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Potsdam-Mittelmark Nachfolger für Bäcker Karus gefunden
Lokales Potsdam-Mittelmark Nachfolger für Bäcker Karus gefunden
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18:11 09.02.2017
Markus Magdziarz (37) eröffnet in der ehemaligen Traditionsbäckerei Karus seine erste eigene Backstube. Quelle: Luise Fröhlich
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Caputh

Als die letzte Hoffnung fast versiegt war, kam Markus Magdziarz. Der 37 Jahre alte Bäckermeister sorgte für ein Happy End der verzweifelten Suche nach einem Nachfolger beim Traditionsbäcker Karus in Caputh. Zum 2. April eröffnet er die Backstube in der Friedrich-Ebert-Straße 51 unter dem Namen „Markus der Bäcker“ neu und bringt neben einigen frischen Ideen auch seine Frau und seine beiden Töchter mit nach Caputh.

Über die sozialen Netzwerke verbreitete sich im November die Hilfsaktion namens „Brot für Caputh“ (MAZ berichtete), mit der ein Nachfolger für den Bäcker gesucht wurde. Magdziarz, der momentan noch in Berlin wohnt, sah Familie Karus durch Zufall in einem Fernseh-Interview und fasste sich ein Herz. Begeistert von dem Firmensitz und der großen Backstube, entschied er sich zum Jahreswechsel, die Bäckerei weiterzuführen. Seine Karriere begann mit einem Schülerpraktikum bei Bäcker Braune in Potsdam. Nach der Schule absolvierte er seine Lehre bei Bäcker Lenz in Werder und hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Seit drei Jahren ist er Bäckermeister und arbeitete zuletzt für ein große Firma in Berlin. Nun wagt er den Schritt in die Selbstständigkeit. „Zu einem Ort wie Caputh gehört ein Bäcker“, sagt Magdziarz.

Zusage war ein Lichtblick für Familie Karus

„Für uns war seine Zusage ein Lichtblick, nachdem wir wirklich vergebens gesucht haben“, erzählt Cornelia Ehrt, die Tochter des verstorbenen Bäckermeisters Karus. Bis zuletzt kümmerte sie sich um die Buchhaltung und unterstützt Magdziarz nun bei seinem Neustart. Dem blickt der Bäcker sehr zuversichtlich entgegen. Den Verkaufsraum, die Backstube und die auf dem Gehöft liegende Wohnung mietet er, die Öfen und Maschinen sind bereits gekauft. In dieser Woche werden die Verträge unterzeichnet.

Mit einer gläsernen Backstube möchte Magdziarz Einheimische und Urlauber einladen, ihm beim Brotbacken zuzusehen. Die Voraussetzungen auf dem Hof stimmen. Zudem setzt er auf Bioprodukte und Regionalität. „Ich möchte, dass die Milch für den Teig aus der Umgebung kommt und der Apfel auf dem Kuchen am besten aus Werder“, so der Familienvater. Obwohl die Discounter den Bäckermeistern das Leben schwer machen, seien viele Kunden wieder bereit, mehr Geld für Qualität und Handwerk auszugeben. Weil er die Arbeit alleine aber nicht bewältigen kann, versucht er einen der wegen der Schließung gekündigten Bäcker und auch eine Verkäuferin wiederzugewinnen. Die Filiale im Havel-Nuthe-Center in Potsdam will Magdziarz ebenfalls wieder eröffnen, allerdings bedarf es dort wegen eines neuen Vermieters weiterer Gespräche. Sonntags bis freitags werden die Geschäfte offen sein. Samstags ist Ruhetag.

Caputher sind neugierig, wer der neue Bäcker ist

Seit das Schild an der Tür hängt, das die Neueröffnung ankündigt, halten immer mal wieder Caputher an und sprechen mit ihrem neuen Bäcker. „Schön, dass es weitergeht. Ich kenne die ganze Generation der Bäcker-Familie“, sagt ein Ur-Caputher, der beim Spaziergang auf den Hinweis gestoßen ist. „Die positiven Rückmeldungen machen es mir natürlich auch leichter, hier anzukommen“, erzählt Magdziarz. Bis zur Eröffnung ist noch viel zu tun. Der Verkaufsraum und das Café sollen bis April gemalert und modernisiert werden. Ein Logo gibt es für „Markus der Bäcker“ auch schon. Spätestens wenn das über dem Laden hängt, wissen alle Caputher, dass die Öfen wieder an sind.

Tradition seit 1934

Der Betrieb
ist eine Institution im Ortsteil Caputh: 1934 pachtet Willi Karus die Bäckerei.

Sein Enkel Knut Karus wurde 2011 Käsekuchenmeister Berlin/Brandenburg – gegen eine Auswahl der 600 backenden Betriebe in der Hauptstadtregion.

Im September 2015 starb der Bäckermeister, sein Sohn konnte den Chef- und Backstubenposten aus gesundheitlichen Gründen nicht übernehmen. Seither suchte man verzweifelt einen Interessenten.

Am 31. Dezember 2016 schloss der Bäcker in Caputh und auch die Filiale in Potsdam.

Die Bäckerei hat unzählige Stammkunden und belieferte unter anderem das Klinikum, Hotels und Altersheime in der Landeshauptstadt. Markus Magdziarz sucht nun auch wieder Lieferkunden.

Von Luise Fröhlich

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