habe merkwürdig ausgesehen, seltsam weiß und eckig gesponnen, berichtet Holstein. Weil sie nicht wusste, um welches Tier es sich handelte, machte sie einen großen Bogen um den Strauch, erzählt sie.

Sonntagabend wich Sieglinde Holsteins Unwissenheit einem Schaudern. Auf der Internetseite der MAZ las sie einen Artikel über die Ansiedelung der Mittelmeerspinnen in Falkensee. Auf dem Foto erkannte sie die Spinne wieder – genauso ein Exemplar hatte sie Tags zuvor in ihrem Garten gesehen. „Da wurde mir schon ein wenig mulmig, rechnet man ja nicht damit“, sagt sie. „Vor allem mag ich keine Spinnen“, sagt sie.

» Haben Sie auch eine Dornfinger-Spinne gesehen? Schreiben Sie uns, wann und wo Sie das Exemplar entdeckt haben: online@maz-online.de

Seit 1992 bewirtschaften sie und ihr Mann Jürgen (62) die etwa 800 Quadratmeter Garten in Beelitz. Außergewöhnlich aussehende Tiere habe sie dort schon öfter gesehen wie „einen totalen bunten Schmetterling. Da habe ich bei der Spinne gedacht, dass es mal wieder was Neues wäre“.

Sieglinde Holstein geht sehr vorsichtig durch ihre Beete, hebt die herunterhängenden Stiele nur behutsam an. Die Spinne war gestern Nachmittag nicht mehr zu finden. Oder, das findet sie noch viel schlimmer, nicht zu wissen, wo die Spinne steckt. „Die muss hier ja noch irgendwo sein und ich will mich auch nicht von der Spinne beißen lassen“, sagt sie. Auch um ihre beiden Katzen ist sie besorgt, die sich im hinteren Teil des Gartens austoben können. Sie hat gelesen, dass die Spinnen auch für Tiere giftig sind, weshalb sie ihre Katzen lieber daheim in ihrer Wohnung lässt.

Die Dornfinger-Spinne

Die Dornfinger- und Wasserspinnen sind die einzig giftigen in Mitteleuropa.

Natürlich Feinde haben sie hier nicht.

Vom Wespenstich bis zum Krankenhausaufenthalt: die Verletzungen sind weit gefächert.

1,5 Zentimer groß können die Spinnen werden. Der Vorderkörper ist rot-orange, die Beine eher bräunlich.

Bisher ist es in der Stadt Potsdam jedoch zu keinem Vorfall mit Spinnenbissen gekommen. Laut Aussage des Potsdamer Stadtsprechers Jan Brunzlow liegen weder dem Gesundheits- noch dem Veterinäramt Meldungen darüber vor.

Die Stauden möchte die Rentnerin in den kommenden Tagen dennoch entfernen. Ein wenig unwohl ist ihr zumute, wenn piksige Sträucher sie touchieren.

„Aber zuletzt saß die Spinne ganz oben auf dem Blatt, wie auf dem Präsentierteller“, sagt Sieglinde Holstein „da erkennt man sie ja mühelos“. Ihren kleinen Garten gestalte die Potsdamerin jedes Jahr um. Eine Spinne wird Sieglinde Holstein nicht vom Umgraben und Umtopfen abhalten.

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Von Lisa Neumann

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