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Potsdam-Mittelmark Nach 90 Jahren etabliert und festgewachsen
Lokales Potsdam-Mittelmark Nach 90 Jahren etabliert und festgewachsen
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00:18 30.08.2017
Hermann Bobka, Isabel Kaufmann, Siegrid Gottschalk, Brigitte Wilhelm, Sigmar Wilhelm. Manuela Saß und Angelika Olm (v.l.) auf der Feier. Quelle: Luise Fröhlich
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Elisabethhöhe

Wenn der Name „Trudchen“ durch Elisabethhöhe schallt, kann nur Gertrud Praedel gemeint sein. Die 93-Jährige zählt zu den ältesten Einwohnern der Siedlung und ist ihr sogar um drei Jahre voraus. Als sie am Sonnabend bei der 90-Jahr-Feier des jüngsten und kleinsten Ortsteils von Werder neben fünf anderen Senioren Blumenstrauß und Festschrift in die Hand gedrückt bekam, schwelgte Gertrud Praedel in Erinnerungen.

Der Garten von Schultz’ens Siedlerhof war am Sonnabend gut gefüllt. Quelle: Luise Fröhlich

Zu Zeiten der Obst- und Gartenbaugenossenschaft sowie später der Gärtnerischen- und der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) betreute sie die Ausbildung der Schüler. Noch immer lebt „Trudchen“ in ihrem Haus und kümmert sich um ihren 2000 Quadratmeter großen Garten. „Ein bisschen was muss man sich im Alter einfallen lassen“, sagt sie. Getöpfert hat sie bis vor einiger Zeit auch noch. Eine Auswahl ihrer Keramikfiguren konnten sich die Festbesucher in der Ausstellungshalle auf Schultz’ens Siedlerhof am Wochenende ansehen. Bis zum Abend kamen am Sonnabend etwa 300 Gäste dorthin und feierten die Gründung ihrer Siedlung vor 90 Jahren. Am Sonntag trafen sich einige von ihnen zum Frühschoppen wieder.

Das Siedlerfest gehört von Anfang an dazu

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Elisabethhöhe gut entwickelt, wie der Vorsitzende des Fördervereins, Hermann Bobka (CDU), in seiner Festansprache erklärte. Mittlerweile besteht die Siedlung aus 108 Häusern und die Einwohnerzahl liegt derzeit bei etwa 500. 1927 begann die Geschichte von Elisabethhöhe mit 72 Familien. „Das zeigt, dass der Standort angenommen wird“, so Bobka. Geblieben sei bei allem Fortschritt immer der hohe Stellenwert der Nachbarschaft. „Hier kennt man sich noch und nimmt Notiz voneinander“, sagt Hermann Bobka. Einen großen Anteil daran und an der Traditionspflege im Ort hat natürlich der Förderverein zur Heimatpflege, der in diesem Jahr selbst 25 Jahre alt wird. Nach der Wende hatten sich die Familien Lehnst, Minning, Wentzlaff und Bobka zusammengesetzt und sich gefragt, wie es weitergehen soll. Denn die LPG wurde aufgelöst, die Schule war schon seit 1976 geschlossen und 1991 machten auch noch Konsum und Post dicht. „Die Probleme, die anstanden, konnten von den vier Familien nicht gelöst werden“, sagt Hermann Bobka. Also wurde zunächst eine Interessengemeinschaft aus der Taufe gehoben, die 1992 zum Förderverein wurde. Dieser fungierte hauptsächlich als Sprachrohr für die Bürger. Schon 1927 beschlossen die ersten Siedler, alle fünf Jahre gemeinsam das Siedlerfest zu feiern, das der Förderverein später auch in seine Satzung aufnahm. Anderthalb Jahre lang haben die Ehrenamtler nun zuletzt die 90-Jahr-Feier mit buntem Programm organisiert.

Der Gemischte Chor Glindow singt zum 90. Geburtstag der Siedlung gleich mehrere Ständchen. Quelle: Luise Fröhlich

„Ich bin hier festgewachsen“, sagt Glindows Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm (Freie Bürger), der selbst auch in Elisabethhöhe wohnt. Seine Frau, Brigitte Wilhelm, hat für die Festschrift zum Jubiläum in Archiven gegraben und mit Alteingesessenen und Zugezogenen in Elisabethhöhe gesprochen. In der Ausstellung zeigte sie nun auch einige ihrer Gemälde. Die Feuerwehr, Jagdhornbläser aus Götz, der Gemischte Chor aus Glindow und die Kinder der Kita Spatzenhaus unterhielten die Gäste am Nachmittag und Abend.

Von Luise Fröhlich

Edith Reisner aus Treuenbrietzen liebt die Sonne. Im Frühjahr fährt sie nach Frankreich mit ihrem Camper, im Sommer genießt sie die Ruhe in ihrem Kleingarten. Ganz nebenbei leitet sie die Kleingartenanlage „Am Apfelberg“ in Treuenbrietzen, in der sie sich selbst mit ihrem Mann 35 Jahre lang ein Idyll geschaffen hat.

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