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Potsdam-Mittelmark Morddrohung, weil er bei den Amerikanern jobbte
Lokales Potsdam-Mittelmark Morddrohung, weil er bei den Amerikanern jobbte
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17:30 17.10.2017
Der 5-jährige Samir aus Kandahar in Afghanistan ist taubstumm -ein grausames Schicksal in seiner Heimat. Sein Vater musste das Land verlassen, weil er für die Amerikaner jobbte. Samir soll in Indien operiert werden. Quelle: Stephan Laude
Kleinmachnow

Günther Prüger hat von Samir nur ein Bild gesehen, aber helfen will er trotzdem. Denn die Leidensgeschichte des fünfjährigen Jungen aus Kandahar (Afghanistan) hat den Mann vom Tiefbauamt Kleinmachnow tief berührt; sein Onkel aus Berlin hat sie ihm erzählt. Samir nämlich ist taubstumm; er hat in seiner kriegszerrissenen Heimat ein Leben in Ausgrenzung und Chancenlosigkeit vor sich. Sein Vater Nazir (28) musste fliehen vor den Taliban, die ihn erschießen wollten, weil er jobbte auf einem Flugplatz der Amerikaner: Sie steckten einen Zettel an sein Auto und drohten, ihn zu erschießen, falls er nicht binnen drei Tagen das Land verlässt. Er verließ seinen Arbeitsplatz auf dem Flugplatz seitdem nicht mehr. Als die Drohungen sich wiederholten, entschloss er sich schwersten Herzens zur Flucht. Seine Frau und die vier kleinen Kinder (3,5,7 und 8 Jahre) musste er zurücklassen; eine Flucht wäre viel zu gefährlich für sie gewesen.

So strandete er nach einer schweren und lebensbedrohlichen Flucht schließlich in Berlin. Bärbel und Ulrich Uffrecht, die Flüchtlingen in einer Turnhalle etwas Basiswissen in deutscher Sprache vermittelten, bekamen von Nazir, der als ehemaliger Niederlassungsleiter eines afghanischen Früchtegroßhandels in Indien fünf Fremdsprachen beherrscht, viel Hilfe, um das Unterrichtete vom Englischen in die Sprache der unterschiedlichsten Hörer zu dolmetschen.

Ulrich und Bärbel Uffrecht brachten Flüchtlingen in Berlin Deutsch bei; Nazim aus Afghanistan half ihnen als Dolmetscher. Auf seiner Flucht vor den Taliban musste er seine Frau und vier Kinder zurücklassen, darunter seinen taubstummen Sohn Samir. Quelle: Privat

Bald erfuhren die Uffrechts, Onkel und Tante von Günther Prüger, dass Nazirs Sohn Samir gehörlos ist und stumm. Eine Operation könnte dem Fünfjährigen helfen, falls er ein Krankenhaus erreicht in Indien. Für rund 17000 US-Dollar könnte er dort ein Implantat bekommen, das ihn auch das Sprechen lernen lässt. So beschlossen die Uffrechts, dem Kind zu helfen: Verkäufe auf Flohmärkten, die Einrichtung eines Spendenkontos, ein Benefiz-Konzert - all das erzeugte eine Welle der Solidarität, die rund 10000 Dollar in die Kasse spülte.

„Choral“ heißt eines der Bilder, die Uffrecht in der Kleinmachnower Ausstellung verkaufen möchte, um die Operation für den kleinen Samir zu finanzieren. Quelle: Privat

Auch wenn das noch nicht reicht, flog der kleine Samir jetzt nach Neu Delhi in Indien und wartet dort auf seine Chance. Die Berliner Familie und ihr Neffe aus Kleinmachnow blasen zum Endspurt und haben in Kleinmachnow eine Verkaufsausstellung mit Gemälden Ulrich Uffrechts organisiert, der deutschlandweit ausstellt und den Verkaufserlös komplett für die OP von Samir gibt.

Am 22. Oktober öffnet die Schau im Gemeindezentrum der Auferstehungsgemeinde im Jägerstieg 2 und ist dort noch bis zum 11.November zu sehen.

Von Rainer Schüler

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