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Nach Wolfabschuss: Hintergründe weiter unklar

Groß Briesen Nach Wolfabschuss: Hintergründe weiter unklar

Anfang November wurde erstmals ein Wolf offiziell während einer Jagd in Brandenburg getötet. Nun ermittelt die Kripo in dem Fall. Die Hintergründe des Dänen, der den tödlichen Schuss abgesetzt haben soll, bleiben unklar. Dass er aus Unwissenheit gehandelt haben könnte, hält ein Sprecher des Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft aber für unwahrscheinlich.

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Nahe des Bad Belziger Ortsteils Groß Briesen war der Wolf während einer Jagd der Landesoberförsterei erschossen worden.

Quelle: dpa

Groß Briesen. Nachdem ein Wolf während einer Gesellschaftsjagd bei Groß Briesen getötet wurde, untersucht die Kriminalpolizei nun die Spuren vom Tatort. Das teilte ein Polizeisprecher der MAZ am Montag mit. Am Donnerstag vor zwei Wochen war das streng geschützte Tier offenbar von einem dänischen Jäger erschossen worden. Der Leiter der Jagd erteilte noch am selben Tag Anzeige gegen ihn.

Erstmals war ein Wolf offiziell bei einer Jagd getötet worden. Veranstalter war die Landesoberförsterei Bad Belzig. Die sogenannten Verwaltungsjagden seien neben dem Verkauf von Holz eine der wenigen Einnahmemöglichkeiten, erklärte Jens-Uwe Schade, Pressesprecher des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft.

Die Jagdgäste zahlen, um an den Veranstaltungen teilzunehmen. Dass dazu auch Gäste aus dem Ausland kommen, sei nichts Ungewöhnliches, sagte Schade. „Wir sind eine Region mit viel Wald und wenig Jägern“, erklärte er, „in vielen anderen Ländern Europas ist es andersrum.“

Größere Wolfspopulation kein Freischein für Jäger

Dass der Jäger aus Dänemark in Unwissenheit gehandelt haben könnte, schließt Schade jedoch aus. Der Wolf ist nicht nur aufgrund des deutschen Naturschutzgesetzes sondern auch international durch das Washingtoner Artenschutzabkommen sowie die Berner Konvention streng geschützt. „Eigentlich weiß das jeder Jäger“, sagte der Sprecher des Landwirtschafts- und Umweltministeriums. Alle 50 Teilnehmer der Gesellschaftsjagd seien außerdem zu Beginn noch einmal belehrt worden.

„Mit der Zunahme der Population des Wolfes steigt derzeit auch das Risiko einen Wolf während einer Jagd zu erschießen“, sagte Schade. Ein Freischein sei das für die Jäger allerdings nicht.

Eine Strafe erwartet den Schützen also in jedem Falle. Darüber wie hoch sie ausfallen könnte, entscheiden die Ergebnisse der laufenden Spurenauswertung und die anschließende Vernehmung des Beschuldigten maßgeblich mit. „Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir keine Auskünfte über den aktuellen Ermittlungsstand geben“, erklärte Polizeisprecher Oliver Bergholz am Montag. Die Auswertung der Spuren vom Tatort werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Erst danach sollen Hintergründe zur Tat bekannt gegeben werden.

Von Victoria Barnack

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