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Morgenstern bekommt eine Gesellschaft

Werder Morgenstern bekommt eine Gesellschaft

Sie steht kurz bevor – die Gründung der Christian-Morgenstern-Gesellschaft in Werder. Am 20. Mai findet dazu die Gründungskonferenz statt. Verwirklicht hat diese Idee der Leiter des Morgenstern-Literaturmuseums, Jürgen Raßbach. Sein Vorgänger hat es initiiert, allerdings fehlten damals noch Geld und Kraft für die Umsetzung.

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Jürgen Raßbach, Leiter des Literaturmuseums, hat die Gründung der Morgenstern-Gesellschaft in Werder angestoßen.

Quelle: Edith Mende

Werder. Der Termin steht fest: Am 20. Mai wird in Werder die Christian-Morgenstern-Gesellschaft gegründet. Dazu erwartet Jürgen Raßbach, der Leiter des Christian-Morgenstern-Literatur-Museums, etwa 30 Gäste aus dem In- und Ausland. Darunter sind auch italienische Wissenschaftler, die gerade eine Übersetzung der Galgenlieder herausgebracht haben.

Die Konferenz vereint sowohl Fachleute als auch einfach nur Liebhaber Morgensternscher Texte, die diese Gesellschaft aus der Taufe heben wollen. Seit vergangenem Herbst ist Jürgen Raßbach mit den Vorbereitungen beschäftigt, hat Verbindungen zu Germanisten geknüpft, die sich mit Morgenstern befassten. Nach München und Marburg, nach Dornach in der Schweiz und auch nach Italien. Leider sei er in Potsdam und Berlin noch nicht so recht fündig geworden, bedauert er.

Vier Stahlschränke voller Briefe, Tagebuchnotizen und Schriften

Da die neue Gesellschaft auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften werden soll, veröffentlichte Raßbach bereits einen Beitrag in deren Mitgliedermagazin. Die Morgenstern-Gesellschaft solle auf keinen Fall ein Anthroposophen-Tempel werden, sondern eine gesunde Mischung aus Wissenschaftlern und Literaturfreunden, betont Jürgen Raßbach. Verlage, die Morgenstern-Arbeiten veröffentlichten, schrieb er ebenfalls an. Einige antworteten mit Büchergeschenken für das Museum. Aus Stuttgart sind zudem drei Kunstschrifttafeln mit Morgenstern-Aphorismen avisiert.Der Entwurf einer Satzung für die Gesellschaft wurde entwickelt. Über ein Programm, potenzielle Vorstandsmitglieder, ein künftiges Infoblatt und vieles mehr muss man sich vor der Gründungskonferenz handfeste Vorstellungen erarbeiten, sagt Raßbach. Besonders in Achim Risch, seinem Vorgänger als Museumsleiter, hat er einen zuverlässigen Unterstützer. Eigentlich stamme sogar die Idee zur Gesellschaftsgründung von Risch. Nur fehlten in der Aufbauphase des Morgenstern-Museums Zeit und Kraft für diesen Schritt.

Die Morgenstern-Gesellschaft solle die wissenschaftliche Forschung zu dem Dichter beflügeln, wünscht sich Raßbach, der selbst Germanist ist. Die bekannten Galgenlieder, die einem feuchtfröhlichen Besuch mit Freunden in Werder zugeschrieben werden, seien ja nur ein kleiner Teil des Werks. Für die weitergehende Beschäftigung mit ihm biete das Museum in Werder, übrigens das einzige Morgenstern-Museum der Welt, einen reichen Fundus an Büchern und Dokumenten. In vier Stahlschränken warten zum Beispiel Briefe, Tagebuchnotizen und literarische Schriften. Das birgt reichlich Material für wissenschaftliche Arbeiten. Fürs Erste plant der Religionskurs des Ernst-Haeckel-Gymnasiums Werder im Herbst ein Projekt zum Gottesbild Morgensterns. Das Gymnasium ist nur eine von fünf Kooperationsschulen des Museums. Hocherfreut zeigt sich der Museumsdirektor über eine private Spende, die endlich den Einbau einer Heizung in den Museumssaal ermöglicht.

Morgenstern in Werder

Die Vorstellung , Christian Morgenstern sei mit Freunden regelmäßig auf dem Galgenberg von Werder eingekehrt, gehöre in den Bereich der Legende, versichert Jürgen Raßbach.

Klar sei lediglich ein Besuch Ende April, Anfang Mai des Jahres 1895, also zur Baumblütenfestzeit.

Damals hatten der Dichter und seine Freunde offenbar schon auf dem Wege reichlich vom Obstwein probiert, denn als sie die Gaststätte Galgenberg erreichten, fielen sie als laute und übergriffige Gruppe auf und wurden des Lokals verwiesen.

Das habe Werders Stadtchronist Baldur Martin vor Jahren noch von zwei Frauen erfahren, die seinerzeit dort Kellnerinnen waren.

Die angetrunkene Truppe sei dann weitergezogen zum Weinausschank Kassin, ebenfalls auf dem Galgenberg.

Mehr Infos : www.christian-morgenstern-literaturmuseum.de

Von Edith Mende

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