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Nach Lkw-Klau: Firma bangt um ihre Existenz

Wiesenburg Nach Lkw-Klau: Firma bangt um ihre Existenz

Zwei Zugmaschinen sind der STS-GmbH im Wiesenburger Gewerbegebiet (Potsdam-Mittelmark) binnen zwölf Monaten gestohlen worden. Das Unternehmen beklagt durch den Diebstahl der Lastwagen einen Verlust von mehr als 100 000 Euro. Womöglich steht die Existenz auf dem Spiel.

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Die weiße Zugmaschine wurde kürzlich in Wiesenburg gestohlen.

Quelle: privat

Wiesenburg. Gut einen Monat nach dem Diebstahl der zweiten Zugmaschine vom Hof der STS Stefan Schmitz & Co KG besteht wohl keine Hoffnung mehr, das Fahrzeug wieder zu bekommen. Im Gegenteil: Statt dessen wird ein Appell an die Lokalpolitik gesendet. Ein Rückzug aus dem Hohen Fläming sei nicht ausgeschlossen.

Der weiße Mercedes-Laster vom Typ Actros war zwischen 29. September und 2. Oktober auf dem Betriebsgelände am Baumhasselweg fachmännisch von einem Anhänger abgekoppelt und weggefahren worden. Wie die Geschäftsführung erfahren haben will, soll das Fahrzeug bereits im März im Visier einer in Rheinland-Pfalz festgenommenen Bande gewesen sein. Ende Oktober 2016 hatten unbekannte Täter schon einmal auf die gleiche Art und Weise zugelangt.

Diebesgut zuletzt bei Ludwigsfelde gesehen

Der seinerzeit gestohlene Brummi, Baujahr 2012, war noch einmal von der Mautstelle auf der A 10 bei Ludwigsfelde, Richtung Osten, registriert worden. Danach fehlt jede Spur, berichtet Angela Wagner, bei der Firma STS für die Logistik verantwortlich. Den Verlust beziffert sie mit jeweils etwa 60 000 Euro. Doch geht es auch um Ersatzbeschaffung, die zunächst Ausfall und Aufwand bedeutet, und persönliche Dinge der Fahrer, die weg sind.

„Damit ist die Existenz des Standortes, vielleicht der gesamten Spedition gefährdet“, hat Geschäftsführer Rolf Klein jetzt in Gesprächen bei Lokalpolitikern deutlich gemacht. „Die Versicherungen halten sich inzwischen bedeckt“, sagt der Chef aus Delbrück jetzt beim Besuch zu Wiesenburgs Bürgermeister Marco Beckendorf (Die Linke) und bei einem Termin mit Vizelandrat Christian Stein (CDU). Beide zeigten Verständnis. Dennoch konnten sie keine Abhilfe versprechen.

Kunden in ganz Deutschland

Vier Sattelzüge und zwei Koffer-Lkw gehören eigentlich zur Flotte des mittelständischen Unternehmens, das seit 25 Jahren im Wiesenburger Gewerbegebiet eine Niederlassung hat. in Wiesenburg werden Bad- und Küchenmöbel produziert, die an Kunden in ganz Deutschland gehen. Bislang waren es Diebstähle von Diesel, Reifen oder Kennzeichen, die dem Betrieb zu schaffen machten.

Eine mechanische Sicherung nütze wenig, da die Diebesbanden professionell ausgerüstret seien, heißt es aus der Firma. Sie prüfe gerade diverse Möglichkeiten. Der Sinn einer elektronischen Aufrüstung wird erst recht bezweifelt. „ Bei Alarmauslösung kann die materiell und personell nur unzureichend ausgestattete Polizei nicht schnell genug reagieren“, lautet die Erkenntnis. „Eine spätere Verfolgung wird aufgrund der guten Verkehrsanbindung von Wiesenburg erfolglos sein“, heißt es resigniert aus dem Unternehmen.

Von René Gaffron

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