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Mode, Menschen, Anekdoten

Seddin Mode, Menschen, Anekdoten

Regisseur Klaus Ehrlich hat dem Fernsehzuschauer der DDR und später dem im geeinten Deutschland die Modewelt und interessante Reiseziele ins Wohnzimmer gebracht – am 15. Oktober liest er aus seinem autobiografischen Rückblick „So Ehrlich wie möglich“ im Seddiner Dorv-Zentrum.

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Klaus Ehrlich (l.) 1983 beim Mode-Dreh im Spreewald.
 

Quelle: Privat

Seddin.  „Ich gehe nie in Jogginghose zum Bäcker. Ich habe gar keine Jogginghose“, sagt Klaus Ehrlich. Als Regisseur ist er jahrzehntelang mit Models durch die DDR, das geeinte Deutschland und andere Länder dieser Erde getourt, um Mode in coolen Kulissen und bezaubernde Reiseziele zu präsentieren.

 Er hat Modezar Karl Lagerfeld („ein sehr, sehr intelligenter Mensch“) in Paris getroffen und mit dem schrillen deutschen Modedesigner Harald Glööckler („ein verrückter, guter Macher“) gearbeitet, hat auf den Bahamas, in Chicago und New Orleans gedreht. Er war der „Leib- und Magenregisseur“ von Ulknudel Helga Hahnemann, drehte DDR-Sendungen wie „Außenseiter-Spitzenreiter“ und „Schätzen Sie mal“. Heute als „glücklich-zufriedener Rentner“, der im Kreis Märkisch-Oderland lebt, ist er modisch „nicht mehr so verrückt wie früher“. Doch zum Wohlfühlen braucht es „eine gewisse Basis“. Jackett, Jeans „und immer ein kleines Accessoire wie Tuch oder Schal“ müssen sein, sagte er der MAZ. Bis zum Jahr 2013 hat der heute 74-jährige die Sendungen „Mode mal Ehrlich“ für den MDR und acht Jahre lang auch für den ARD-Ratgeber „Reise“ gedreht.

„Eigentlich hatte ich immer das Beste – Reisen und schöne Mädels um mich rum“, resümiert Klaus Ehrlich, „und jetzt erzähle ich davon.“ Mit seinem 2015 herausgegebenen Buch „So Ehrlich wie möglich“ blickt er humorvoll auf seine Regie-Jahre zurück. Am Samstag, 15. Oktober, macht er mit seinem Buch, lebhaften Erzählungen und Filmeinspielern von einst Station bei den Seddiner Gesprächen im Dorv-Zentrum.

Regisseur Klaus Ehrlich liest aus seinen Erinnerungen.

Quelle: privat

Begonnen hatte alles mit einer „praktischen Arbeit“, die er zu seinem Regie-Diplom 1973 an der Hochschule für Film- und Fernsehen in Babelsberg reichen musste. Er folgte dem Rat „mach doch was mit Mode“ und nahm Beziehungen zum Modeinstitut der DDR auf. 1974 lief dann seine erste Sendung „Mode 74“ zu Weihnachten im DDR-Fernsehen. Das Format hielt bis 1989. „Wir sollten besser als der Feind sein“, erinnert sich Ehrlich an den Auftrag. Selbst bei der Musik-Mischung musste er nicht auf das DDR-typische Verhältnis von 60 : 40 (ost- und Westmusiktitel) achten. „Mode und Musik mochten die Menschen“, wenngleich sie von Ehrlich eine „Scheinwelt“ präsentiert bekamen. „Aber das wussten ja die Leute. Das Gute war, dass wir Schnittmuster mitreingenommen haben, was man so zu Hause machen konnte“, erzählt Ehrlich. Tabus habe es bei den Drehs im Osten „nie gegeben“. Aber er war angehalten, „immer was Verrücktes zu machen“. So diente 1985 ein zufällig entdeckter 20 Meter hoher Sandhügel in Schwerin – aus der Frosch- und Vogelperspektive mit eingebauten Schlangen – als Kulisse für den Safarimode-Dreh.

In Berlin-Friedrichshagen agiert Klaus Ehrlich auch als Gastgeber für den „Plausch auf der Couch“ im Kino Union, Bölschestraße, wo er mit Stadt-Prominenten schwatzt.

Info: Amüsante Lesung, 15. Oktober, 19.30 Uhr, im Dorv-Zentrum Seddin, Hauptstraße 17. Karten an der Abendkasse erhältlich.

Von Claudia Krause

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