Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Nabu stoppt Baumfällungen
Lokales Potsdam-Mittelmark Nabu stoppt Baumfällungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:49 25.04.2018
Ohne Äste und ohne Krone: An diesem Baum wurde Pilzbefall festgestellt. Quelle: Luise Fröhlich
Wildpark-West

Die Bewohner der kleinen Waldsiedlung Wildpark-West fürchten um die Bäume. Immer mehr Kiefern, Eichen und Birken werden gefällt. Nicht alle seien von Stürmen beschädigt, von Pilzen befallen oder nicht mehr standsicher genug, wie ein Anwohner berichtet. Allein im Januar sollen etwa hundert Bäume, hauptsächlich Kiefern, der Säge zum Opfer gefallen sein. Die Wildparker befürchten, dass die Baumschutzsatzung der Gemeinde zu lasch behandelt wird. Sie vermissen auch Ersatz-Pflanzungen für vor Jahren gerodete Bäume. Seit voriger Woche ruht nun die Kettensäge. Denn der Landesverband des Naturschutzverbandes Nabu hat Widerspruch gegen die seit dem 1. November 2017 erteilten Fällbescheide der Gemeinde eingelegt und Akteneinsicht gefordert. Ausgenommen sind Genehmigungen, bei denen Sturmschäden beseitigt werden sollen. Bis die Rechtslage geklärt ist, darf nicht gefällt werden.

Mit der Baumschutzsatzung will die Gemeinde die Bäume als schützenswerte Teile der Landschaft erhalten. Viele Bäume in Wildpark-West standen schon vor der Gründung der Siedlung in den 1930er Jahren. Soll ein Baum gefällt werden, muss der Baumschutzbeauftragte eine Ausnahmegenehmigung erstellen. Die Gemeinde habe dem Nabu die Akteneinsicht gewährt, wie Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) auf MAZ-Anfrage sagte. „Wir haben nichts zu verstecken“, so die Verwaltungschefin. In der vorigen Woche habe es einen Termin vor Ort mit einer Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde gegeben, die nichts zu beanstanden hatte. Kerstin Hoppe hofft, dass sie bis zur nächsten Ortsbeiratssitzung in Geltow eine schriftliche Stellungnahme der Behörde bekommt.

Anzeige eines Bürgers wurde fallen gelassen

Der Fachdienst Umwelt in der Kreisverwaltung bestätigte auf Anfrage, dass es einen Ortstermin gab, wie Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzerte am Dienstag mitteilte. Die Mitarbeiterin habe dort festgestellt, dass aus naturschutzrechtlicher Sicht keine Verstöße vorliegen würden. „Die beantragten Fällungen sind fachlich nicht zu beanstanden“, erklärte der Sprecher. Der Landkreis könne zudem auch den Pilzbefall an betroffenen Bäumen bestätigen.

Die Waldsiedlungsbewohner sehen das anders und berichten von einem schleichenden Prozess. Eine Familie aus Wildpark-West, die namentlich nicht genannt werden will, hat das Verschwinden der Bäume in einem Karree seit dem Jahr 2000 mit Fotos und Plänen dokumentiert. Der Bereich entspricht etwa zehn Prozent der gesamten Siedlung. „Der Waldbestand ist hier um etwa 40 Prozent zurückgegangen“, berichtet der Wildparker. Die Kurve zeige ab 2015 deutlich nach unten. Seit November 2017 sei der Verlust sogar exorbitant. „Das Ökosystem ist völlig durcheinander und das zusammenhängende Waldgebiet zerstört“, so der Mann. Zudem seien immer neue Windschneisen entstanden, die eine Gefahr für die bestehenden Bäume darstellen und die Wildparker bei Sturm in Angst um ihre Häuser versetzen. Das hätten die beiden Sturmtiefs „Xavier“ und „Herwart“ im vorigen Jahr bewiesen. Einige Lebenswerke seien in der Waldsiedlung zerstört worden. Schuld daran ist aus Sicht der Wildparker auch das rigorose Abholzen von ganzen Grundstücken, um Platz für neue Häuser zu schaffen. „Früher haben sich Bauherren nach den Bäumen gerichtet und nur fällen lassen, wenn es wirklich nicht anders ging“, berichtet der Anwohner.

Auf diesem noch unbebauten Grundstück sind alle Bäume gefällt worden. Quelle: Luise Fröhlich

Die Anzeige eines Bürgers gegen die Gemeinde wegen des Verstoßes gegen naturschutzrechtlich Bestimmungen im Februar ließ das Verwaltungsgericht fallen. Der Grund: Er war nicht persönlich betroffen.

Satzung regelt schonenden Umgang

Die Baumschutzsatzung der Gemeinde besteht in der aktuellen Form seit Juni 2011. Sie regelt den „schonenden und ordnungsgemäßen Umgang mit Bäumen“ und bezweckt unter anderem „die Gliederung und Pflege des Orts- und Landschaftsbildes zu erhalten“. Anhand des Stammumfanges lässt sich beispielsweise ableiten, ob ein Baum geschützt ist.

Von Luise Fröhlich

In Kleinmachnow haben sieben begeisterte Hobbyschauspieler ein Kammertheater gegründet. Ihre erste Produktion „Spiel’s nochmal, Sam“ hat morgen in den Neuen Kammerspielen Kleinmachnow Premiere. Danach wollen die Laiendarsteller in jedem Jahr ein große Stück anbieten. Das Ensemble sucht noch jüngere Verstärkung.

27.02.2018

Für den Ausbau der Heinrich-Zille-Grundschule in Stahnsdorf haben die Gemeinde und die Schulleitung finanzielle Unterstützung aus verschiedenen Förderprogrammen beantragt. Zusätzliche Klassenräume über dem Säulengang auf dem Schulgelände sollen die akute Raumnot an der Grundschule beenden.

27.02.2018

Nach fast 20 Jahren hat Bennet Seidel, Geschäftsführer von Yachtcharter Werder, in ein neues Gelände investiert. Er will weiter expandieren und plant, auf dem neuen Areal einen Charterstützpunkt aus Vermietung und Service anzubieten. Die Eröffnungsfeier soll von einer Schiffstaufe begleitet werden.

27.02.2018