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Potsdam-Mittelmark Nach tödlichem Unfall: Polizei räumt Fehler ein
Lokales Potsdam-Mittelmark Nach tödlichem Unfall: Polizei räumt Fehler ein
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18:48 04.09.2017
Notruf nicht korrekt bearbeitet: Nach dem Zusammenstoß mit zwei Watussirinder starb am 22. August ein 56-jähriger Autofahrer auf der B 102 bei Treuenbrietzen. Quelle: privat
Treuenbrietzen

Im Zusammenhang mit dem tödlichen Zusammenstoß eines Autofahrers mit riesigen Watussi-Rindern bei Treuenbrietzen hat das Polizeipräsidium in Potsdam am Montagnachmittag interne Fehler in der Notrufzentrale bestätigt. Dazu hatte es zuvor interne Ermittlungen gegeben.

Wie die MAZ bereits berichtete, gab es an dem Unglücksmorgen des 22. August zwei Notrufe von Kraftfahrern. Sie informierten circa 20 beziehungsweise 15 Minuten vor dem gegen 5.45 Uhr erfolgten Unfall über die gesichteten Tiere an der Regionalbahnstrecke 33 sowie auf dem Radweg an der Bundesstraße 102. Trotzdem waren keine Einsatzkräfte entsendet sowie keine Verkehrsmeldungen abgesetzt worden.

Die unabhängig von der Unfallbearbeitung daraufhin auch intern bei der Polizei erfolgten Untersuchungen seien nun abgeschlossen, teilt Pressesprecher Torsten Herbst am Montag mit.

Kommunikationsproblem in der Leitstelle

Demnach hatte ein Bearbeiter im Einsatz- und Lagezentrum (ELZ) der Polizei des Landes Brandenburg, „der seinen Dienst dort erst vor fünf Monaten begann“, nicht umfassend genug reagiert. Ursächlich dafür, dass auch nach beiden Notrufen keine Einsatzkräfte zum Ort geschickt wurden, seien „Kommunikationsprobleme beziehungsweise Missverständnisse zwischen den beteiligten Einsatzbearbeitern“ gewesen, so Torsten Herbst. Die Leitstelle der Polizei hatte lediglich die Notfallleitstelle der Bahn AG in Berlin sowie die für Bahnanlagen zuständige Bundespolizei informiert, bestätigt der Präsidiumssprecher.

Polizeikräfte gaben den Unfallort an der B102 vier Stunden nach dem tragischen Zusammenstoß des Autos mit Rindern wieder frei. Quelle: Thomas Wachs

„Sowohl mit dem Einsatzbearbeiter, als auch mit der gesamten diensthabenden Schicht jener Nacht, wurden die Fehler bei der Bearbeitung dieses Einsatzes aufgearbeitet. Auf die Verantwortung, die jeder Bedienstete im ELZ trägt, wurde ausdrücklich hingewiesen. Weitere Qualifizierungsmaßnahmen sind geplant“, teilt Herbst mit.

Rinder aus Zirkuslager entlaufen

Die Ermittler gehen trotz der Probleme davon aus, dass der Unfall, bei dem ein 56 Jahre alter Skoda-Fahrer starb, nicht zu verhindern war. „Nach heutigen Erkenntnissen hätte auch der sofortige Einsatz eines Funkstreifenwagens nach dem zweiten Notruf den Unfall nicht verhindern können“, heißt es jetzt vom Polizeipräsidium in Potsdam.

Die riesigen Rinder mit ungewöhnlich langen Hörner waren aus dem Lager eines Zirkusbetriebes auf dem nahen Gelände des ehemaligen Fahrzeugwerkes am Stadtrand von Treuenbrietzen entlaufen. Wie es dazu kommen konnte sowie zu weiteren Umständen des tragischen Zusammenstoßes ermitteln Kriminalisten und die Staatsanwaltschaft Potsdam. Neue Erkenntnisse dazu wurden am Montagnachmittag nicht mitgeteilt.

Von Thomas Wachs

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