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Nachhaltige Landwirtschaft und Naturschutz

Junglandwirtetreffen in Raben Nachhaltige Landwirtschaft und Naturschutz

Wie lassen sich Landwirtschaft und Naturschutz in Einklang bringen? Wie kann ich meinen Acker nachhaltig bewirtschaften, um auch zukünftig gute Erträge zu erzielen? Diese und andere Fragen wurden beim Junglandwirtetreffen im Naturpark Raben erörtert. Auch die Bauern machten ihrerseits auf vielfältige Probleme der täglichen Arbeit aufmerksam.

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Jens Petermann (links) versucht eine Bodenprobe aus dem Garten des Naturparks zu entnehmen.

Quelle: Josephine Mühln

Raben. In der Landwirtschaft steht das nachhaltige Wirtschaften an erster Stelle. Nur wer sorgsam mit seinem Ackerland umgeht, hat für lange Zeit gute Erträge. Beim Treffen der Junglandwirte am Donnerstagnachmittag standen deshalb die Themen „Nachhaltige Landnutzung“ und „Landwirtschaft und Naturschutz“ auf der Tagesordnung. Im Naturparkzentrum Hoher Fläming in Raben hatten sich 15 Interessierte eingefunden. Jens Petermann, Geschäftsführer der Produktivgesellschaft Dannenberg, stellte den Junglandwirten neue Methoden zur nachhaltigen Steigerung der Bodenfruchtbarkeit vor.

Petermann zeigte Bilder von zerfurchten Ackern, die eher Schlammpisten glichen. Schnelle Wetterwechsel machten den Böden zu schaffen. In einem Jahr habe es innerhalb von zehn Tagen drei Mal „einen strammen Regen“ gegeben – starke Bodenerosionen waren die Folge, wie die Bilder verdeutlichten. Petermann hatte riesige Löcher im Feld. Ein Foto zeigte, dass manche davon so tief waren, dass der Landwirt selbst mannshoch darin stehen konnte.

Monotone Fruchtfolgen sind schlecht für den Boden

Er erläuterte den Junglandwirten, wie es dazu kommen könne, dass der Boden sich in diesem Maße auflöse – ein kurzer Ausflug in die Chemie inklusive. „Wenn ihr eure Bodenverhältnisse nicht kennt, kann auch falsch eingesetzte Stalldüngung den Boden schädigen“, sagte Petermann.

Schlecht für den Boden seien außerdem monotone Fruchtfolgen – etwa stets nur Raps oder nur Weizen nacheinander zu pflanzen. Außerdem der Einsatz von Mitteln zur Pilzbekämpfung im Boden. Petermann erklärte, worauf er in seinem Betrieb Wert lege – zum Beispiel schonende Bodendüngung und die richtige Fruchtfolge zur Vermeidung von Krankheit des Bodens.

Naturparkleiter Bohl: „Biolandwirtschaft ist besser für die Tiere“

Ulrich Benedix, Vorstandsmitglied des Kreisbauernverbandes, sagte nach dem Vortrag zu den Junglandwirten, das Thema sei bewusst gewählt worden, „um unser Weltbild ein bisschen ins Wanken zu bringen und einen Diskussionsprozess um die Brandenburger Umweltschutzziele weiterzuführen“. Und: „Was Herr Petermann gesagt hat, rüttelt ja schon ein bisschen an den Grundfesten unserer Ausbildung.“ Die Landwirte waren sich einig, dass das Gesagte zwar „grundsätzlich richtig“ sei, „aber finanziell und produktionstechnisch ist es schwer umsetzbar“.

Auf den Boden achten

Als Bodenerosion wird der übermäßige Verlust von Boden durch abfließendes Niederschlagswasser oder Wind bezeichnet.

Verursacht wird dies durch unsachgemäße menschliche Landnutzung.

Wird nichts gegen den Verlust getan, ist der Boden im schlimmsten Fall irgendwann gar nicht mehr landwirtschaftlich nutzbar.

Naturparkleiter Steffen Bohl erläuterte, was er sich als Naturschützer von der Landwirtschaft im Fläming wünschen würde. Die Bauern sollten bodenschonend arbeiten und darauf bedacht sein, den Humusgehalt des Bodens zu steigern. Ein höherer Anteil an Biolandwirtschaft sei zudem besser für die Tiere. Die Junglandwirte stellten daraufhin allerdings fest, dass Biolandwirtschaft wenig lukrativ sei. „Und Geld verdienen müssen wir am Ende auch alle“, hieß es.

Landwirte und Naturschützer müssen das Gespräch suchen

Problematisch sei zudem, dass das Prinzip „Masse statt Klasse“ gelte. „Die Leute wollen das ganze Jahr über alles kaufen können – und das am besten immer billig“, sagten die Landwirte. Der Lebensmittelmarkt müsse bereinigt werden. Aber die Bauern selbst seien da das schwächste Glied. Auch Naturparkleiter Bohl sagte, es seien „Fehler in der Agrarpolitik“ gemacht worden.

Landwirte und Naturschützer müssten lernen, wieder mehr miteinander zu reden, sagte Benedix. Das wünschten sich auch die anwesenden Junglandwirte. Es dürften nicht immer alle Bauern über einen Kamm geschoren werden, sagten sie. Besser sei es, auf sie zuzukommen und zu fragen: „Warum hast du das so und so gemacht?“ Schließlich könne ein Teil der Verunreinigung im Boden auch aus der Industrie kommen.

Von Josephine Mühln

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