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Potsdam-Mittelmark Musiker erobern die Burg
Lokales Potsdam-Mittelmark Musiker erobern die Burg
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14:32 01.06.2015
Musiker aller AlterSgruppen haben fleißig geprobt für das Jubiläumsfest der Kreismusikschule. Quelle: Th. Wachs
Bad Belzig

60 Jahre später, hat sich diese erste Zelle durch Umstrukturierungen, Zusammenschlüsse, Zuzug und die Kreisgebietsreform zur größten Musikschule des Landes Brandenburg entwickelt. Sie bildet seit 2005 mit der Kreisvolkshochschule eine gemeinnützige GmbH.

Nahezu alle Ensemble dieser größten Einrichtung werden am Sonnabend auf der Burg zu erleben sein. Sie haben eigens für das Jubiläumsfest Höhepunkte wie das Blasorchester XXL, einen Klaviermarathon oder das schillernde „Drumworld-PM-Ensemble“ mit Trommlern aus der großen Musikschulregion vorbereitet.

„Das Ziel unserer Musikschule war und ist eine musikalische Ausbildung, die sowohl eine umfassende Breitenarbeit, als auch eine intensive Spitzenförderung ermöglicht“, sagt Uta Hoffmann-Thoben, die Geschäftsführerin der kreiseigenen Bildungsstätte. Immerhin begannen auch heute bekannte Musiker einst ihre Karriere in deren Übungsräumen.

Diese Bandbreite der Bildungsstätte soll sich am Sonnabend im vielseitigen Programm auf mehreren Bühnen, auf dem Turm und auch im Standesamt der Burg widerspiegeln, verspricht die Chefin. „Ich freue mich, dass es für da Fest gelungen ist, Schüler und Lehrer der gesamten Region mit der gemeinsamen Sprache der Musik zusammenzuführen“, so Uta Hoffmann-Thoben. Die Blockflötistin und Musikmanagerin aus Südhessen übernahm vor zwei Jahren die Regie vom langjährigen Musikschulleiter Michael Goldammer.

Auf dem Weg zu großen Bühnen

Bekannte Solisten haben ihre Karriere bei der Kreismusikschule begonnen, zum Beispiel Katrin Scholze, eine große Geigerin mit internationalen Auftritten.
Auch der Tenor Johannes Dunz wurde seit seinem 10. Lebensjahr an der Kreismusikschule vom ehemaligen Musikschulleiter Michael Goldammer ausgebildet und ist heute an der Komische Oper Berlin engagiert.
Aus dem Fläming stammt Sopranistin Mandy Fredrich aus Rädigke. Die junge Sängerin ist auf dem Weg zu einer Weltkarriere und debütierte bereits während ihres Studiums als Königin der Nacht.
Das Jubiläumsfest der Kreismusikschule beginnt am Sonnabend um 11 Uhr mit dem Platzkonzert des Jugendblasorchesters Wiesenburg und des Jugendmusikschulorchesters Marzahna. Anschließend geleitet die Samba-Formation „Bateria di Supresa“ aus Teltow die Gäste zur Burg.
Auf mehreren Bühnen und im Umfeld gibt es ab 14 Uhr bis in den Abend hinein viel Musik und Unterhaltung.

Derzeit unterrichten rund 150 Musikpädagogen rund 4150 Schüler an drei Regionalstellen für Bad Belzig und Ziesar, für Kleinmachnow, Teltow, Stahnsdorf sowie für die Region Werder-Beelitz. Der Unterricht erfolgt in eigenen Räumen und an zirka 40 Unterrichtsstätten in vielen Orten. So praktiziert die Kreismusikschule den Spagat zwischen den Regionalzentren und dem ländlichen Raum mit Proberäumen auch auf einigen Dörfern.

Dort kommt die Musikschule zu den Schülern. Eine Herausforderung sei es, gute Lehrer zu gewinnen. „Wir haben wachsende Nachfrage von Schüler, aber große Probleme, Fachkräfte zu binden“, sagt die Geschäftsführerin. Viel diskutiertes Thema ist dabei immer auch die Bezahlung der Lehrkräfte. Die Honorare müssen mit den Sätzen der Ballungsgebiet in Berlin und Potsdam konkurrieren und auch den Aufwand für weite Wege decken.

Knapp 2,8 Millionen Euro kostet der Betrieb der Kreismusikschule im Jahr. Die Hälfte davon finanziert sich durch Unterrichtsentgelte. 40 Prozent der Kosten übernimmt der Kreis, 9,2 Prozent trägt das Land Brandenburg.

Von Thomas Wachs

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