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Nach 40 Jahren wieder überdacht

Rogäsener Dorfkirche Nach 40 Jahren wieder überdacht

In dem kleinen Dorf Rogäsen im Fiener Bruch geben sich Handwerker die Klinke in die Hand. Während am Seitenflügel des Rogäsener Schlosses am Dachgesims gerade die Arbeiten begonnen habe, ist man einen Steinwurf entfernt schon ziemlich weit: 37 Jahre lange hatte die Dorfkirche kein Dach – nun hat sie wieder eins.

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Seit Ende Juli wird das Kirchdach vervollständigt.

Quelle: Jacqueline Steiner

Rogäsen. In dem kleinen Dorf im Fiener Bruch geben sich Handwerker die Klinke in die Hand. Während am Seitenflügel des Rogäsener Schlosses am Dachgesims gerade die Arbeiten begonnen habe, ist man einen Steinwurf entfernt schon ziemlich weit: 37 Jahre lange hatte die Dorfkirche kein Dach – nun hat sie wieder eins.

Die Brandenburger Architektin Heidrun Fleege, die aus dieser Ortschaft stammt, schaut öfter vorbei. „Das Dach war eine Herausforderung“, sagt sie. „Wenn auf ein altes Gebäude eine moderne Konstruktion kommt, geht man Kompromisse ein.“ Aus ihrer Sicht ist die Umsetzung sehr gut gelungen. Das moderne Dach habe eine historische Form und sei der Bauzeit nachempfunden. Auch die Apsis, die anders als das Schiff noch ein Dach hatte, ist nun komplett neu gedeckt.

Anfang nächster Woche fertig

Zwei Männer von der Heine-Dach GmbH aus Roßdorf arbeiten seit Ende Juli mit Unterbrechung in Rogäsen und sind bei den letzten Handgriffen. Parallel ist die Brandenburger Firma Altenkirch und Tomaschewski dabei, ausgewaschene Stellen im Feldsteinmauerwerk neu zu verfugen. Timpe-Zimmerer aus Lütte sind fertig, rücken demnächst aber wieder im benachbarten Herrenhaus an.

Kirchengeschichte

Die Kirche Rogäsen wurde im 13. Jahrhundert in zwei Bauphasen als Feldsteinkirche errichtet. Um 1680 sind die Fenster vergrößert und der Chor verlängert worden. 1897 wurden die Apsis angebaut und der Fachwerkturm mit Mauerwerk verkleidet.

Das Dach war 1978 nach Aufforderung der staatlichen Bauaufsicht abgetragen worden, weil sich der echte Hausschwamm ausgebreitet hatte. Zum Schutz der Mauerkrone hat man damals eine Betonschicht aufgetragen. Seitdem war die Kirche ein Ruine.

Vor zwölf Jahren wurde der Turm mit Hilfe des Bund-Länder-Programms „Dach und Fach“ saniert. Diesmal konnte eine Förderung von 96.000 Euro aus dem Sonderprogramm Denkmalsschutz des Bundesministeriums für Kultur akquiriert werden. Die damalige CDU-Bundestagsabgeordnete Andrea Voßhoff setzte sich dafür ein.

Es geht darum, die Bausubstanz vor dem Verfall zu retten. Neben Gottesdiensten und Trauungen ist eine kulturelle Nutzung angedacht.

„Anfang nächster Woche wollen wir fertig sein“, sagt Uwe Napierski, der seit 33 Jahren bei Heine ist. Er sei schon einigen Kirchen aufs Dach gestiegen. Dann folgt Wenzlow. „Bei der Rogäsener Apsis hatten wir einen Kegel zu decken, wo fast jeder Stein teils zweimal geschnitten werden musste“, erklärt er. So etwas mache man nicht alle Tage. „Als Handwerker freuen wir uns natürlich, wenn ein altes Bauwerk vor dem Verfall gerettet wird und wieder ein Dach über den Kopf kriegt“, sagt Napierski . Mit seinem jungen Kollegen Florian Krause habe er in Rogäsen etwa 280 Quadratmeter eingedeckt. Mit neu gebrannten, 19 Millimeter dicken ziegelroten Biberschwänzen. Sie seien vom Hersteller Creaton zwar maschinell hergestellt, aber handgestrichenen Dachziegeln nachempfunden, betont Heidrun Fleege.

Förderung aus Sonderprogramm

Als Nächstes, erklärt die engagierte Architektin, wird im Innern die Montageebene herausgenommen und die Fensteröffnungen werden mit Notverschlüssen versehen. Insgesamt sind für diese seit Juli bis Jahresende an der Rogäsener Kirche laufenden Maßnahmen rund 160.000 Euro veranschlagt. Möglich wurde dies, weil eine Förderung in Höhe von 96.000 Euro aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz des Bundesministerium für Kultur und Medien fließen. Die Differenz wird aus Mitteln des Staat-Kirche-Vertrages, des Kirchenkreises Elbe-Fläming, der Unteren Denkmalschutzbehörde, der Kirchengemeinde und aus Spenden bestritten.

„Prima, dass wieder ein Dach drauf ist, ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt“, sagt Rosenau-Bürgermeister Hans-Joachim Probst, der zugleich Ortsvorsteher ist und am Fuße der Kirche wohnt. Er kann sich wie Architekten, Kirchenälteste und die neuen Schlossbesitzer vorstellen, dass aus diesem Ensemble von ehemaliger Patronatskirche, Guthaus und Park auch aus touristischer Sicht ein schönes Ensemble werden könnte.

„Was fehlt ist eine Vernetzung“, sagt Probst und bricht einmal mehr eine Lanze für einen Radweg, der Ziesar über Rogäsen mit Wusterwitz verbindet.

Von Claudia Nack

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