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Nach 27 Jahren: Sperfeld verlässt die SVV

Bad Belzig Nach 27 Jahren: Sperfeld verlässt die SVV

Nach 27 Jahren legt Werner Sperfeld (SPD) sein Mandat in der Stadtverordnetenversammlung Bad Belzig nieder. Sein Fazit fällt positiv aus, insbesondere die Gestaltungsspielräume nach der politischen Wende weiß der 78-Jährige zu schätzen. Nur mit einer Entscheidung hadert er.

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Werner Sperfeld gehört seit 1990 ununterbrochen dem Kommunalparlament in Bad Belzig an.

Quelle: Christiane Sommer

Bad Belzig. Werner Sperfeld (SPD) wird zum Jahresende sein Mandat als Stadtverordneter niederlegen. Damit verabschiedet sich nicht nur der an Lebensjahren älteste Stadtverordnete aus dem Kommunalparlament, sondern ein Mann, der seit den ersten freien Wahlen 1990 ununterbrochen in dem Gremium tätig war. „Eigentlich hatte ich voriges Jahr mit dem Gedanken schon gespielt“, gesteht der 78-Jährige.

Wer seinen Platz einnehmen wird, ist derzeit noch offen. Als Nachrücker aus den Reihen der Sozialdemokraten stehen Anne Baaske aus Lütte und der in Bad Belzig lebende Frank Winter in Rede. Letzterer hat bereits als sachkundiger Einwohner im Gesundheits- und Sozialausschuss einige Erfahrungen auf kommunalpolitischem Parkett gesammelt.

„Ich erinnere mich noch gut an die Zeit nach der Wahl 1990“, sagt Sperfeld. „Die konstituierende Sitzung hat in der damals noch existierenden Gaststätte ’Fläminggarten’ stattgefunden. Der Saal war voller Leute.“ Das Interesse der Menschen, die Entwicklung der Stadt aktiv mitgestalten zu wollen, sei kurz nach der politischen Wende – anders als heute – riesig gewesen. „Auch wenn wir damals noch keine Ahnung hatten von Kommunalpolitik.“

Wenn er vom Start der Belziger in die Demokratie erzählt – mit einem nach dem großen Brand in den 70ern halb fertigen Rathaus und einem über alle Maßen engagierten Bürgermeister Peter Kiep – leuchtet es in den Augen von Werner Sperfeld. Das Neuland, das die Mannschaft damals betrat, wurde zwischenzeitlich tüchtig beackert.

Aus Belzig wurde Bad Belzig. Werner Sperfeld hofft, dass sich demnächst die Vision vom Hotel für die Kurstadt erfüllt. Mit seinem Votum für den Verkauf des dafür vorgesehen Grundstücks in Nachbarschaft zur Stein-Therme glaubt er, seinen Beitrag geleistet zu haben. „Ich wünsche mir, dass die Entwicklung unserer Stadt weiter harmonisch verläuft“, hofft der Senior, der sich auf mehr Zeit für die Familie und vor allem für seine Enkel freut.

Dem Saal im Bürgerhaus will er aber ohne Mandat weiter die Treue halten. „Ich habe mir geschworen, auch nach dem 1. Januar die Sitzungen der Ausschüsse und der Stadtverordneten zu verfolgen“, kündigt der Un-Ruheständler an.

Und er verspricht, weiterhin die seit 26 Jahren bestehende freundschaftliche Bande zwischen Bad Belzig und der Partnergemeinde Ritterhude in Niedersachsen zu pflegen. Die hat er schließlich mit aufgebaut. 1991 gehörte er in der Funktion des Stadtverordnetenvorstehers zu denen, die die Partnerschaft mit ihrer Unterschrift besiegelten.

Außerdem war Werner Sperfeld verlässlicher Partner für die Parteigenossen, was insbesondere die ehemaligen Bundestagsabgeordneten Hans-Hinrich Knape und Margrit Spielmann zu schätzen wussten, wenn sie im Süden ihres Wahlkreises einen Ansprechpartner brauchten.

Selbst blieb Werner Sperfeld bei seinen kommunalen Leisten. Nur mit einer Entscheidung der Stadtverordneten in 27 Jahren hadert er – und hat das auch stets zum Ausdruck gebracht.

„Das ist die neue Straßenreinigungssatzung“, so der 78-Jährige mit Blick auf das Laub auf den Gehwegen. „Die Kehrmaschine richtet sich nicht danach. Es ist schmutziger in der Stadt geworden. Besonders vor den kommunalen Grundstücken.“

Das konstruktive Miteinander innerhalb des Gremiums glaubt der Senior indes in einer kleinen Krise: „Ich habe das Gefühl, dass es einigen Abgeordneten nur um die eigene Profilierung geht. Sie stimmen generell gegen etwas, ohne selbst konstruktive Vorschläge einzubringen.“ Er wird beobachten, wie es weiter geht.

Von Christiane Sommer

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